Terroristen benutzten Schweizer SIM-Karten
publiziert: Donnerstag, 8. Aug 2002 / 12:19 Uhr

Bern - Terroristen, die mit den Anschlägen vom 11. September in Verbindung stehen, haben mit Schweizer SIM-Karten in ihren Handys telefoniert. Das Bundesamt für Polizei (BAP) bestätigte eine entsprechende Meldung der Zeitschrift «Facts». Die Schweiz ist eines der wenigen Länder, die SIM-Karten ohne Registration des Kunden anbieten.

Das Handy als Werkzeug von Terroristen: Am liebsten mit Schweizer SIM-Karte.
Das Handy als Werkzeug von Terroristen: Am liebsten mit Schweizer SIM-Karte.
Nachforschungen der Schweizer Bundeskriminalpolizei hätten ergeben, dass Terroristen «aus dem engeren Umfeld» der Anschläge solche Karten benutzten, sagte BAP-Sprecherin Danièle Bersier auf Anfrage. Aufgrund der laufenden Ermittlungen, die von der Bundesanwaltschaft geleitet werden, könnten jedoch keine Details bekannt gegeben werden.

Das Problem ist seit längerem bekannt: Die Schweiz ist eines der wenigen Länder, das international funktionierende SIM-Karten verkauft, ohne dass sich der Kunde registrieren lassen muss. Für Kriminelle bietet das System eine willkommene Gelegenheit, der Überwachung und Verfolgung zu entgehen.

Nicht nur die Bundesbehörden, sondern auch die Kantone hätten bei der Bekämpfung der Kriminalität mit dem Handy-Problem zu kämpfen, sagte Bersier. Es sei allen Polizeibehörden ein Dorn im Auge, etwa im Zusammenhang mit Drogendealern.

Das Pre-Paid-System ohne Kundenregistrierung wird von Swisscom, Orange und Sunrise angeboten. Eine Abschaffung des Systems ist laut dem Bundesamt für Kommunikation (BAKOM) zurzeit nicht geplant.

(gä/sda)

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