Dual-SIM-Smartphone von Pearl
Simvalley Mobile SP-120 im Test
publiziert: Samstag, 11. Aug 2012 / 15:11 Uhr

Das Simvalley Mobile SP-120 nimmt zwei SIM-Karten auf und kommt mit Android 4.0.3. Im Test muss das zu einem vernünftigen Preis erhältliche Smartphone zeigen, wie es bezüglich Handhabung und Verarbeitung abschneidet.

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Spannend ist bei einem Dual-SIM-Smartphone immer die Frage, ob es sich um einen «echten» Dual-SIM-Betrieb mit zwei Empfangseinrichtungen handelt, bei dem beide SIM-Karten gleichzeitig ins Netz eingebucht sind. Es gab nämlich auch schon Fälle, bei denen sich im Test herausgestellt hat, dass ein sogenanntes Dual-SIM-Handy nur ein besserer SIM-Karten-Halter mit nur einer Empfangseinheit war - mit der Konsequenz, dass eine Karte sich nicht ins Netz einbuchen konnte. Momentan kostet das Smartphone im Online-Shop von Pearl 199.90 Franken.

Technische Details: Angaben zum Teil etwas verwirrend

Einige technischen Details des Simvalley SP-120 haben wir bereits in der Produktankündigung verraten. Allerdings ist zu beachten, dass die Verpackung des Dual-SIM-Smartphones und die beiliegende Bedienungsanleitung zum Teil voneinander abweichen. Pearl hat auf Anfrage bestätigt, dass die Angaben auf der Verpackung neuer sind als in der Anleitung, die demnächst ein Update spendiert bekommt. Beispielsweise unterstützt das SP-120 HSDPA nicht nur mit 7,2 MBit/s, sondern mit 14,4 MBit/s.

Auch bei den Speicherangaben könnte der Käufer zuerst etwas verwirrt sein: Bei der Angabe «Variabler Speicher: 512 MB, erweiterbar per microSD-Karte um bis zu 32 GB» hat Pearl Arbeitsspeicher und Festspeicher miteinander vermischt. 512 MB bezeichnet die Grösse des Arbeitsspeichers. Der Festspeicher hat eine Kapazität von 3 GB, und natürlich ist nur dieser durch eine Speicherkarte erweiterbar.

Obwohl die Bedienung überwiegend über den 10,2 cm grossen Touchscreen erfolgt, verfügt das Dual-SIM-Telefon über sieben Tasten: Echte «Hardware»-Knöpfe sind der Power-Button, die Hometaste und der Lautstärke-Wippschalter. Unter dem Display liegen vier optische Tasten, und zwar jeweils ein Home-, Menü-, Such-, und Zurück-Button.

Erstes Netzteil hat nicht lange gehalten

Die Verarbeitung des Simvalley SP-120 ist für die Preislage in Ordnung: Das Gehäuse ist verwindungssteif und bei einem kräftigeren Druck auf die äussere Hülle knarzt es nirgends «im Gebälk». Allerdings sind sowohl das Displayglas als auch die schwarz glänzende Abdeckung recht anfällig für Fingerabdrücke: Schon nach wenigen Minuten ist das Telefon - selbst bei vorher gewaschenen Fingern - übersät mit Fingerabdrücken.

Der Lieferumfang beschränkt sich beim Simvalley SP-120 auf die typischen Komponenten Kophörer, USB-Kabel und Netzteil. Das Ladegerät unseres Testgeräts hat allerdings nicht besonders lange gelebt: Bereits während des zweiten Ladevorgangs verabschiedete es sich mit einem vernehmbaren Zischen und verbranntem Geruch ins Nirvana. Pearl hat in unserem Fall aber blitzschnell reagiert und uns innerhalb eines Tages ein neues Netzteil per 12:00-Uhr-Express-Sendung zukommen lassen. Wenn Pearl seine Kunden bei einem Netzteilausfall denselben Service zukommen lässt, ist das lobenswert. Das Ersatz-Netzteil arbeitete von Anfang an ohne Beanstandung. Wir können also davon ausgehen, dass es sich beim ersten Netzteil um ein klassisches «Montags-Exemplar» gehandelt hat, nicht um eine fehlerhafte Serie.

Flüssige Bedienung und Anwendungen

Die Geschwindigkeit des Prozessors mit einer Taktfrequenz von 1 GHz reichte in unserem Test für eine flüssige Bedienung völlig aus. Android 4.0.3 funktionierte auf dem Simvalley SP-120 stets zuverlässig. Das Smartphone bringt im Auslieferungszustand allerdings keine Anwendungen mit, die über den Android-typischen Standard hinausgehen. Im Gegensatz zu höherwertigen Smartphones fehlen beispielsweise eine Sprachsteuerung oder Bearbeitungsmöglichkeiten für selbst aufgenommene Fotos und Videos. Auch Anwendungen für soziale Netzwerke muss der Anwender selbst installieren.

