Software filtert dumme Sprüche in Webforen
publiziert: Samstag, 10. Nov 2007 / 14:05 Uhr

Washington - Im Rahmen des «StupidFilter Project» entwickeln die Informatiker Gabriel Ortiz und Paul Starr eine Filtersoftware, die Webforen und Blogs frei von dummen Sprüchen und sinnentleerten Kommentaren halten soll.

Solche und ähnliche Stilblüten sollen bald schon der Vergangenheit angehören.
Solche und ähnliche Stilblüten sollen bald schon der Vergangenheit angehören.
Weiterführende Links zur Meldung:

Die Rettung für alle geplagten Forenbenutzer
StupidFilter befindet sich noch in der Entwicklungsphase, häufige Fragen werden jedoch schon auf der Seite beantwortet.
stupidfilter.org

Der «Eternal September»
1993 wurde das Usenet von neuen Studenten der US-Universitäten überflutet. Und mit der steigenden Masse von Usern ging es mit dem Niveau bergab. (englisch)
en.wikipedia.org/wiki/Eternal_September

Ihre Lösung ist eine Open-Source-Filter-Software, die eine dumme Sprachwahl (in englischer Sprache) erkennt und schliesslich verhindert, dass diese Kommentare im Web veröffentlicht werden.

Die beiden Erfinder waren eigenen Angaben zufolge genervt von stupiden Kommentaren anderer User. «In den Anfängen des Internet war das Web ein Platz, wo man intelligente Gespräche mit Gleichgesinnten führen konnte», schreiben die Informatiker auf ihrer Homepage.

Nach dem «Eternal September» wandelte sich das Web jedoch zu einem lauten Ort. Vor allem das massenhafte Auftreten von user-generiertem Content in der vergangenen Zeit habe sie zum Handeln veranlasst.

«Bitte neu formatieren»

Die Filtersoftware überprüft jeden Kommentar, der an das geschützte Forum gesendet wird. Wird der Text entsprechend definierter linguistischer Regeln als dumm eingestuft, so bekommt der Schreiber eine Meldung, dass er bitte neu formulieren möge, da sein Kommentar unverständlich erscheint.

Der Filter reagiert auf zu viele oder zu wenige Grossbuchstaben, exzessiv verwendete Wortabkürzungen, Ausrufezeichen oder oft eingestreutes «LOL».

Im Prinzip funktioniere die Software genauso wie ein Spamfilter, erläutert Ortiz. Die grösste Herausforderung bei der Entwicklung sei jedoch, dass Dummheit keine binären Merkmale aufweise und eine subjektive Sache sei.

Rein äusserliche Form von Kommentaren

Die beiden Programmierer arbeiten zudem an einer Datenbank mit häufigen Kommentaren, die ihrer Ansicht nach nicht in eine intelligente Konversation passen.

Anhand dieser Liste soll die Identifikation von schwachsinnigen Sprüchen einfacher werden. Dabei gehe es nicht um die Inhalte, sondern um die rein äusserlich einfältige Form von Kommentaren.

Als Beispiele führen Ortiz und Starr Kommentare von der Videoplattform YouTube an. Diese sind nach Grad der potenziellen Dummheit auf einer Skala von eins bis fünf bewertet.

Blind für Ironie

Ein Problem bereiten dem Filter jedoch Sarkasmus und Ironie. Intelligente Menschen seien oft ironisch und würden Formulierungen verwenden, die der Software dumm erscheinen könnte, meint Ortiz.

«Unser Ansatz ist, dass nicht jede als dumm eingestufte Formulierung automatisch zu einer Fehlermeldung führt, wenn sie beispielsweise nur einmal pro Absatz vorkommt.»

Die Blindheit des Filters für Ironie sehen die Entwickler jedoch nicht unbedingt negativ. Ein kurzer, dummer Kommentar bleibe eben ein kurzer, dummer Kommentar. Selbst dann, wenn er von einer intelligenten Person stammt.

Ortiz und Starr wollen noch im Dezember eine Alpha-Version ihres Programms veröffentlichen. Das Endziel ist, den Filter als Firefox-Plugin anzubieten.

(rr/pte)

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