Weg frei für den Galileo-Aufbau
publiziert: Freitag, 30. Nov 2007 / 07:08 Uhr / aktualisiert: Freitag, 30. Nov 2007 / 15:58 Uhr

Brüssel - Nun schicken alle 27 EU-Staaten gemeinsam das EU-Statellitennavigationssystem Richtung Startrampe: Einstimmig einigten sich die EU-Verkehrsminister im zweiten Anlauf auf Grundsätze für die Verteilung der Galileo-Milliardenaufträge.

Jeder wollte ein Stück vom grossen «Galileo-Kuchen».
Jeder wollte ein Stück vom grossen «Galileo-Kuchen».
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Die EU-Verkehrsminister folgten in Brüssel dem Vorschlag der EU-Kommission, den Aufbau von Galileo in sechs Auftragspakete aufzuteilen, die nach Wettbewerbsgrundsätzen ausgeschrieben werden sollen.

Zudem sollen mindestens 40 Prozent der Aufträge weiter auf Subunternehmer übertragen werden. Davon sollen kleinere und mittlere Firmen profitieren, die bei der Vergabe der grossen Pakete kaum zum Zuge kommen können.

Eine einstimmige Einigung war am Donnerstagabend an Spanien gescheitert, dass sich neben den geplanten Bodenkontrollzentren in Deutschland und Italien ebenfalls für eine gleichwertige Bodenstation in der Nähe von Madrid wehrte.

Konkurrenz für GPS

Die EU will mit Galileo dem US-Navigationssystem GPS Konkurrenz machen. Es ist (anders als GPS) unter ziviler Leitung, soll genauer sein und vielfältigere Anwendungen ermöglichen. Laut EU-Kommission soll das System mit den 30 Satelliten im Jahr 2013 einsatzbereit sein.

Vergangenen Freitag hatten die EU-Finanzminister beschlossen, die zusätzlich bis 2013 benötigten 2,4 Mrd. Euro aus dem EU-Haushalt zu nehmen. Umgeschichtet werden sollen Reserven vor allem aus den Landwirtschafts- und Verwaltungsbudget. Eine Milliarde ist im EU-Haushalt für Galileo bereits budgetiert.

Im Frühling war die Zusammenarbeit mit einem Industriekonsortium, das Galileo hätte aufbauen sollen, gescheitert. Daraufhin beschlossen die EU-Staaten, das Grossprojekt in eigener Regie durchzuziehen.

(rr/sda)

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