Aufspüren gefährlicher Materialien
Radioaktivitäts-Screening aus der Ferne möglich
publiziert: Dienstag, 22. Mrz 2016 / 09:49 Uhr
Gelangen die Stoffe in die falschen Hände, können sie für die Menschen gefährlich werden. (Symbolbild)
Gelangen die Stoffe in die falschen Hände, können sie für die Menschen gefährlich werden. (Symbolbild)

Amerikanische Forscher haben es sich zum Ziel gesetzt, radioaktives Material auch aus der Ferne erkennen zu wollen.

Das soll in weiterer Folge dabei helfen, Terroranschläge mit schmutzigen Bomben, die aus herkömmlichen Sprengstoffen, aber auch radioaktivem Material bestehen, zu verhindern. Die Technologie, die zum Aufspüren über Distanzen von einigen hundert Metern geeignet ist, wurde an der University of Maryland entwickelt.

Radioaktive Strahlung wird zwar auch in der Medizin oder im Baugewerbe eingesetzt. Gelangen die Stoffe aber in die falschen Hände, können sie für die Menschheit gefährlich werden. Das Forscherteam rund um Joshua Isaacs arbeitet deswegen daran, ein mobiles Gerät zu entwickeln, das beispielsweise in einem Lastwagen durch die Strassen transportiert und die Umgebung nach radioaktiven Stoffen absuchen könnte - zum Beispiel auch Frachtschiff-Container am Hafen.

Zerfallsprozesse simuliert

Eine erhöhte Dichte an Ionen in der Umgebung des radioaktiven Materials, wie zum Beispiel Cobalt-60, ist dafür verantwortlich, dass die Forscher dieses auch aus der Ferne aufspüren können. Isaacs hat berechnet, dass ein schwacher Laserstrahl, der in die Nähe des Materials gerichtet wird, Elektronen von den umgebenden Sauerstoffionen freisetzen würde. Dies geschieht, wenn radioaktive Elemente bei ihrem Zerfall Gamma-Strahlung aussenden.

Ein zweiter, stärkerer Laser würde dann diese freigesetzten Elektronen aktivieren, die sich wiederum - wie beim echten Zerfall von radioaktivem Material - an Sauerstoff-Moleküle binden. Dadurch entstehen erhöhte Levels an negativ geladenen Sauerstoffionen in der Umgebung des radioaktiven Materials. Wenn dieser Prozess in der Luft einen gewissen Punkt erreicht, wird das Licht des starken Lasers reflektiert.

Gut entwickelte Technologie

«Wir haben berechnet, dass wir ohne Probleme zehn Milligramm Cobalt-60 mit einem Laser, der im Umkreis von einem halben Meter auf eine nicht abgeschirmte Quelle gerichtet wird, auffinden könnten. Das ist ein Bruchteil dessen, was vielleicht in einer schmutzigen Bombe verwendet wird», erläutert Isaacs. Wann die Technologie marktreif sein wird, kann er noch nicht prognostizieren, aber: «Wir haben Wert darauf gelegt, bereits gut entwickelte Technologien für jede Komponente des vorgeschlagenen Systems zu wählen.»

(arc/pte)

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