«Sehender» Touchscreen reagiert auf Handzeichen
publiziert: Sonntag, 21. Okt 2007 / 11:54 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 21. Okt 2007 / 12:25 Uhr

Cambridge, Massachusetts - US-Forscher haben einen Bildschirm entwickelt, der einerseits Touchscreenfunktionen besitzt, andererseits jedoch auch Handgesten erkennen kann, die der User vor dem Bildschirm ausführt.

2 Meldungen im Zusammenhang
Dazu verfügt das Gerät über Infrarotsensoren, die Bewegungen von Händen und Fingern registrieren und in Steuerbefehle umsetzen, berichtet der NewScientist.

«Der Monitor registriert mehr als die blosse Berührung mit dem Finger und ist eigentlich sowohl Scanner als auch Kamera mit niedriger Auflösung», erläutert Shahram Izadi, der Leiter der Forschergruppe am Microsoft Lab im Cambridge.

«Sehen» durch reflektiertes Infrarotlicht

Der übliche Aufbau des LCD-Monitors wurde bei dem entwickelten Produkt mit dem Namen «ThinSight» von den Forschern um eine zusätzliche Elektronikschicht erweitert.

In dieser sind Infrarotsensoren integriert, die unabhängig von der Anzeigeschicht des Displays arbeiten. ThinSight sieht quasi, was sich vor dem Schirm tut, indem von Objekten reflektiertes Infrarotlicht von Detektoren aufgefangen wird.

Beide Hände für Steuerung nutzbar

Finger werden im Abstand von einigen wenigen Zentimetern vor dem Monitor ebenso erkannt wie Gegenstände. Die entsprechende Software wertet die Infrarotdaten aus und setzt sie in Steuerbefehle um.

Die Software des Touchscreen erlaubt es zudem beide Hände bei der Steuerung des Rechners zu verwenden. Ein Foto kann vergrössert werden, indem der User seine Finger auseinanderzieht.

Die umgekehrte Geste bewirkt eine Verkleinerung. Drehen und Wenden des Angezeigten ist ebenfalls mit zwei Fingern möglich. Ein Demonstrationsvideo findet sich bei YouTube (Siehe Link).

Einfache Integrierbarkeit

Mit der ThinSight-Technologie könnten User in Zukunft vor ihrem Bildschirm stehen und den Rechner wie im Science-Fiction-Film «Minority Report» mit blossen Handbewegungen und Gesten steuern.

Als grossen Vorteil ihrer Entwicklung betrachten die Forscher, dass die Technologie einfach in einen Monitor integriert werden kann. Bislang entwickelte Modelle zur Steuerung mit Gesten erfordern zusätzliche Kameras, die die Bewegungen aufnehmen.

Einige Innovationen zu erwarten

Mit der ThinSight-Technologie nimmt lediglich die Stärke des Monitors durch die zusätzliche Infrarotsensorschicht etwas zu. Andere Unternehmen forschen ebenfalls an «sehenden» Displays.

So hat Apple einen Bildschirm patentiert, der wie eine Webcam arbeitet. Zwischen den einzelnen Pixeln befinden sich Kamerasensoren. Sharp wiederum präsentierte ein Display, mit dem der User Visitenkarten einscannen kann.

Die Forschung an Touchscreen-Technologie, die nicht zuletzt seit dem Start von Apples iPhone besonders ins öffentliche Bewusstsein gerückt ist, wird in den kommenden Jahren noch einige Innovationen zu bieten haben.

Wahre Goldgrube

Laut Analysten wird sich dieser Branchensektor zu einer wahren Goldgrube entwickeln und in fünf Jahren 4,4 Mrd. Dollar Umsatz abwerfen.

Multifunktionale Touchscreens, die mit zusätzlicher Sensorik erweiterte Funktionen ermöglichen, stecken jedoch noch in den Kinderschuhen.

«Es ist noch sehr früh für diesen Ansatz. Die aktuellen Prototypen sind zumeist sehr klein und arbeiten noch langsam», meint Izadis Kollege Steve Hodges.

