Leistungssteigerung noch nicht am Ende angelangt
Super-Laser «POLARIS» schafft mehr als 50 Joule
publiziert: Sonntag, 21. Feb 2016 / 14:45 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 21. Feb 2016 / 16:55 Uhr
Pulsenergie um Faktor drei erhöht - Noch weitere Optimierung denkbar.
Pulsenergie um Faktor drei erhöht - Noch weitere Optimierung denkbar.

Jena - Forscher der Friedrich-Schiller-Universität Jena haben die Leistungsfähigkeit des leistungsstärksten, vollständig Dioden-gepumpten Lasersystems der Welt, «POLARIS», noch einmal deutlich gesteigert. Erstmals wurde mit dem Laser eine Pulsenergie von über 50 Joule erzeugt, mehr als dreimal so viel wie bisher.

3 Meldungen im Zusammenhang
50 Joule - so viel Energie muss man aufwenden, um einen 500 Gramm schweren Gegenstand etwa zehn Meter anzuheben; um die Temperatur von einem Glas Wasser um ein Grad zu erhöhen, benötigt man jedoch bereits 17 Mal so viel Energie. Für einen Hochleistungslaser wie POLARIS klingen 50 Joule daher zunächst eher bescheiden.

«Doch diese Energiemenge wird von unserem Laser in einem winzigen Zeitfenster freigesetzt», verdeutlicht Malte Kaluza vom Institut für Optik und Quantenelektronik der Universität Jena. Die Laserpulse haben eine Dauer von gerade einmal 120 Femtosekunden. In dieser unvorstellbar kurzen Zeitdauer - eine Femtosekunde ist der millionste Teil eines Milliardstels einer Sekunde - erreicht der Laser damit eine Spitzenleistung von mehreren hundert Terawatt. Das ist ein Vielfaches der elektrischen Leistung, die weltweit produziert wird.

Pulsdauer weiter verkürzen

Die Leistungssteigerung ist das Ergebnis einer monatelangen Entwicklung. «Der wesentliche Aufbau des Lasers ist zwar unverändert, doch viele kleine Details konnten entscheidend verbessert werden», unterstreicht Kaluza. Ermöglicht wurden die jetzigen Ergebnisse auch durch eine jahrelange Kooperation mit der lokalen Optikindustrie - vor allem mit der Jenoptik AG, der Lastronics GmbH, der Hellma Materials GmbH und der Layertec GmbH - die einige Kernkomponenten des Lasers geliefert haben.

In dem letzten und grössten Verstärker von POLARIS kommt jetzt zum Beispiel mit Ytterbium dotiertes Kalzium-Fluorid zum Einsatz. Auch die optischen Beschichtungen der vom Laser stark beanspruchten Materialien sind immer weiter optimiert worden. «Alle kleinen Veränderungen zusammengenommen, ermöglichen jetzt eine wesentlich höhere Laserenergie», freut sich Kaluza. Der Laserphysiker deutet aber auch an, dass bei den gegenwärtig erreichten 54,16 Joule für ihn noch lange nicht Schluss ist.

Als nächsten Entwicklungsschritt plant der Inhaber des Lehrstuhls für Experimentalphysik und Relativistische Laserphysik nun, die Pulsdauer von POLARIS noch weiter zu verkürzen. Bis auf 100 Femtosekunden wolle man diese minimieren. Dabei sei die stetige Steigerung der Laserleistung jedoch kein Selbstzweck. «Uns geht es nicht um immer neue Rekorde», so Kaluza. Ziel der Entwicklung sei es vielmehr, POLARIS für konkrete Anwendungen nutzbar zu machen. Vor allem als Teilchenbeschleuniger soll der Laser in Zukunft zum Einsatz kommen.

