Philips greift nach LED-Millionenpreis
publiziert: Samstag, 26. Sep 2009 / 14:15 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 27. Sep 2009 / 19:44 Uhr

Washington/Burlington - Philips greift mit einem LED-Ersatz für herkömmliche 60-Watt-Glühbirnen nach einem Preisgeld von zehn Mio. Dollar.

Um den Preis zu bekommen, muss ein potenzieller LED-Glühbirnenersatz beachtliche Anforderungen erfüllen.
Um den Preis zu bekommen, muss ein potenzieller LED-Glühbirnenersatz beachtliche Anforderungen erfüllen.
5 Meldungen im Zusammenhang
Weiterführende Links zur Meldung:

Bright Tomorrow Lighting Prize

lightingprize.org

Der Konzern hat als erstes Unternehmen der Welt einen LED-Beleuchtungskörper als Kandidat für den Bright Tomorrow Lighting Prize (L Prize) des United States Department of Energy (DOE) eingereicht.

Um den Preis abzustauben, muss ein potenzieller Glühbirnenersatz auf LED-Basis beachtlich Anforderungen unter anderem in Sachen Effizienz, Verbrauch und Lichtfarbe erfüllen.

Das DOE hat die Latte dabei bewusst hoch gelegt - obwohl LED-Beleuchtungslösungen längst den Markt erreicht haben, hat es rund 16 Monate gedauert, ehe überhaupt ein Unternehmen nach dem Preisgeld greift.

Komplexe Anforderungen

Der L Prize fordert von einem LED-Glühlampenersatz eine Lichtausbeute von mindestens 90 Lumen pro Watt (lm/W), einen Verbrauch von weniger als zehn Watt (W) und einen Lichtstrom, der zumindest dem einer 60-W-Glühbirne entspricht. Das sind Anforderungen, die auf den ersten Blick nicht all zu schwer scheinen - immerhin gibt es bereits kommerzielle Produkte, die vergleichbare Leistungsmerkmale beanspruchen.

«Aktuelle LEDs, die mit an die 100 lm/W im Datenblatt stehen, erreichen diesen Wert im System nicht», betont allerdings Nils Haferkemper vom Fachgebiet Lichttechnik der TU Darmstadt. Bei Retrofit-Lampen sei mit einer Betriebstemperatur von etwa 80 Grad zu rechnen, wodurch eine nominelle Effizienz von 100 lm/W auf real unter 70 lm/W sinke.

Auch in anderen Bereichen sind die Anforderungen des L Prize beachtlich. Das betrifft beispielsweise den Farbwiedergabeindex (Colour Rendering Index, CRI), der widerspiegelt, wie naturgetreu Farben unter einer Lichtquelle wirken. Ein Wert von 100 wäre ideal und Glühbirnen erreichen diesen teilweise. «LEDs mit über 90 lm/W erreichen derzeit nur einen CRI von etwa 70», so Haferkemper. Die Anforderung an einen potenziellen L-Prize-Gewinner liegt deutlich höher, mindestens 90 muss der Farbwiedergabeindex betragen.

Auch die vom DOE geforderte Farbtemperatur von 2700 bis 3ß00 Kelvin ist eine ernstzunehmende Hürde. «Solche Werte können zwar schon gut erreicht werden, aber die Effizienzen liegen dabei deutlich unter jenen von kaltweissen LEDs», meint der Lichttechniker. Bei jüngst ausgemessenen, demnächst auf den Markt kommenden Lösungen im geforderten Farbtemperaturbereich liege die Lichtausbeute bei nur 40 bis 50 lm/W.

Ausgiebige Tests

Der Wettbewerb stellt also tatsächlich beachtliche Anforderungen an einen LED-Ersatz für die 60W-Glühbirne. «Philips ist überzeugt, dass das eingereichte Produkt alle Kriterien des L Prize erreichen oder übertreffen wird», sagt freilich Rudy Provoost, CEO bei Philips Lighting. Ob das wirklich der Fall ist, werden nun ausgiebige Tests in unabhängigen Laboren prüfen.

Das Rennen um die zehn Mio. Dollar ist also längst noch nicht gemacht. «Das Feld ist offen und wir hoffen, dass wir weitere Teilnehmer von kleinen und grossen Herstellern bekommen», so Jim Broderick, DOE Solid-State Lighting Program Manager. Das Energiesparpotenzial durch eine den Wettbewerbskriterien genügende LED-Birne wäre jedenfalls gewaltig. Laut DOE werden allein in den USA jährlich 425 Mio. 60-W-Glühbirnen verkauft, sodass US-Haushalte insgesamt 34 Terawattstunden Strom pro Jahr einsparen könnten.

Der L Prize wurde bereits im Mai 2008 vom DOE ausgesetzt, dennoch hat erst jetzt mit Philips erstmals ein Unternehmen einen LED-basierten Glühbirnenersatz als preiswürdig eingereicht. Dabei handelt es sich um die einfachste von drei Wettbewerbskategorien. Auch für einen Halogenlampenersatz, der noch höhere Anforderung erfüllen müsste, ist ein - bislang unbeanspruchtes - Preisgeld ausgesetzt. Ferner wird auch nach einer «21st Century Lamp» gesucht. In diesem Fall sind bisher nicht einmal die genauen Anforderungen an das Produkt definiert.

