One wird zu Orange: «Preisschlacht nicht angezettelt»
publiziert: Montag, 22. Sep 2008 / 13:52 Uhr

Wien - Ab heute, Montag, heisst das drittgrösste österreichische Mobilfunkunternehmen One nun Orange . Die im Vorfeld stark beworbene Umbenennung der Marke läutet die France-Télécom-Tochter mit Tarifen wie «Hallo Europa 0» ein, bei dem für 25 Euro pro Monat um null Cent in alle EU-Netze sowie in die Schweiz, Liechtenstein und Norwegen telefoniert werden kann.

Orange ist noch vor der Deutschen Telekom und der britischen Vodafone in Europa der grösste sowie weltweit der drittgrösste Mobilfunkkonzern.
Orange ist noch vor der Deutschen Telekom und der britischen Vodafone in Europa der grösste sowie weltweit der drittgrösste Mobilfunkkonzern.
Eine so von vielen Mobilfunkfachleuten erwartete Preisschlacht zum lukrativen Weihnachtsgeschäft sieht das Unternehmen jedoch nicht.

«Trotz der von uns bereits Ende der vergangenen Woche angekündigten Tarifangebote haben wir das Preislevel beibehalten. Von der Anzettelung einer Preisschlacht in der heimischen Mobilfunkbranche kann also nicht die Rede sein», sagt Orange-Sprecherin Petra Jakob. Vielmehr habe man sich auf den Markenrelaunch konzentriert, der sich als internationaler Trend bewährt hat.

Mit der bereits seit November des Vorjahres vorbereiteten Umbenennung soll sich laut Jakob bis auf die Namensänderung nichts gravierend für die Kunden verändern. Mit einem eigenen Angaben nach internationalen Marktanteil von 17 Prozent ist Orange International noch vor der Deutschen Telekom und der britischen Vodafone in Europa der grösste sowie weltweit der drittgrösste Mobilfunkkonzern.

Lokale Marken verschwinden zunehmend

«Die internationale Mobilfunklandschaft verändert sich mehr und mehr, wobei lokale Marken zunehmend verschwinden. Dass eine positiv besetzte Marke wie One in Österreich nun nicht mehr existiert, ist zwar schade. Für die Zukunft sind wir mit dieser Markenstrategie jedoch gut gerüstet», so Jakob.

Dass man sich den Kundenwünschen angepasst hat, zeigt sich vor allem in den neuen Tarifen des Konzerns. Orange-Österreich-Chef Michael Krammer wies bereits bei der Vorstellung der Produkte am Freitag darauf hin, dass die Österreicher dreimal mehr ins Ausland als im Inland telefonieren.

Obwohl Jakob einen Preiskampf als nicht zielführend herausstreicht, dürfte das Segment der Auslandstelefonie den Wettbewerb im österreichischen Mobilfunkmarkt mit «Hallo Europa 0» beleben.

Angebot für Wenigtelefonierer

Dabei lockt Orange neben dem monatlichen Fixpreis von 25 Euro für Neukunden bei Erstanmeldung bis zum 31. Januar 2009 zudem mit dem Entfallen der Kosten für Aktivierung, Rufnummernportierung und Grundgebühr für sechs Monate. Eine Beschränkung von 1000 Minuten pro Monat gibt es jedoch. Alles, was darüber hinaus telefoniert wird, kostet zehn Cent pro Minute, wobei nur Telefonate im heimischen Orange-Netz auch bei Überschreitung kostenlos bleiben.

Dass sich das Geschäft lohnen wird, sieht Krammer darin bestätigt, dass 96 Prozent der Kunden unter 1000 Minuten im Monat telefonieren. Wenigtelefonierer will man ohne Grundgebühr, einem Mindestumsatz von zehn Euro sowie fünf Cent pro Minute in alle österreichischen Netze und europäischen Festnetze ansprechen (Tarif: «Hallo Europa 5»).

Insider über Erfolg zwiegespalten

Dass die Europatelefonie ganz im Fokus des Unternehmens steht, zeigt sich auch darin, dass bestehenden Kunden bis zum 31. Oktober 2008 ein Europa-Zusatzpaket angeboten wird. Um fünf Euro zahlt man für Anrufe ins europäische Festnetz einen Cent sowie ins EU-Mobilnetz zehn Cent je Minute. Die Vertragslaufzeit ändert sich dadurch jedoch nicht. Ob mit den neuen Produkten der gewünschte Erfolg eintreffen wird, beurteilen Insider zwiegespalten.

Vor allem in Hinblick auf die Löschung der One-Marke gerät das weltweit 170 Mio. Kunden betreuende und 2007 knapp 53 Mrd. Euro erwirtschaftende Unternehmen stark in die Kritik. Eigenen Angaben nach hat One/Orange rund zwei Mio. Kunden und setzte 2007 mit 850 Mitarbeitern rund 624 Mio. Euro um. Die neue, aggressive Tarifpolitik hat Konkurrent und heimischer Marktführer mobilkom austria bereits kommentiert. So freue man sich auf einen «sportlichen Wettbewerb».

(fest/pte)

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