Auch herkömmliche Fernbedienung funktioniert

«In zehn Jahren werden wir jedoch viele Multi-Touch-Displays in unserer Umgebung finden», ist der Forscher überzeugt.

Durch die Einbindung von Infrarotsensoren eröffnet sich noch eine weitere Möglichkeit. ThinSight kann sowohl Infrarotsignale empfangen als auch senden.

Der Monitor funktioniert damit auch mit einer herkömmlichen Fernbedienung, mit der der Rechner gesteuert werden kann.

Daten wiederum könnten beispielsweise von einem Mobiltelefon empfangen aber auch an ein entsprechendes Gerät gesendet werden, führt Izadi seine Zukunftsvisionen aus.

(tri/pte)

Lesen Sie hier mehr zum Thema
Chiba City - Auf der japanischen ... mehr lesen
Die Massenproduktion des Touchscreens will Sharp im Frühjahr 2008 starten.
Der iPod Touch überzeugt auch durch sein grosses Display.
San Francisco - Apple hat seine ... mehr lesen
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Publinews Das Telefonmuseum Telephonica in Islikon erzählt die Geschichte der Telekommunikation von den Anfängen bis hin zur heutigen digital vernetzten Gesellschaft. Besuchen Sie uns und erleben Sie Telefongeschichte zum Anfassen, zum Hören und zum Fühlen - spannend inszeniert für Gross und Klein. mehr lesen  
Technologie  Bern - Der Technologiekonzern Ascom erwartet einen Verlust im ersten Halbjahr. Für das zweite ... mehr lesen  
Ascom ist für das zweite Halbjahr zuversichtlicher.
eGadgets Grosse Kulleraugen  Taipei - Der taiwanische Elektronik-Konzern Asus will mit einem sprechenden Roboter ins Geschäft mit dem vernetzten Zuhause ... mehr lesen  
Bereits 100 Objekte erfasst  Wil SG - Digitale Stadtpläne sollen künftig Menschen mit einer Behinderung die Orientierung erleichtern. ... mehr lesen  
Bei der Erstellung des Zugänglichkeitsplans in Wil werden auch Betroffene miteinbezogen.
Titel Forum Teaser
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    grüezi Wie lasterhaft Mitleid mitunter sein kann, beweisen Sie doch gerade ... Mo, 26.12.16 20:05
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Vom Tode träumt ein negrophiles Schäfchen doch ständig. Wenn tausende Frauen in England ... Mi, 28.09.16 11:58
  • HentaiKamen aus Volketswil 1
    Kommt wieder Aber leider eine RIESEN Verlust für Leser wie mich die nicht mit dem ... Sa, 13.08.16 01:13
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    sogar nach dem Tode hat die Kassandra noch die grösste Schnauze... jaja, diese ... Fr, 12.08.16 16:30
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Wow, wie hat sich die gute Kubra gemausert! Ich danke auch Ihnen ganz persönlich für die vielen harten und ... Mi, 20.07.16 20:25
  • Pacino aus Brittnau 731
    Übrigens, wusstet ihr schon . . . . . . dass die Foren von AZ (Wanner), 20min. und Schweizer Fernsehen ... Mi, 29.06.16 15:20
  • PMPMPM aus Wilen SZ 235
    Und jetzt? Ist noch online...? Liebes news-Team, schade ist die Situation so, dass etwas aufhören ... Di, 28.06.16 22:43
  • kubra aus Berlin 3232
    Danke für die gelebte Pressefreiheit. Damit mein ich durchaus auch den ... Di, 28.06.16 16:09
Rund 50 Prozent der beleidigenden Tweets werden von Frauen gesendet. (Symbolbild)
DOSSIER Social Media Frauenfeindlichkeit auf Twitter bleibt ein Problem Auch wenn der Twitter-CEO Dick Costello ...
 
Der Remoteserver hat einen Fehler zurückgegeben: (500) Interner Serverfehler.
Source: http://www.egadgets.ch/ajax/home_col_3_1_4all.aspx?adrubIDs=726