Oculus-Rift-Titelbild unterstreicht potenzielles Marketing-Problem
«Time»-Cover lässt Virtual Reality doof aussehen
publiziert: Freitag, 7. Aug 2015 / 13:28 Uhr / aktualisiert: Freitag, 7. Aug 2015 / 14:40 Uhr
Das Time Cover verleitet zu hübschen Bildkompositionen.
Das Time Cover verleitet zu hübschen Bildkompositionen.

New York - Am 17. August 2015 wird der Oculus-Rift-Gründer Palmer Luckey mit seiner Virtual-Reality-Brille (VR) das «Time»-Cover zieren.

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Was eigentlich ein echter Erfolg sein sollte, entpuppt sich aber bereits vor dem Erscheinen der Ausgabe eher als PR-Desaster. «Die Coverstory stellt die grosse Schwäche von VR in die Auslage, das lächerliche Vollgesichtsmasken-Nerdtum», meint beispielsweise «TechCrunch». Denn Luckey sieht auf dem Cover richtig doof aus - und es scheint zweifelhaft, ob das Durchschnittsbürgern VR schmachhaft machen kann. Dafür tobt sich die Online-Community bereits mit Time-Cover-Memes aus.

Ein barfüssiger Geek in mässig schönen Jeans und Poloshirt, mit einer klobigen Brille und in einer seltsamen Körperhaltung vor einem projizierten Strand: Was «Time» Mitte des Monats herausbringt, nennen Kritiker schon vorab eines der schlechtesten Cover in der über 90-jährigen Geschichte des Magazins. Auf Twitter grassiert gar schon der übertriebene Witz «TIME hat VR umgebracht». Doch führt das Cover eines der grundlegenden Probleme von VR vor Augen, so «Forbes»: Menschen mit VR-Brille sehen eigentlich immer irgendwie doof aus. Spätestens, wenn die Technologie an die breite Masse vermarktet werden soll, ist das ein echtes Hindernis.

Palmer Luckey, Dino-Reiter

Es ist zu hinterfragen, ob «Time» bei seiner Cover-Wahl nicht ein besonders schlechtes Bild gewählt hat. Immerhin ist nicht nur die Oculus-Brille etwas befremdlich, sondern die gesamte Bildkomposition. Das hat Nutzer schon zu allerlei Bildverarbeitungs-Gags verleitet, die nun in sozialen Medien die Runde machen. Palmer Luckey ist dort unter anderem als Dinosaurier-Reiter, Primaballerina hinter Schoko-Hasen durch einen Kinder-Cartoon hüpfend oder als erster Mensch in Michelangelos «Die Erschaffung Adams» zu sehen - denn wer weiss, was der Mann bei Foto-Shooting wirklich in der virtuellen Welt gesehen hat?

Die Einleitung der Coverstory selbst, «Palmer Lucky ist nicht der typische Nerd...», der eben kein «Dungeons & Dragons» spiele, macht auch nichts besser, kritisiert «Forbes». Das dürfte wohl eher zusätzliche Irritationen bei «Nerds» ausgelöst haben. Ob weniger technikaffine Durchschnittsmenschen, die «Time» lesen, dadurch etwaige Berührungsängste mit VR-Technologie verlieren, darf ebenfalls angezweifelt werden - vor allem, da sich ja erst einmal das Cover mit dem schrägen Geek ins Gehirn brennt.

VR taugt nicht für Druck

Ein Grundproblem, so der «Forbes»-Kommentar zum Luckey-Cover, sei jedenfalls, dass die Idee der Virtual Reality nicht wirklich in klassischen Medien transportiert werden kann. «Das ist, wie einem Blinden Farbe zu beschreiben.» Rechtzeitig zur aktuell laufenden gamescom unterstreicht das schon vorab vielverhöhnte «Time»-Cover somit jedenfalls, dass Bilder von Oculus-Rift-Demos, bei denen Geeks fasziniert in eine klobige Schachtel starren, VR wohl kaum zum Sprung Richtung Massenmarkt helfen dürften.

(bert/pte)

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