Eine lustige Anzeige erhielten wir im Einstellungsmenü bei den Systemupdates: Hier konnten wir lesen, dass die letzte Überprüfung auf Updates am 01.01.1970 stattgefunden habe. Auch die klassische Google-Suche hat im App-Menü einen ungewöhnlichen Namen - diese wird dort als «Scan» bezeichnet. Das üblicherweise als «Sitzung» bezeichnete Audio-Profil heisst beim Simvalley SP-120 «Treffen».

Fürs Fotografieren und Aufzeichnen von Videos ist das Einlegen einer Speicherkarte in das Simvalley SP-120 Pflicht, denn der interne Speicher ist dafür zu klein. Und es gehört bei Pearl zur «Preispolitik», den Kaufpreis von Smartphones dadurch gering und attraktiv zu halten, dass die Geräte in der Regel ohne Speicherkarte ausgeliefert werden. Bei der Anschaffung eines Simvalley-Smartphones sollte man eine zusätzliche Speicherkarte also immer gleich mit einplanen.

Dual-SIM-Betrieb und Kameras im Test

Um die Dual-SIM-Fähigkeit des Telefons zu testen, haben wir jeweils eine SIM-Karte von Lidl Mobile (im deutschen o2-Netz) und BILDmobil (im deutschen Vodafone-Netz) in das Simvalley SP-120 eingelegt. Im Telefonmenü gibt es zur Konfiguration der SIM-Karten die Option «SIM-Verwaltung».

Im Test des Simvalley SP-120 fanden wir heraus, dass es sich bei dem Android-Smartphone um ein echtes Dual-SIM-Smartphone handelt. Im Standby-Modus sind tatsächlich beide Karten gleichzeitig ins Netz eingebucht und ohne Umschaltvorgang erreichbar. Gleichzeitiges Telefonieren ist aber nicht möglich: Dies ermittelten wir dadurch, dass wir mit einer der SIM-Karten ein Telefongespräch aufbauten und zusätzlich die andere Karte anklingelten. In mehreren Tests ging bei der jeweils zweiten Karte immer sofort die Mailbox ran.

Auch bei der mobilen Datennutzung gibt es eine Einschränkung: Eine UMTS-Datenverbindung kann nur über die SIM-Karte aufgebaut werden, die im ersten SIM-Slot sitzt. Stellt der Anwemder die Datennutzung trotzdem auf die SIM im zweiten Steckplatz um, gibt das Telefon den Hinweis aus, dass über diesen Slot nur deutlich langsamere GPRS-Verbindungen möglich sind. Jede Umstellung der Standard-SIM für ausgehende Gespräche und SMS dauerte im Test rund 10 Sekunden, anschliessend war eine PIN-Neueingabe für beide SIM-Karten vonnöten.

Die von Pearl angegeben Akkulaufzeit bei der Sprechzeit von bis zu 240 Minuten beziehungsweise im Standbymodus von bis zu 200 Stunden halten wir für durchaus realistisch: Trotz der beiden GSM-Empfangsteile, die ja gleichzeitig in Betrieb sind, «frisst» das Simvalley SP-120 seinen Akku nicht schneller leer als andere Smartphones.

Bildqualität der Kamera

Die Bildqualität des Simvalley SP-120 kann sich für ein günstiges Smartphone dieser Preisklasse durchaus sehen lassen. Bei gutem Wetter ist es möglich, mit der 5-Megapixel-Kamera auf der Rückseite Fotos zu schiessen, die über das Niveau von Schnappschüssen hinausgehen. Dabei überzeugen die Fotos sowohl bei der Schärfe als auch bei der Objektgeometrie - stürzende Linien halten sich bei Architekturfotos in Grenzen.

Die Farbtreue der Fotos konnte im Test allerdings nicht restlos überzeugen. Bei Sonnenschein ist die Farbabweichung nicht so stark, aber bei bedecktem Himmel leidet die Echtheit der Farben dann doch etwas. Die 0,3-Megapixel-Frontkamera ist qualitativ lediglich für Videotelefonie gedacht - künstlerisch anspruchsvolle Selbstbildnisse sind damit nicht zu erwarten.

Fazit: Solides Android-Smartphone für Dual-SIM-Betrieb

Das Simvalley SP-120 überzeugt im Test durch eine solide Verarbeitung und eine flüssige Bedienung. Bei der Ausstattung und den vorinstallierten Apps kommt es allerdings über den Android-üblichen Standard nicht hinaus. Im Dual-SIM-Betrieb sind beide Karten gleichzeitig ins Netz eingebucht und erreichbar, allerdings ist UMTS nur mit einer Karte nutzbar. Damit eignet sich das Telefon gut für die gleichzeitige Nutzung einer deutschen und ausländischen SIM oder für eine Kombination aus Daten-SIM und Sprachtarif-Karte.

(Alexander Kuch/teltarif.ch)

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