Monitor ist TV-Ersatz & Notebook-Display
publiziert: Mittwoch, 15. Aug 2012 / 14:33 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 16. Aug 2012 / 13:24 Uhr
Flachbildmonitore dienen vermehrt als ein externes Notebook-Display.
Flachbildmonitore dienen vermehrt als ein externes Notebook-Display.

Eine Zeit lang führte der Monitor nur ein Nischendasein. Viele Computerkäufer entschieden sich in den vergangenen Jahren lieber für Notebooks mit fest integriertem Display. Doch der Trend hat sich wieder umgekehrt: 2012 werde der Absatz voraussichtlich um 2,2 Prozent steigen, behauptet der IT-Verband Bitkom. Insgesamt werden in Deutschland dieses Jahr voraussichtlich 6,1 Millionen Flachbildmonitore verkauft.

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Die TFTs werden den Nutzern zufolge nicht an einem Desktop-Computer eingesetzt, sondern dienen vielmehr als ein externes Notebook-Display. Durch den Einsatz eines zusätzlichen Monitors wird die Gesundheit positiv beeinflusst, da bei stationärer Arbeit am Schreibtisch ein grosser Monitor durch die aufrechte Sitzposition Rücken und Augen schont. Das gilt besonders für Leute, die mehrere Stunden am Stück oder den ganzen Tag am Rechner sitzen.

Der Kauf eines Neugeräts lohnt sich aber unter Umständen nicht nur für Notebookbesitzer, sondern auch für Computernutzer mit kleinen Displays oder einem alten Röhrenmonitor. «Die Preise sind inzwischen auf rund 200 Franken im Durchschnitt gesunken», sagt Roland Stehle von der Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik (gfu). Die neusten Modelle unterstützen bereits Full HD mit einer Auflösung von 1920 mal 1080 Pixel, aber auch Monitore mit einer 720p-Auflösung dürften manch einem Nutzer ausreichen - diese sind dann auch entsprechend günstiger erhältlich.

TN, IPS und PVA/MVA: Drei Display-Typen

Die Abkürzung TFT steht für Thin Film Transistor. Drei Display-Typen oder Panels können dem Kunden beim Kauf begegnen: TN, IPS und PVA/MVA. Die älteste Technik TN (Twisted Nematic) bietet sehr schnelle Reaktionszeiten und somit eine geringe Bewegungsunschärfe, allerdings schwindet der Kontrast bei einem ungünstigen Betrachtungswinkel. Die oft teureren IPS-Geräte (In-Plane-Switching) bieten stabile Werte bei Kontrast und Farbe, die Weiterentwicklung S-IPS erlaubt spielerfreundliche Reaktionszeiten und sieht auch aus schrägen Perspektiven gut aus. Die stabilsten Kontraste ohne Verfälschung der Farbwerte aus allen Blickrichtungen bieten MVA (Multi-Domain Vertical Alignment) und die verbesserte Variante PVA (Patterned Vertical Alignment), allerdings reagieren diese Monitore etwas träger als TN-Panels.

Der Kunde sollte sich daher vor dem Kauf eines Monitors genau überlegen, für welchen Verwendungszweck er das Gerät eigentlich benötigt, da je nach Nutzungsszenario unterschiedliche Features und Werte benötigt werden. «Wenn ein reiner Datenmonitor benötigt wird, ist die Reaktionszeit eher zu vernachlässigen», sagt Stehle. Denn Tabellenkalkulationen und Textverarbeitungen sind in der Regel nicht auf schnelle Bildwechsel angewiesen.

Für den flüssigen Genuss von Spielen und hochauflösenden Filmen ist es dagegen sinnvoll, auf eine möglichst geringe Reaktionszeit von höchstens drei bis vier Millisekunden (ms) zu achten. Wichtig ist in solchen Fällen ausserdem eine möglichst grosse Bilddiagonale. Damit auch bei riesigen Modellen im Breitbildformat keine Pixel mehr zu erkennen sind, arbeiten solche Monitore inzwischen mit einer Auflösung jenseits von Full HD. Einige 27-Zöller zeigen zum Beispiel 2 560 mal 1 440 Bildpunkte. Die erhöhte Pixeldichte braucht aber auch eine leistungsstarke Grafikkarte, ausserdem kann längst nicht jedes Spiel solche Auflösungen darstellen.

Zu gross ist ein Monitor, wenn sich die gesamte Bildfläche nicht mehr ohne Kopfdrehung erfassen lässt. Deshalb sollten beim Kauf neben der Bildschirmdiagonale auch der Platz auf dem Schreibtisch und der Abstand zum Display eine Rolle spielen. Wichtig ist ausserdem, dass sich das Gerät drehen oder in der Höhe verstellen lässt. «Wer das Display nicht optimal an seine Position als Betrachter anpassen kann, muss bald mit Nackenschmerzen rechnen», heisst es in einem Test in der Zeitschrift «Chip Test & Kauf» (Ausgabe 4/2012).

TFT als Fernsehersatz

HDMI ist nicht nur bei Fernsehern beliebt, sondern auch bei Monitoren inzwischen verbreiteter als andere Schnittstellen wie DVI und DisplayPort. Allerdings geizen die Hersteller beim Lieferumfang: HDMI-Kabel müssen in der Regel separat angeschafft werden. Einige Modelle bieten sogar schon zwei HDMI-Schnittstellen an, andere haben dagegen mehrere verschiedene Anschlüsse. So lässt sich das Display auch ohne Adapter an jeden PC anschliessen.

Und auch anderswo verschwinden die Grenzen zwischen Monitor und TV zunehmend: Manche TFTs haben zum Beispiel Tuner zum Empfang von Digitalfernsehen an Bord oder einen eingebauten Medienplayer. Dieser kann Videos von externen Festplatten abspielen, ohne dass dafür extra der Computer hochgefahren werden muss. Der Nachteil solcher Zusatzfeatures ist allerdings der erhöhte Energieverbrauch.

(Marleen Frontzeck/teltarif.ch)

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