(bert/pte)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese egadgets.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Bei der Google I/O-Konferenz wurde das Android@Home Netzwerk vorgestellt, das Heim-Automation auf eine neue Ebene ... mehr lesen
Eine LED-Birne, die mit Android gesteuert wird.
Trotz Gewinn bleibt Philips vorsichtig.
Amsterdam - Der niederländische Elektronikkonzern Philips hat im dritten Quartal überraschend einen Gewinn ... mehr lesen
Etschmayer So, die ersten herkömmlichen Glühbirnen sind in der EU verboten und in nicht allzu langer Zeit wird auch die Schweiz nachziehen und die mattierten 100 ... mehr lesen  1
Green Investment München - Eine aktuelle Siemens-Vergleichsstudie zur Ökobilanz verschiedener Beleuchtungsmittel kommt zu einem ... mehr lesen
LED-Lampen sind im Betrieb fünfmal günstiger als Glühbirnen.
Bis 2012 sollen in europäischen Haushalten nur noch stromsparende Glühbirnen brennen.
Green Investment Brüssel - Bis 2012 sollen in europäischen Haushalten, Büros, Industrieanlagen und Strassen nur noch stromsparende ... mehr lesen
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 20
Publinews Das Telefonmuseum Telephonica in Islikon erzählt die Geschichte der Telekommunikation von den Anfängen bis hin zur heutigen digital vernetzten Gesellschaft. Besuchen Sie uns und erleben Sie Telefongeschichte zum Anfassen, zum Hören und zum Fühlen - spannend inszeniert für Gross und Klein. mehr lesen  
Technologie  Bern - Der Technologiekonzern Ascom erwartet einen Verlust im ersten Halbjahr. Für das zweite Halbjahr zeigt sich Ascom in einer ... mehr lesen
Ascom ist für das zweite Halbjahr zuversichtlicher.
eGadgets Grosse Kulleraugen  Taipei - Der taiwanische Elektronik-Konzern Asus will mit einem sprechenden Roboter ins ... mehr lesen  
Bereits 100 Objekte erfasst  Wil SG - Digitale Stadtpläne sollen künftig Menschen mit einer Behinderung die Orientierung erleichtern. Die Stadt Wil wurde von Pro Infirmis ... mehr lesen
Bei der Erstellung des Zugänglichkeitsplans in Wil werden auch Betroffene miteinbezogen.
Titel Forum Teaser
  • Kassandra aus Frauenfeld 1780
    Vom Tode träumt ein negrophiles Schäfchen doch ständig. Wenn tausende Frauen in England ... Mi, 28.09.16 11:58
  • HentaiKamen aus Volketswil 1
    Kommt wieder Aber leider eine RIESEN Verlust für Leser wie mich die nicht mit dem ... Sa, 13.08.16 01:13
  • keinschaf aus Wladiwostok 2823
    sogar nach dem Tode hat die Kassandra noch die grösste Schnauze... jaja, diese ... Fr, 12.08.16 16:30
  • Kassandra aus Frauenfeld 1780
    Wow, wie hat sich die gute Kubra gemausert! Ich danke auch Ihnen ganz persönlich für die vielen harten und ... Mi, 20.07.16 20:25
  • Pacino aus Brittnau 731
    Übrigens, wusstet ihr schon . . . . . . dass die Foren von AZ (Wanner), 20min. und Schweizer Fernsehen ... Mi, 29.06.16 15:20
  • PMPMPM aus Wilen SZ 235
    Und jetzt? Ist noch online...? Liebes news-Team, schade ist die Situation so, dass etwas aufhören ... Di, 28.06.16 22:43
  • kubra aus Berlin 3232
    Danke für die gelebte Pressefreiheit. Damit mein ich durchaus auch den ... Di, 28.06.16 16:09
  • Kassandra aus Frauenfeld 1780
    Nur ein ziemlicher Trottel kann annehmen, dass es etwas mit Zivilcourage zu hat, wenn er an einer ... Fr, 17.06.16 12:02
Rund 50 Prozent der beleidigenden Tweets werden von Frauen gesendet. (Symbolbild)
DOSSIER Social Media Frauenfeindlichkeit auf Twitter bleibt ein Problem Auch wenn der Twitter-CEO Dick Costello ...
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Sa So
Zürich 10°C 24°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig Wolkenfelder, kaum Regen
Basel 12°C 25°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig bewölkt, etwas Regen
St. Gallen 12°C 22°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig Wolkenfelder, kaum Regen
Bern 9°C 23°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig bewölkt, etwas Regen
Luzern 10°C 23°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig Wolkenfelder, kaum Regen
Genf 10°C 24°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig stark bewölkt, Regen
Lugano 16°C 23°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Wolkenfelder, kaum Regen bedeckt, wenig Regen
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten