Neuer Ansatz
Nokia-Experiment: Blitz lädt Handyakku
publiziert: Donnerstag, 3. Okt 2013 / 10:49 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 3. Okt 2013 / 11:18 Uhr
Natürlich ist diese Art von Experiment nicht ungefährlich.(Symbolbild)
Natürlich ist diese Art von Experiment nicht ungefährlich.(Symbolbild)

Southampton - Forscher der University of Southampton haben einen neuen Weg gefunden, um die stromfressenden Akkus von Laptops, Tablets und Smartphones schnell wieder aufzuladen. Um den Energiespeichern neues Leben einzuhauchen, greifen die findigen Wissenschaftler einfach auf eine natürliche Ressource zurück: Blitze.

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Diese werden per Laborversuch künstlich erzeugt, indem Wechselstrom durch einen Spannungswandler auf 200'000 Volt gebracht und durch eine lediglich 30 Zentimeter grosse Lücke gejagt wird. Die gewaltige Energie, die dabei entsteht, wird auf der anderen Seite wieder eingefangen, so dass das Laden des Akkus eines Nokia Lumia 925 möglich ist.

«Wir waren begeistert, als wir gesehen haben, dass die Schaltkreise des Nokia-Handys irgendwie das unruhige Signal stabilisieren konnten und es auf diese Weise ermöglicht haben, die Batterie des Gerätes wieder aufzuladen», zitiert BBC News Neil Palmer vom Tony Davies High Voltage Laboratory der University of Southampton. Bei dem erfolgreichen Versuch handle es sich um eine Machbarkeitsstudie, die als Experiment in Kooperation mit Nokia durchgeführt worden ist. «Das Anzapfen der Naturkräfte in dieser Form könnte Energiequellen für Gebiete mit schlechter Versorgungsleistung hervorbringen», so die grundlegende Idee.

Gefährlicher Versuch

Für ihr ambitioniertes Laborexperiment haben Palmer und sein Team eine komplexe Versuchsanordnung erdacht, bei der Wechselstrom von einem Spannungsumwandler auf 200'000 Volt gebracht und durch eine kleine Lücke von 30 Zentimetern geschickt wird. Das Resultat ist ein künstlich erzeugter Blitz. Die dabei austretende Energie wird auf der anderen Seite von einem zweiten «kontrollierenden Spannungswandler» wieder eingefangen und gewissermassen «beruhigt», um das Laden des Handyakkus zu ermöglichen.

Natürlich ist diese Art von Experiment nicht ungefährlich. «Versucht das bloss nicht zu Hause», warnt Nokia mögliche Nachahmer und weist im gleichen Atemzug darauf hin, dass in Grossbritannien pro Jahr im Schnitt drei Menschen von Blitzen getroffen werden. «Uns geht es mit diesem Versuch darum, die Grenzen der Technologie zu erweitern», betont Chris Weber, Executive Vice-President im Sales-Bereich bei Nokia. «Diese Entdeckung beweist, dass es möglich ist, Geräte mit einer Spannung zu laden, die sich durch die Luft bewegt. Es ist auch ein grosser Schritt in Richtung eines besseren Verständnisses des Blitzphänomens», ergänzt Palmer.

Lösung des Akku-Problems

Moderne Smartphones, Tablets oder Laptops sind wahre Energiefresser. Die Hersteller sind sich dieses Umstands bewusst und suchen bereits seit geraumer Zeit nach innovativen Möglichkeiten und Lösungen, um die Kapazität und Laufzeit der Akkus zu verbessern. Das aktuell beschriebene Experiment ist nur einer der Ansätze, der zurzeit erprobt wird. Andere Konzepte scheuen dabei auch nicht davor zurück, mit auf den ersten Blick eher ungeeigneten Rohstoffen zu experimentieren. So gab es bereits Versuche mit Reishülsen oder menschlichem Urin.

(ig/pte)

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