Umstellung auf WP7 dauert noch
Turboschnelles Nokia-Smartphone ... mit Symbian
publiziert: Samstag, 9. Apr 2011 / 10:31 Uhr / aktualisiert: Samstag, 9. Apr 2011 / 15:17 Uhr
Symbian lebt.
Symbian lebt.

Der finnische Handy-Hersteller Nokia bleibt weiterhin vage in seinen Äusserungen zur Lebensdauer des Smartphone-Betriebssystems Symbian.

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In einem offenen Brief an die Entwickler-Community hat Purnima Kochikar in ihrer Funktion als Vice President Forum Nokia & Developer Community, jedoch einen Zeitraum für den Übergang von der Symbian-Plattform zu dem Microsoft-Betriebssystem Windows Phone 7 festgelegt: Im Laufe des kommenden Jahres soll der Wechsel bereits vollzogen sein.

Bis dahin werde es nicht nur weiterhin Aktualisierungen der Firmware und Neuerungen in den Applikationen für Symbian^3-Smartphones geben sondern auch Verbesserungen der Hardware. So kündigt die Nokia-Managerin neue Symbian^3-Smartphones mit Gigahertz-Prozessoren und höherer Grafikleistung als von bisherigen Geräten an. Bislang hatte Nokia bei der Beschreibung der neuen Strategie nur Plattform-unabhängig von eigenen Smartphones mit Gigahertz-Prozessoren gesprochen.

«Wir werden ein starkes Portfolio neuer Produkte in der Übergangszeit haben», verspricht Kochikar den Entwicklern. «Diese Geräte werden die hohe Integration von Geräten und Diensten nutzen und von Nokias Stärke in Bereichen wie Imaging und standortbezogene Dienste.» Das erste grössere Firmware-Update für Symbian^3 steht laut der Nokia-Mitarbeiterin im Sommer dieses Jahres an. Wie berichtet werden neue Firmware-Updates Verbesserungen wie eine neue Startansicht, neue Icons, einen schnelleren Browser, eine neue Navigationsleiste, eine überarbeitete Oberfläche der Anwendungen Ovi Maps und Ovi Store sowie eine stärkere Integration von Social-Media-Diensten in Ovi Maps bieten.

Aber wie lange wird der Support für Symbian noch laufen?

Die Frage, wie lange der Support von Nokia für Symbian-Smartphones noch laufen wird, lässt Kochikar allerdings offen. «Es ist sehr schwer, eine einzelne Antwort zu liefern», schreibt sie. «Wir hoffen, Windows-Phone-Smartphones so schnell wie möglich in den Markt einzuführen, aber Windows Phone wird nicht von Anfang an alle Sprachen- und Lokalisierungs-Fähigkeiten haben.» Zudem könne es durchaus sein, dass Nokia in Ländern wie China, Indien, Russland und Türkei noch über einen längeren Zeitraum neue Symbian-Smartphones herausbringen wird. In diesen Ländern ist der Hersteller mit seiner bisherigen Smartphone-Plattform noch immer Marktführer.

Der Handy-Hersteller wird nach Angaben von Kochikar den Support nach dem Verkauf des letzten Symbian^3-Handys auf jeden Fall noch eine Weile fortführen. «Ich kann versprechen, dass wir Symbian-Nutzer und -Entwickler nicht einfach im Stich lassen werden», schreibt sie weiter. «Unsere Absicht ist es, dass Nutzer nach Ablauf des herkömmlichen Lebenszyklus ihres Symbian-Geräts auf ein Nokia-Windows-Phone-Gerät umsteigen, und daher läge es nicht in unserem Interesse, die Nokia-Smartphone-Experience zu untergraben.» Von daher werde Nokia auch weiterhin in das QT-GUI-Framework investieren, mit dem sich Anwendungen für Symbian und Meego, nicht aber für Windows Phone 7 entwickeln lassen, und dafür neue Dienste für Entwickler anbieten.

Zukunft von Windows Phone und Symbian bei uns

Was bedeutet das für künftige Angebot von Nokia-Smartphones in unseren Breitengraden? Der von Nokia immer wieder genutzte Begriff «Übergangszeit» lässt vermuten, dass die Windows-Phone-Plattform irgendwann das Symbian-Betriebssystem ablösen wird. Dies sei auch der grundsätzliche Plan, so der Anbieter auf unsere Nachfrage. Dies werde jedoch Schritt für Schritt in einzelnen Segmenten erfolgen, da sich Nokia durch die Partnerschaft mit Microsoft ein schlagkräftigeres Ökosystem als Alternative zu iPhone/iTunes und Android verspreche, mit dem sich die Marktführerschaft bei Smartphones erlangen lässt. Das heisst wohl: In den Preisbereichen, in denen Nokia bereits in ausreichender Zahl Windows-Phone-Smartphones anbietet, wird das Engagement für die Symbian-Plattform in absehbarer Zeit enden.

Es dürften allerdings mindestens zwei Jahre vergehen, bis Symbian für Nokia eine auch vom Nutzer spürbare deutlich geringere Rolle spielt. Erst für 2012 rechnet der Hersteller nach eigenen Angaben mit einer höheren Stückzahl an eigenen Windows-Phone-7-Handys. Wie lange Windows Phone und Symbian insgesamt noch nebeneinander existieren werden, lässt Nokia allerdings offen und wird von Markt zu Markt unterschiedlich sein. Zunächst würden weitere Anstrengungen und Investititonen unternommen, um das Symbian-Betriebssystem sowohl im Anwendungsbereich als auch auf der Hardware-Seite wettbewerbsfähiger zu machen. Die Botschaft für interessierte Nutzer lautet somit: Geht man von der üblichen Handy-Halbwertzeit von zwei Jahren aus, können sie sich zumindest in diesem Jahr und voraussichtlich auch noch im kommenden Jahr ohne Bedenken ein Smartphone mit Symbian^3 kaufen.

Vermutlich dürften aufgrund der von Microsoft aufgestellten Hardware-Anforderungen die ersten Windows-Phone-7-Handys von Nokia wie die bisherigen Modelle anderer Hersteller auch im oberen Preissegment liegen. Gleichzeitig dürfen Symbian-Fans wohl in diesem Jahr mit noch einem weiteren Highend-Gerät neben dem Nokia E7, Nokia N8, Nokia C7 und Nokia C6-01 rechnen, während der finnische Handy-Hersteller in manchen anderen Märkten versuchen wird, den Nutzern über günstigere Symbian-Smartphones einen mobilen Internet-Anschluss bereitzustellen (Motto «Connecting the Next Billion»).

(Björn Brodersen/teltarif.ch)

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