Ungefährliche Kollisionen
Weicher Roboterfisch wendig wie das Original
publiziert: Freitag, 14. Mrz 2014 / 20:45 Uhr

Cambridge - US-Forscher haben einen Roboterfisch entwickelt, der aus weichen und flexiblen Bauteilen besteht.

5 Meldungen im Zusammenhang
Dadurch ist er ähnlich wendig wie ein echter Fisch und kann so durch plötzliches scharfes Wenden vor drohenden Gefahren flüchten. Zudem ist dank der weichen Konstruktion Kollisionsvermeidung nicht so wichtig wie bei normalen, sehr festen Robotern. Der Fisch ist dabei ein Beispiel für eine Konstruktionsform, die auch an Land sehr vielversprechend ist.

«Wenn Roboter immer mehr Verbreitung finden und mehr mit Menschen interagieren, ist es viel leichter, die Roboter sicher zu machen, wenn sie so herrlich weich sind, dass es keine Gefahr ist, wenn sie einen schlagen», erklärt Daniela Rus, Informatikprofessorin am Massachusetts Institute of Technology (MIT). Im Fall des Roboterfisches, den ihr Team in der ersten Ausgabe des neuen Fachmagazins Soft Robotics vorstellt, steht freilich eher die Wendigkeit im Vordergrund.

Flink wie ein Fisch

Roboterfische werden immer mehr zum Thema, beispielsweise im Kampf gegen Wasserverschmutzung. Doch wenngleich sie den Wasserbewohnern oft optisch zumindest vage ähneln, sind sie in der Regel längst nicht so beweglich. Die neue Konstruktion des MIT-Doktoranden Andrew Marchese ist wendiger. Das liegt nicht nur an einer weichen Oberfläche, sondern vor allem an zwei langen Kanälen auf beiden Seiten des Fischschwanzes. Diese können mittels Kohlendioxid aus einem internen Kanister aufgebläht werden.

Das ermöglicht dem Roboter ein Fluchtmanöver ähnlich echten Fischen. Denn bläht sich ein Kanal auf, biegt sich der Schwanz und der Fisch dadurch scharf ab - um bis zu 100 Grad, also mehr noch als im rechten Winkel. Die Geschwindigkeit, mit der sich der Roboter davon macht, ist dabei vom Winkel praktisch unabhängig. Das ähnelt dem, was Biologen bei realen Fischen beobachten. Wenngleich der Roboter damit ein toller Flüchter ist, mangelt es an Ausdauer - einfach nur herumschwimmen leert den Gaskanister sehr schnell. Doch die Forscher hoffen, Systeme zu entwickeln, die wendig sind und doch längere Zeit in Betrieb bleiben können.

Schwimmende Spione

Bewegliche und doch ausdauernde Roboterfische dürften interessante neue Anwendungen eröffnen. Eine Zukunftsvision, die Rus anspricht, sind Modelle, die dem biologischen Vorbild so gut entsprechen, dass sie sich in Schwärme realer Fische eingliedern können. Das würde eine bisher nicht dagewesene Möglichkeit bieten, das Verhalten der Tiere in ihrer natürlichen Umgebung extrem detailliert zu studieren.

Jedenfalls dient der MIT-Fisch als Beispiel, welche Vorteile weiche Roboter eröffnen. Ein aus steifen Komponenten gefertigter Roboterfisch könnte seinen Schwanz niemals derart frei verformen, so Rus. Zudem machen Zusammenstösse einem weichen Roboter und seinem Umfeld weniger aus. «Manchmal ist es sogar von Vorteil, wenn diese Roboter an die Umgebung anstossen, da sie das nutzen können, um schneller an ihr Ziel zu gelangen», so die Informatikerin.

(bert/pte)

Kommentieren Sie jetzt diese egadgets.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Das «Crabster»-Ungetüm soll auch gefährlichsten Strömungen standhalten.
Ansan - Wenn es um die Erkundung ... mehr lesen
Boston - Inspiriert durch Termiten, die ... mehr lesen
Google hat Boston Dynamics übernommen. (Archivbild)
Der US-Internet- und Technologiekonzern Google hat für sein Roboter-Programm eine Firma gekauft, die mit Prototypen laufender Maschinen für das US-Militär bekannt geworden ist. Google ... mehr lesen
College Park - Wissenschaftler der University of Maryland arbeiten derzeit an einem Roboterwurm, der Einsatzkräften bei der Suche und Bergung von Verletzten künftig helfen könnte. mehr lesen 
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Publinews Das Telefonmuseum Telephonica in Islikon erzählt die Geschichte der Telekommunikation von den Anfängen bis hin zur heutigen digital vernetzten Gesellschaft. Besuchen Sie uns und erleben Sie Telefongeschichte zum Anfassen, zum Hören und zum Fühlen - spannend inszeniert für Gross und Klein. mehr lesen  
Technologie  Bern - Der Technologiekonzern Ascom ... mehr lesen
Ascom ist für das zweite Halbjahr zuversichtlicher.
eGadgets Grosse Kulleraugen  Taipei - Der taiwanische Elektronik-Konzern Asus will mit einem sprechenden Roboter ins Geschäft mit dem vernetzten Zuhause ... mehr lesen  
Bereits 100 Objekte erfasst  Wil SG - Digitale Stadtpläne sollen künftig Menschen mit einer Behinderung die Orientierung erleichtern. Die Stadt Wil wurde von Pro Infirmis Schweiz als Pilotgemeinde ausgewählt. Bereits wurden 100 Objekte erfasst. mehr lesen  
Titel Forum Teaser
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    grüezi Wie lasterhaft Mitleid mitunter sein kann, beweisen Sie doch gerade ... Mo, 26.12.16 20:05
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Vom Tode träumt ein negrophiles Schäfchen doch ständig. Wenn tausende Frauen in England ... Mi, 28.09.16 11:58
  • HentaiKamen aus Volketswil 1
    Kommt wieder Aber leider eine RIESEN Verlust für Leser wie mich die nicht mit dem ... Sa, 13.08.16 01:13
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    sogar nach dem Tode hat die Kassandra noch die grösste Schnauze... jaja, diese ... Fr, 12.08.16 16:30
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Wow, wie hat sich die gute Kubra gemausert! Ich danke auch Ihnen ganz persönlich für die vielen harten und ... Mi, 20.07.16 20:25
  • Pacino aus Brittnau 731
    Übrigens, wusstet ihr schon . . . . . . dass die Foren von AZ (Wanner), 20min. und Schweizer Fernsehen ... Mi, 29.06.16 15:20
  • PMPMPM aus Wilen SZ 235
    Und jetzt? Ist noch online...? Liebes news-Team, schade ist die Situation so, dass etwas aufhören ... Di, 28.06.16 22:43
  • kubra aus Berlin 3232
    Danke für die gelebte Pressefreiheit. Damit mein ich durchaus auch den ... Di, 28.06.16 16:09
Rund 50 Prozent der beleidigenden Tweets werden von Frauen gesendet. (Symbolbild)
DOSSIER Social Media Frauenfeindlichkeit auf Twitter bleibt ein Problem Auch wenn der Twitter-CEO Dick Costello ...
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Mi Do
Zürich -4°C 8°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig recht sonnig
Basel -3°C 11°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig recht sonnig
St. Gallen -4°C 5°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig recht sonnig
Bern -3°C 8°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig recht sonnig
Luzern -1°C 10°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
Genf 1°C 11°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
Lugano 5°C 9°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt recht sonnig
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten