Klappmikro, Audio-Aufnahme und Profile für über 1 000 DM
Retro-Test: Das Sony Z1 plus von 1997
publiziert: Dienstag, 2. Apr 2013 / 09:38 Uhr

Kennen Sie Klaus Borowski? Sicher haben Sie schon von ihm gehört? Er ist Tatort-Ermittler und wird gespielt von Axel Milberg. Seine Markenzeichen: Wortkarg, oftmals schlecht gelaunt und alles andere als modern. Sein fahrbarer Untersatz: Ein alter VW Passat. Und was hat das nun mit Mobiltelefonen zu tun? Das beantworten wir gerne.

Borowski verwendet in seinen Auftritten - Achtung, absolut Retro - ein Sony Z1 (oder Z1 plus) als Handy. Und was ist daran so besonders? Ganz einfach: Das Handy kam vor über 15 Jahren auf den Markt.

Apple iPhone? 2007 erstmals gestartet - ein absoluter Jungspund. Nokia 6310? Im Alter von zehn Jahren nicht mehr ganz so jung, aber kein Vergleich. Sony Ericsson T68i? Kam im Jahr 2002 auf den Markt. Alles Klassiker der Handy-Geschichte. Noch einmal fünf Jahre früher, also 1997, startete das Sony Z1 in Deutschland, sein Nachfolger Z1 plus, der nur in kleinen Details verändert wurde, folgte kurz darauf. Wie jeder weiss: 15 Jahre sind im Mobilfunkmarkt eine halbe Ewigkeit. Zeit herauszufinden, was sich mit dem Z1 heute noch so anstellen lässt.

Sony Z1 wiegt nur knapp mehr als ein Nokia Lumia 920

Doch zunächst einmal zu den harten Fakten. Mit einer Breite von sechs und einer Höhe von 9,88 Zentimeter wirkt das Z1 plus auch aus heutiger Sicht verhältnismässig kompakt. Allein die Dicke von 2,6 Zentimeter zeigt, dass es sich um ein schon etwas älteres Modell handeln muss. Das Gewicht von 195 Gramm dagegen findet sich auch bei heutigen Smartphones noch - denken wir etwa an das Nokia Lumia 920 mit Windows Phone 8 (185 Gramm). Wirklich riesig ist das Display des Z1 plus, zumindest aus damaliger Sicht. Es misst 4,6 Zentimeter in der Diagonale, das entspricht 1,8 Zoll. Zum Vergleich: Spätere Highend-Geräte wie das Sony Ericsson T68i kamen Jahre danach mit 1,6 Zoll auf den Markt.

Mit seinen Massen und seinem Gewicht war das Sony Z1 plus zu seiner Zeit ein wirklich kleines und leichtes Mobiltelefon, das sich auch gut in der Hosen- oder Sakkotasche transportieren liess. Erreicht hatte Sony diese kompakten Masse durch zwei Kniffe: Zum einen liess sich die (ohnehin schon drei Zentimeter aus dem Gehäuse ragende) Antenne noch einmal auf die doppelte Länge ausziehen, was die Empfangsqualität, besonders in schlecht versorgten Regionen, spürbar steigerte. Zum anderen hatte Sony das Mikrofon ausgelagert: Es liess sich aus dem Gehäuse ausklappen - das Gerät schloss damit an der Vorderseite mit den Tasten und nicht mit einem Einlass fürs Mikrofon ab.

Auch heute noch können Sie mit einem Z1 plus beeindrucken. Stellen Sie sich vor: Es klingelt, sie nehmen das Handy aus der Tasche, ziehen die Antenne heraus und klappen das Mikrofon aus - ohne eine Taste zum Abheben zu drücken. Okay, Retro ist das schon, aber wer nicht erst in der Zeit der aktuellen Smartphones aufgewachsen ist, wird verstehen, was wir meinen.

Sie denken, Auszieh-Antenne und Klappmikrofon sind die wahren Highlights des Z1 plus? Mitnichten! Zunächst ist die Bedienung unbedingt er­wähnens­wert: Sony löste die Menü­navi­gation in den Zeiten vor dem Joint-Venture mit Ericsson, das immerhin bis 2012 hielt, durch ein so genanntes Jogdial-Rädchen. Mit diesem Rad konnte nach oben und unten geblättert und durch einen Druck ein Menüpunkt ausgewählt werden. Dadurch sparte Sony auf der Frontseite ordentlich Platz ein, da keine Tasten für die Navigation (etwa eine Vier-Wege-Taste) benötigt wurden. Das Jogdial-Rad schaffte es übrigens noch in viele andere Sony-Telefone und kam bis zum Jahr 2007 zum Einsatz, zuletzt im Walkman-Smartphone W960 von Sony Ericsson. Natürlich hatte das Z1 plus auch Dinge an Bord, die für den Umgang mit einem Mobiltelefon wirklich essenziell sind: Telefonbuch und Wecker gab es ebenso wie einen Taschenrechner und einen einfachen Kalender. Ausserdem verfügte das Z1 plus über einen Ein-/Aus-Timer sowie eine Audio-Aufnahmefunktion.

Zwar durften die Aufnahmen nur 20 Sekunden lang sein, aber für einen kurzen Gesprächsmitschnitt (etwa die Ansage einer Telefonnummer oder Adresse) oder für eine Sprachnotiz reichte das allemal. Zum Aufnehmen musste einfach die rote Taste an der Gehäuseseite gedrückt gehalten werden, zum Abspielen reichte ein einfacher Tastendruck. Ein später weit verbreitetes Feature brachte das Z1 plus ebenfalls mit: Profile. Drei Stück standen zur Verfügung - neben normalem Klingeln war dies der Lautlos-Modus sowie ein Sperr-Modus, in dem sich die Tastatur erst dann bedienen liess, wenn das Mikrofon ausgeklappt wurde - eine «Vorform» der Tastensperre. Ein Vibrationsalarm fehlte dem Z1 plus noch.

Ja wo sind denn bloss Kalender und Taschenrechner?

Die Bedienung des Z1 plus geht auch heute noch dank des Jogdial-Rades schnell von der Hand. Der riesige Vorteil liegt darin, dass eine problemlose Einhand-Bedienung möglich ist. Wer das Gerät heute in die Hände bekommt, wird sich aber über die Menüführung wundern, die auf drei Ebenen aufgeteilt ist. 1. Die Menütaste öffnet lediglich die Einstellungen sowie das SMS-Menü. 2. Ein Druck auf das Jogdial-Rad führt zum Telefonbuch. 3. Ein schnelles Drehen am Rädchen zeigt die Profile an, ausserdem finden sich hier nach einem weiteren Drehen der Taschenrechner und der Kalender.

Zur Markteinführung im Jahr 1997 kostete das Sony Z1 (offiziell Sony CMD-Z1) über 1 100 DM. Preislich ist es somit vergleichbar zu einem heutigen Highend-Smartphone. Wer heute noch ein Z1 ergattern möchte, findet von Zeit zu Zeit in Online-Auktionshäusern noch Angebote. Schwierig wird es aber zukünftig mit der Akku-Versorgung - denn selbst die Nachbauer haben ihre Arbeit für ein solch altes Gerät längst eingestellt.

(Johannes Michel/teltarif.ch)

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