Nokia: 70 Mio. UMTS-Kunden Ende 2005
publiziert: Dienstag, 15. Feb 2005 / 07:00 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 15. Feb 2005 / 07:44 Uhr

Ende 2004 gab es bereits 16 Millionen UMTS-Kunden, davon 6,5 Millionen in Europa. Ende diesen Jahres soll die Zahl nach den Erwartungen von Nokia auf 70 Millionen anwachsen.

Das neue UMTS-Handy 6680 von Nokia.
Das neue UMTS-Handy 6680 von Nokia.
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Man betonte, dass die UMTS-Kunden die neuen Datendienste auch tatsächlich intensiv nutzen würden. Als Beispiel wurde genannt, dass ein Netzbetreiber in Grossbritannien bereits über 10 Millionen Downloads von Musikvideos gezählt hat. Weltweit würden ca. 15 Millionen Java-Anwendungen monatlich heruntergeladen. Es gebe 90 Millionen aktive MMS-Nutzer.

Die Datenumsätze der 30 grössten Netzbetreiber betrugen letztes Jahr 11.65 Mrd. Franken. Für das Jahr 2008 wird ein Umsatz von 248 Mrd. Franken erwartet. Bereits heute machen bei einigen Netzbetreibern die Datenumsätze mehr als 20 Prozent der gesamten Umsätze aus.

Ca. 60 Prozent aller Geschäftstransaktionen werden heute bereits elektronisch abgewickelt, wobei E-Mail das dominierende Medium ist. Nur vier Prozent der Transaktionen laufen über mobile Endgeräte. Hier arbeitet Nokia kräftig daran, den Anteil zu erhöhen.

Mit mobilen Diensten inklusive der Sprachdienste wurden 2003 insgesamt 621 Mrd. Franken Umsatz erzielt. Für 2008 wird ein Umsatz von 986 Mrd. Franken erwartet - eine deutliche Steigerung. Der Anteil der Nicht-Sprach-Dienste steigt den Vorhersagen zufolge auf 26 Prozent.

Endgeräte immer individueller

Wichtig für Nokia ist, ein ganzes Spektrum von Endgeräten anzubieten, aus dem der Kunde "sein" Endgerät wählen kann. Deswegen bemüht sich Nokia um ein offenes Ohr für die Nöte der Netzbetreiber und Verbraucher. So wollen die Netzbetreiber ihre Dienste immer weiter individualisieren, um sich von den jeweiligen Konkurrenten abzusetzen. Hier hilft Nokia mit diversen Massnahmen, wie individuellen Einschalt- und Ausschaltvideosequenzen.

Auch dem Co-Branding verschliesst sich Nokia nicht mehr, bei dem der Name des Netzbetreibers ebenfalls auf dem Gerät genannt wird. Beim neuen Handy 6101 kann der Netzbetreiber sogar exklusive Designs und Produktnummern vorgeben. So wird es das Gerät mit abweichendem Design unter der Produktnummer 6102 für China Mobile geben. Dieses wird auch nur bei China Mobile erhältlich sein.

Smartphone-Anwendungen: Video-Sharing, Musik, Exchange

Mittels dem neuen Standard Video-Sharing können während eines Anrufs Videos oder andere Dateien ausgetauscht werden. Alternativ kann auch direkt das aktuelle Bild der Kamera übertragen werden. Anders als beim Video-Anruf wird die Video-Verbindung hier erst nachträglich auf- und gegebenenfalls auch wieder abgebaut. Das erste Gerät, bei dem die notwendige Software für Video-Sharing an Board ist, wird das 6680 sein. Dieses UMTS-Smartphone mit zwei Kameras soll schon ab März ausgeliefert werden.

Aber Video-Sharing ist nur eine Anwendung für Smartphones. Nokia hat von diesen hochwertigen Handys bereits über 20 Millionen Stück ausgeliefert. Nokia sieht den Smartphone-Markt als den derzeit am schnellsten wachsenden Markt im Bereich der Consumer-Elektronik.

Nach Ansicht von Nokia, wird "Musik" einer der nächsten grossen Trends im Mobilfunkmarkt sein. Hierzu gehört der Download von Musik oder das Abspielen von MP3-Dateien. Besonders wichtig ist für Nokia, dass diese Dienste einfach zu nutzen sind. Diesbezüglich wurde heute eine Kooperation mit Microsoft bekannt gegeben, die dem einfachen Übertragen von Musikdateien zwischen PC und Handy dient. Dabei werden allerdings auch DRM-Informationen ausgetauscht, so dass kopiergeschützte MP3s dann nicht mehr beliebig weiterkopiert werden können. Alternativ können Musikstücke natürlich auch direkt von der jeweiligen Homepage des Netzbetreibers heruntergeladen werden.

ActiveSync künftig auch für Nokia-Handys

Im Geschäftsbereich hat Nokia bekannt gegeben, die Technologie "ActiveSync" von Microsoft lizensiert zu haben. Die vielen Betriebe, die Microsoft-Systeme zur Verteilung von E-Mail und Verwaltung von Aufgaben und Terminen einsetzen, können damit künftig auch mobile Endgeräte von Nokia einsetzen. Bisher waren diese auf Windows-Mobile-Geräte angewiesen. Zwar beherrschen alle aktuellen Nokia-Smartphones den SyncML-Standard, doch Microsofts Exchange-Server arbeiten nicht mit SyncML-Clients zusammen. Hier akzeptiert Nokia ausdrücklich den "de-facto"-Standard ActiveSync.

(Kai Petzke/teltarif.ch)

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