«Software-Architektur» für 100-Dollar-Laptop
publiziert: Montag, 11. Jun 2007 / 10:22 Uhr

Potsdam - Studenten des Hasso-Plattner-Instituts haben im Rahmen einer Vorlesung eine Reihe von Strategiespielen für die Initiative «One Laptop per Child» (OLPC) entwickelt.

Der Kinder-Laptop von «One Laptop per Child».
Der Kinder-Laptop von «One Laptop per Child».
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Die auf der Programmierplattform «Squeak» für den 100-Dollar-Laptop entwickelten Programme sollen Kindern in Entwicklungs- und Schwellenländern bei der kreativen Auseinandersetzung mit Lerninhalten helfen.

«Das Anbieten von wertvollen Software-Inhalten ist für den Erfolg des Projektes immens wichtig. Denn es genügt ja nicht, Nutzern einfach ein Gerät in die Hand zu drücken», meint Michael Haupt, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Hasso-Plattner-Institut.

Die von den Bachelor-Studenten entwickelten Programme waren ursprünglich nicht ausschliesslich für den 100-Dollar-Laptop gedacht, sondern entstanden als Abschlussarbeiten innerhalb des Fachgebietes «Software-Architekturen».

Über die multimediale Umgebungsplattform «etoys», die auf dem OLPC vorinstalliert ist, lassen sich die Spiele aber problemlos nutzen.

«Günstig, flexibel, effizient und langlebig»

Bei der Realisierung des Studentenprojekts kommt dem Institut dabei zugute, dass der Leiter des Fachgebiets Software-Architekturen, Robert Hirschfeld, einen engen Kontakt zum Viewpoints Research Institute pflegt. Dieses steht dem OLPC-Projekt beratend zur Seite.

«Ziel ist es, einen sehr günstigen, flexiblen, effizienten und langlebigen Laptop anzubieten, der Funktionalität und Design ansprechend verbindet», erläutert Hirschfeld.

Mit der preiswerten und Strom sparenden Lernmaschine könne man Millionen von Kindern in den abgelegenen Regionen der Erde Zugang zu Wissen und modernen Bildungsmöglichkeiten verschaffen.

«Der Laptop hat einen drahtlosen Internetzugang eingebaut. Er kann sich ohne weiteres Zutun mit anderen Laptops seiner Art und entsprechenden Servern vernetzen», so Hirschfeld.

Kritik, die nicht geteilt wird

Die teilweise geäusserte Kritik, dass man zunächst die in vielen Gebieten herrschende Unterversorgung mit Nahrungsmitteln in den Griff bekommen müsse, bevor billige IT verteilt werde, kann man am Institut nicht teilen.

«Natürlich muss man gegen die Unterernährung etwas tun - keine Frage. Dennoch muss man sich auch bewusst sein, dass in vielen Entwicklungs- und Schwellenländer neben der Unterversorgung mit Nahrungsmitteln auch eine Unterversorgung mit Information herrscht.

Das ist für die Zukunft dieser Gegenden ein schwerwiegendes Problem», so Haupt. Den 100-Dollar-Laptop bezeichnete er als hervorragende Idee, mit der jenen Ländern vonseiten der IT geholfen werden könne.

(dl/pte)

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