ETH-Forscher entwickeln
Schutz-Folie für Geldautomaten
publiziert: Freitag, 11. Apr 2014 / 16:05 Uhr
Kriminalität an Geldautomaten soll nun noch besser verhindert werden. (Symbolbild)
Kriminalität an Geldautomaten soll nun noch besser verhindert werden. (Symbolbild)

Zürich - 80 Grad heisser Schaum könnte Kriminelle künftig in die Flucht schlagen, wenn sie einen Geldautomaten beschädigen. Forscher der ETH Zürich haben eine Folie entwickelt, die bei Zerstörung reagiert. Vorbild war ein Käfer, der Angreifer mit einer Gasexplosion vertreibt.

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Der Bombardierkäfer kommt in Mitteleuropa häufig vor und wirkt auf den ersten Blick harmlos, sein chemisches Abwehrsystem ist aber aggressiv. Droht Gefahr, stösst der Käfer mit einem Knall ein ätzendes Gas aus und kann so Ameisen töten oder Frösche in die Flucht schlagen. In einer Kammer am Hinterteil werden zwei Chemikalien vermischt und mit Hilfe von Enzymen zur Explosion gebracht.

Forscher der ETH Zürich liessen sich vom Käfer inspirieren und entwickelten einen chemischen Abwehrmechanismus, der Vandalismus verhindern soll, wie es in einer Mitteilung der ETH Zürich vom Freitag heisst. Sie verwendeten dafür Kunststofffolien mit einem Wabenmuster.

In die Hohlräume der einen Folien füllten sie Wasserstoffperoxid, in die andere Mangandioxid und klebten die Folien aufeinander. Eine Schicht Klarlack trennt die beiden Folien. Bei einem Stoss zerbricht die Trennschicht, die beiden Chemikalien mischen sich und es kommt zu einer heftigen Reaktion. Resultat ist ein Schaum, der 80 Grad heiss wird.

40 Dollar pro Quadratmeter Folie

Die neu entwickelte Folie könnte sich besonders gut für den Schutz von Bancomaten oder Geldtransporten eignen, schreiben die Forscher in ihrem Paper, das im «Journal of Materials Chemistry A» erschienen ist.

Für den Schutz von Geldkassetten präparierten die Forscher die Folie, indem sie zum Mangandioxid noch zusätzlich einen Farbstoff und in Nanopartikel gehüllte DNA hinzufügten. Wird die Folie zerstört, tritt mit dem Schaum auch der Farbstoff aus und entwertet das Geld. Durch die ebenfalls freigesetzten DNA-Nanopartikel sind die Scheine zudem markiert, so dass ihr Weg zurückverfolgt werden kann.

Laborexperimenten mit 5-Euro-Banknoten zeigten, dass das Verfahren funktioniert. Gemäss den Forschern sind zudem die Kosten für die Folie vernünftig. Sie rechnen mit einem Preis von gut 40 Dollar pro Quadratmeter Folie.

(awe/sda)

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