(asu/pte)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese egadgets.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Livermore - Die Kernfusion verspricht saubere Energie in rauen Mengen. Nun ist es US-Forschern nach eigenen Angaben ... mehr lesen
Das NIF setzt bei ihren Versuchen auf Laser. (Symbolbild)
Die US Navy hat bekannt gegeben, dass sie 2014 erstmals eine Laserwaffe auf einem Schiff zum Einsatz bringen möchte.
Arlington - Die US Navy hat bekannt gegeben, dass sie im Finanzjahr 2014 ... mehr lesen
Wien - Ein neuartiges Augenimplantat ermöglicht es Blinden mit einer Auflösung von 576 Pixel zu sehen. mehr lesen
Der Sensor wird direkt auf der Netzhaut platziert.
Computersimulation mit mehr dahinter
xirrus GmbH
Buchzelgstrasse 36
8053 Zürich
Surgical & Industry Microscope Systems
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 16
Publinews Das Telefonmuseum Telephonica in Islikon erzählt die Geschichte der Telekommunikation von den Anfängen bis hin zur heutigen digital vernetzten Gesellschaft. Besuchen Sie uns und erleben Sie Telefongeschichte zum Anfassen, zum Hören und zum Fühlen - spannend inszeniert für Gross und Klein. mehr lesen  
Technologie  Bern - Der Technologiekonzern Ascom erwartet einen Verlust im ersten Halbjahr. Für das zweite Halbjahr zeigt sich Ascom in einer ... mehr lesen
Ascom ist für das zweite Halbjahr zuversichtlicher.
eGadgets Grosse Kulleraugen  Taipei - Der taiwanische Elektronik-Konzern Asus will mit einem sprechenden Roboter ins Geschäft mit dem vernetzten Zuhause ... mehr lesen  
Robo-Anhängsel unterstützt im Alltag Forscher des MIT Media Lab haben eine Roboter-Hand entwickelt, die bei Tätigkeiten des Alltags als dritte Hand dient.
Titel Forum Teaser
  • Kassandra aus Frauenfeld 1778
    Wow, wie hat sich die gute Kubra gemausert! Ich danke auch Ihnen ganz persönlich für die vielen harten und ... Mi, 20.07.16 20:25
  • Pacino aus Brittnau 731
    Übrigens, wusstet ihr schon . . . . . . dass die Foren von AZ (Wanner), 20min. und Schweizer Fernsehen ... Mi, 29.06.16 15:20
  • PMPMPM aus Wilen SZ 235
    Und jetzt? Ist noch online...? Liebes news-Team, schade ist die Situation so, dass etwas aufhören ... Di, 28.06.16 22:43
  • kubra aus Berlin 3232
    Danke für die gelebte Pressefreiheit. Damit mein ich durchaus auch den ... Di, 28.06.16 16:09
  • Kassandra aus Frauenfeld 1778
    Nur ein ziemlicher Trottel kann annehmen, dass es etwas mit Zivilcourage zu hat, wenn er an einer ... Fr, 17.06.16 12:02
  • Kassandra aus Frauenfeld 1778
    Meine Anwälte sagen: "Aus einem Esel wird wird in tausend Jahren kein Golfisch, ... Di, 14.06.16 20:10
  • jorian aus Dulliken 1754
    Saudumm? Die Frage ist nur WER! Sie haben mich verleumdet. Sie haben übel über mich geredet! (Dies ... Di, 14.06.16 03:57
  • Kassandra aus Frauenfeld 1778
    Wer Kritik als persöliche Beleidigung empfindet, wer Kritik als mundtot-machen ... So, 12.06.16 12:24
Rund 50 Prozent der beleidigenden Tweets werden von Frauen gesendet. (Symbolbild)
DOSSIER Social Media Frauenfeindlichkeit auf Twitter bleibt ein Problem Auch wenn der Twitter-CEO Dick Costello ...
High Speed Vision Kameras
AOS Technologies AG
Täfernstrasse 20
5405 Baden - Dättwil
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Sa So
Zürich 18°C 25°C gewitterhaftleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen Wolkenfelder, kaum Regen
Basel 20°C 25°C gewitterhaftleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen Wolkenfelder, kaum Regen
St. Gallen 17°C 24°C gewitterhaftleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen Wolkenfelder, kaum Regen
Bern 18°C 24°C gewitterhaftleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen Wolkenfelder, kaum Regen
Luzern 18°C 24°C vereinzelte Gewitterleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen Wolkenfelder, kaum Regen
Genf 20°C 24°C gewitterhaftleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig gewitterhaft Wolkenfelder, kaum Regen
Lugano 21°C 27°C gewitterhaftleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig gewitterhaft vereinzelte Gewitter
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten