UMTS-Schulden belasten die ganze Branche in Deutschland
publiziert: Dienstag, 1. Okt 2002 / 18:47 Uhr

München - Die deutschen IT-Konzerne leiden nach Angaben ihres Branchenverbandes Bitkom unter den hohen Schulden der Mobilfunk-Netzbetreiber. Die Unternehmen hoffen aber im nächsten Jahr auf eine leichte Stabilisierung der Umsätze.

Bitkom-Präsident Volker Jung sagte in München, die Telefonfirmen stellten mittlerweile Investitionen zurück, nachdem sie sich für die Lizenzen des neuen Mobilfunkstandards UMTS verschuldet hätten.

Zusätzlich werde die Nachfrage nach UMTS-Technik und -Diensten belastet, weil inzwischen von den sechs Lizenz-Inhabern in Deutschland zwei ausgefallen seien. Auch dies belaste die Preise. Allmählich kommen uns die Netzbetreiber und damit die Kunden abhanden, sagte Jung.

Vor zwei Jahren hatten sechs Konsortien und Einzelfirmen der Telefonbranche zusammen gut 50 Mrd. Euro (73 Mrd. Fr.) für die deutschen UMTS-Lizenzen bezahlt. Beim kleinsten deutschen Anbieter Quam hat die spanische Mutter Telefonica inzwischen ihr Engagement beendet. Der UMTS-Lizenzinhaber MobilCom kämpft nach einem Streit mit dem Grossaktionär France Télécom ums Überleben.

Für das kommende Jahr hofft der Verband auf eine Stabilisierung der sinkenden Umsätze. Der Verband erwarte in Deutschland ein Umsatzplus von 0,4 Prozent. Für das laufende Jahr hatte Bitkom hingegen seine Prognose bereits mehrmals nach unten revidiert. Inzwischen wird für 2002 ein Umsatzrückgang um 1,3 Prozent auf 136 Mrd. Euro erwartet.

Der Stellenabbau in der gesamten Branche werde sich fortsetzen. Allerdings sollten 2003 weniger Arbeitsplätze verloren gehen als im laufenden Jahr, für das der Verband mit einem Rückgang von 28 000 auf 791 000 Stellen rechnet.

(sda)

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