Unmittelbare räumliche Nähe
Preiswertes Verfahren für Telepräsenz
publiziert: Donnerstag, 29. Mai 2014 / 00:04 Uhr
Telepräsenz-System von Quintetto.
Telepräsenz-System von Quintetto.

Aosta - Das zum Nationalen Forschungsrat CNR gehörende Istituto Nazionale di Ottica hat in Zusammenarbeit mit der italienischen Firma Quintetto ein kostengünstiges System für Telepräsenz entwickelt.

Mithilfe holografischer Verfahren können auf diese Weise zwei geografisch weit voneinander entfernte Personen in scheinbar greifbare Nähe gebracht werden.

2D-Bild in 3D-Umfeld eingefügt

Herzstück des von der Landesregierung des Aostatales kofinanzierten Projektes «Teleprezenza Olografica» ist ein in ein ad hoc konstruiertes dreidimensionales Umfeld eingefügtes zweidimensionales Bild, das den Eindruck einer unmittelbaren räumlichen Nähe vermittelt. «Die betreffende Person hat den Eindruck, ihrem Ansprechpartner direkt gegenüberzusitzen», so Projektmitarbeiter Luca Mercatelli.

Ein wichtiger Teil des Entwicklungsaufwandes wurde deshalb den chromatischen und photometrischen Bestandteilen des dreidimensionalen Umfeldes gewidmet. Dabei kamen die einschlägigen wissenschaftlichen Erfahrungen auf den Gebieten der Beleuchtungstechnik und Optik zur Anwendung. «Mit dieser Technologie öffnen sich neue Wege in Bereichen, in denen es auf eine möglichst wirklichkeitsnahe Wahrnehmung ankommt», weiss Institutsdirektor Paolo De Natale.

Zahlreiche Anwendungen denkbar

In Frage kommende Anwendungsgebiete sind beispielsweise Kontakte mit Behörden und älteren Menschen, aber auch mit Unternehmen, Banken, Ärzten und Einrichtungen des Fremdenverkehrs. «Die Verbreitung holografischer Kommunikation ist wegen der hohen Kosten heute noch relativ gering», bestätigt Quintetto-Chef Givanni Iamonte.

Mit der innovativen Telepresenza Olografica könnte sich dies ändern, da das System trotz des hohen Datenaustausches und der Interaktion in Realzeit mit den von den Providern üblicherweise angebotenen Übertragungsraten auskommt. Die 2005 gegründete Quintetto mit Sitz in Pont St. Martin bei Aosta ist auf interaktive Softwarelösungen für Industrie- und Handelsfirmen spezialisiert. Zum Kundenkreis gehören unter anderem die Bankengruppe UniCredito, der Kaffeehersteller Lavazza und die italienische Staatsbahn Trenitalia.

(bert/pte)

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