Rund 17 Prozent lassen sich von Geräten im Strassenverkehr ablenken
Smartphone wird für viele Fussgänger zur Todesfalle
publiziert: Sonntag, 10. Apr 2016 / 23:07 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 10. Apr 2016 / 23:28 Uhr
Viele Fussgänger unterschätzen die Gefahren, denen sie sich selbst aussetzen, wenn sie das Smartphone benutzen.
Viele Fussgänger unterschätzen die Gefahren, denen sie sich selbst aussetzen, wenn sie das Smartphone benutzen.

Stuttgart - Immer mehr Fussgänger bringen sich durch intensive Smartphone-Nutzung im Strassenverkehr in Lebensgefahr. Zu diesem Schluss kommt eine neue Untersuchung der DEKRA Unfallforschung.

Von den fast 14'000 erfassten Fussgängern nutzten insgesamt fast 17 Prozent ihren digitalen Alleskönner auf unterschiedliche Art und Weise während ihrer Teilnahme am Strassenverkehr.

Telefonieren, Musikhören und Co

Über alle Altersgruppen hinweg tippten knapp acht Prozent der Fussgänger beim Überqueren der Strasse Text. Weitere 2,6 Prozent telefonierten und rund 1,4 Prozent taten beides gleichzeitig. Rund fünf Prozent trugen Ohrstöpsel oder Kopfhörer, ohne zu sprechen - hörten also vermutlich Musik. Wie zu erwarten war, benutzten jüngere Fussgänger tendenziell häufiger das Smartphone als ältere - wobei mit über 22 Prozent die intensivste Nutzung in der Altersgruppe zwischen 25 und 35 Jahren zu beobachten war.

«Telefonieren, Musikhören, die Nutzung von Apps oder auch das Tippen von Textnachrichten sorgen im Strassenverkehr für riskante Ablenkung», sagt Clemens Klinke, Mitglied des Vorstands DEKRA SE und verantwortlich für die Business Unit Automotive. «Viele Fussgänger unterschätzen offenbar die Gefahren, denen sie sich selbst aussetzen, wenn sie ihre Aufmerksamkeit auf solche Art vom Strassenverkehrsgeschehen abwenden», so der Experte.

Gefahren lauern immer und überall

Im Vergleich zwischen den sechs beobachteten Städten Amsterdam, Berlin, Brüssel, Paris, Rom und Stockholm fallen die Unterschiede eher gering aus. In Amsterdam war, verglichen mit allen anderen untersuchten Hauptstädten, die Handy-Nutzung quer durch alle Altersgruppen seltener. Hier lag die Quote bei 8,2 Prozent, in Rom waren es 10,6 Prozent. Brüssel (14,12 Prozent), Paris (14,53 Prozent) und Berlin (14,9 Prozent) lieferten sehr ähnliche Ergebnisse, während in Stockholm mit 23,55 Prozent die mit Abstand häufigste Nutzung zu verzeichnen war.

«Unsere Erhebungs-Teams berichteten teils von extremen einzelnen Ablenkungs-Situationen. Was immer wieder beobachtet wurde, waren Gruppen von jungen Menschen, die gemeinsam in ein Smartphone schauten, während sie die Strasse überquerten. In einem Fall kollidierte sogar die ganze Gruppe mit einem Fahrradfahrer», berichtet Klinke. Weiteres Beispiel: Eine Frau schiebt einen Kinderwagen über den Fussgänger-Überweg an einer Ampelanlage - dabei tippt sie auf ihrem Smartphone, ohne beim weiteren Überqueren auf die Ampel zu achten.

(fest/pte)

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