Intelligente Kleidung
Soldaten werden zu Cyborgs
publiziert: Montag, 17. Nov 2014 / 06:53 Uhr / aktualisiert: Montag, 17. Nov 2014 / 14:51 Uhr
Medizinische und physiologische Information werden in Echtzeit übertragen.
Medizinische und physiologische Information werden in Echtzeit übertragen.

Buffalo - Forscher der University at Buffalo haben in Kooperation mit Sentient Science Kleidung entwickelt, die medizinische und physiologische Daten erfasst, kabellos überträgt und in Echtzeit Empfehlungen liefert.

Herzrhythmus, Hirnaktivität und andere Vitalsignale werden über Elektroden in körpernaher Kleidung an einen münzgrossen Sensor übermittelt und von diesem aus in ein Netzwerk eingespeist. Dort wird die Information von der von Sentient Science entwickelten und mittlerweile vielfach eingesetzten Software «DigitalClone Live» bewertet und beurteilt, ob eine Person gestresst oder erschöpft ist.

Die Daten werden in Modellen in Zusammenhang mit Informationen über die Umgebung der Person - wie Geländebeschaffenheit oder Wetter - gebracht. Mittels komplexer Algorithmen wird berechnet, ob sich die Person in Gefahr befindet. In diesem Fall werden entsprechende Verhaltensempfehlungen geliefert.

Ulrich Reinhardt von der BAT Stiftung für Zukunftsfragen attestiert dieser und bereits in ersten Versuchen angewandter ähnlicher Technologie wachsenden Erfolg: «Die breite Einführung solch einer Technologie ist nur eine Frage von wenigen Jahren.»

Militärische und zivile Nutzung

Mit 150'000 Dollar (rund 140'000 Franken) wird das Forschungsprojekt vom «Naval Research's Small Business Technology Transfer Program» gefördert, einem staatlichen Förderprogramm zur Entwicklung von Technologien mit militärischer und ziviler Anwendung. Der militärische Nutzen liegt auf der Hand: Soldaten sollen weniger anfällig für physische wie psychische Verletzungen gemacht werden.

Die Technologie soll aber auch zivil genutzt werden: In Form von Sensoren in Gegenständen des Alltagsgebrauchs wie etwa mit Elektroden ausgestattete Baseballkappen, die dem Individuum über dieselbe Software Informationen über aktuelle Gesundheitsrisiken liefern sollen. So könnte etwa vor nahenden Herzinfarkten gewarnt werden.

Ulrich Reinhardt sieht weitere Anwendungsmöglichkeiten: «Im Alltag wird sich intelligente Kleidung durchsetzen. Und zwar nicht nur bei medizinischen Notfällen, sondern beispielsweise zur Erfassung des Kalorienbedarfs, als Ergänzung von Konzepten zur gesunden Ernährung. Individuell zu entscheiden bleibt, ob man all diese Informationen über sich jedoch möchte.»

(bert/pte)

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