Pornofilter für «Entwicklungshilfe»-Laptop
publiziert: Mittwoch, 25. Jul 2007 / 09:30 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 25. Jul 2007 / 10:09 Uhr

Cambridge, Massachusetts - Die Organisation One Laptop per Child (OLPC) stattet ihre für Dritte-Welt-Kinder entworfenen 100-Dollar-Laptops, deren offizielles Rollout für Oktober angesetzt ist, mit Pornofiltern aus.

Schockierend? Jugendliche in der «Dritten Welt« surfen auch auf Sex-Seiten.
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Damit reagiert die von Nicholas Negroponte ins Leben gerufene Initiative auf Medienberichte, denen zufolge nigerianische Schüler mit XO-Laptops auf pornographischen Seiten gesurft haben sollen.

Die staatliche Presseagentur News Agency of Nigeria (NAN) erklärte das Projekt daraufhin für gescheitert.

«Die Bemühungen den Grundschul-Unterricht in Abuja mit Laptops zu unterstützen sind gescheitert, nachdem die Schüler auf Webseiten mit nicht jugendfreien pornographischen Inhalten surften», berichtet NAN.

Wayan Vota, IT-Fachmann und Beobachter des OLPC-Projekts, vermutet hinter dem NAN-Bericht jedoch einen Journalisten auf der Suche nach einer Titelgeschichte oder einen persönlichen Gegner des Projekts. «OLPC Nigeria reagierte schnell und XO-Computer werden ab jetzt mit Filtern ausgestattet», verteidigt Vota das Projekt auf seiner Webseite.

Nebenwirkungen wie überall

Der Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien in der Entwicklungszusammenarbeit bietet jedenfalls viele Möglichkeiten, wie auch das Mobiltelefon, das sich in Afrika überraschend stark ausgebreitet hat. «Diese Technologien bieten Entwicklungen, die aber unvorhersehbar sind.

Die Nebenwirkungen sind nicht abzusehen und auch nicht vermeidbar, genauso wenig wie hier», sagt Peter Rave, Projektmitarbeiter der deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ). Diese Probleme müssten durch Medienkompetenz entschärft werden, die in den Entwicklungsländern weder die Kinder, die Eltern noch die Lehrer haben, so Rave.

Kritik am OLPC

Die Initiative gerät nicht zum ersten Mal in Verbindung mit Pornographie in die Schlagzeilen. In Thailand, wo OLPC wie in Nigeria als Pilotprojekt startete, soll durch die Mini-Computer Kinderpornografie verstärkt aufgetreten sein.

Dass die Kinder die Laptops für den angedachten Zweck nutzen, nämlich das Lernen zu lernen, zeigt eine Gruppe von Schülern im Alter von neun bis elf Jahren, die ein digitales Wörterbuch in zwei verschieden lokalen Sprachen Nigerias erstmals digital erstellen. Kritiker des Projekts halten entgegen, dass es in vielen Gegenden an Schulgebäuden und Trinkwasser fehle, während die Regierungen Millionen für die Computer ausgeben sollen.

In diesen Tagen beginnt indes die Massenproduktion des 100-Dollar-Laptops, der im Oktober für 350 Dollar auf den Markt kommen soll. Die Hersteller haben es dabei auch auf den US-Markt abgesehen und wollen von den Weihnachtsverkäufen profitieren. Die Gewinne sollen in das Projekt fliessen.

(bert/pte)

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