Mobilbranche hofft auf MMS
publiziert: Dienstag, 1. Apr 2003 / 08:14 Uhr

Die Handy-Branche setzt für die Zukunft auf die neuen Multimedia-Dienste (MMS). Netzwerkbetreiber, Inhalte-Anbieter und Gerätehersteller hoffen auf steigende Umsätze durch den Versand von Bildern, Musik und Informationsdiensten.

MMS-Anwendungen sind derzeit dem Benutzer noch fremd.
MMS-Anwendungen sind derzeit dem Benutzer noch fremd.
"Ich habe keinen Zweifel, dass sich mit bezahlten Inhalten über das Mobiltelefon gute Gewinne erzielen lassen", sagt Thomas Künster von der Technologieberatung Booz Allen Hamilton Deutschland auf der Multimedia-Messe Milia in Cannes. Wer dabei das Rennen machen wird, stehe aber noch lange nicht fest.

"In diesem schnell wachsenden Markt des mobilen Entertainments gibt es schon jetzt viele Beispiele erfolgreicher Geschäftsmodelle", betont Künster. Immerhin würden allein in Grossbritannien monatlich rund 3,4 Millionen Nutzer ihre Klingeltöne wechseln. In den USA und Europa würden schon jetzt rund 50 Millionen Spiele-Transaktionen über das Handy verzeichnet, bei denen die Nutzer Software herunterluden oder gegeneinander antraten.

Künster sieht im wesentlichen drei Szenarien, in denen jeweils die Inhalte-Anbieter, Netzwerkbetreiber oder die Gerätehersteller als "Torwächter" die gesamte Wertschöpfungskette dominieren könnten.

Microsoft hat keine Chance

Das von Booz Allen Hamilton entworfene vierte Szenario "Microsoft wins" (Microsoft gewinnt) will zumindest Domenika Dinkheller von der Siemens AG nicht glauben. "Ich sehe für Microsoft - jedenfalls in den nächsten Jahren - keine Chance auf dem Handy-Markt", sagt Dinkheller, die bei dem Elektronikkonzern für Inhalte verantwortlich ist, die auf dem Handy vorinstalliert werden.

In einem der Szenarien könnten etwa die Handy-Hersteller mit vorinstallierten Inhalten den Markt dominieren, sagt Künster. Ein Beispiel dafür wäre das von Nokia geplante Spiele-Handy N-Gage, das dem Gameboy sehr ähnlich ist. Viele Anwendungen wären auf dem Gerät fest integriert und könnten auch offline genutzt werden. Die Netzwerkbetreiber gingen dabei leer aus.

Allein in Europa gibt es zur Zeit 240 Millionen aktive Handys. Nach Prognosen des Marktforschungsunternehmens Gartner sollen allein in Westeuropa im Jahr 2006 über zwölf Milliarden Multimedia-Nachrichten verschickt. "Viele Anbieter würden mobile Dienste gern in ihre Wertschöpfungskette einbinden", sagt Robert Tercek GDC Mobile.

Unterhaltungsriesen interessiert

So buhlen auch Unternehmen der Unterhaltungsindustrie wie Disney, Bertelsmann oder Sony um den mobilen Entertainment-Markt. Sie könnten die Preise diktieren und sich exklusive Netzwerk-Betreiber aussuchen. Eine Partnerschaft wäre auch mit Handy-Herstellern möglich. Dieses Szenario würde alle Beteiligten entlang der Wertschöpfungskette in einen starken Wettbewerb um die besten Inhalte ziehen.

Wenn die Netzwerk-Unternehmen das Rennen machten, würden sie sowohl das UMTS-Netz als auch die drahtlosen Internetzugänge (Hotspots) kontrollieren. Eine Partnerschaften mit den Inhalte-Anbietern würde voraussichtlich sehr eng sein und Exklusivität der Inhalte erfordern. Der Netzwerkbetreiber könnte unter diesen Umständen die gesamte Wertschöpfungskette unter seinen Fittichen behalten.

Vodafone als Vorreiter

Ein Beispiel für dieses Szenario ist der Erfolg des Multimedia- Dienstes Vodafone Live!, mit dem unter anderem Bilder und Töne verschickt und Informationsdienste abonniert werden können. In den vergangenen neun Monaten verwies Vodafone mit dem neuen Dienst den Konkurrenten i-Mode in Europa gleich auf den zweiten Platz. In nur 35 Wochen hätten eine Million Abonnenten einen Vertrag mit Vodafone Live! abgeschlossen. "Mit der richtigen Ausrichtung auf den Kunden lassen sich bereits jetzt gute Umsätze mit neuen Inhalten erzielen", zeigt sich Guy Laurence, CEO von Vodafone Global Content Service, zuversichtlich.

Bei den Geräten setzt Vodafone Life! auf die Partnerschaft mit den Herstellern Nokia, Panasonic und Sharp. Dem Unternehmen war jedoch wichtig, bei der Navigation die Kontrolle zu behalten. Die Bedienungsoberfläche ist auf den Handys aller Hersteller gleich, Inhalte-Partner müssen sich der Navigation anpassen.

Michel Guillemot von dem französischen Spiele-Entwickler Gameloft wertet die Entwicklung positiv. "Vodafone Live! hat das Business wirklich angekurbelt. Also ist klar, wir teilen den Gewinn, den wir mit WAP nie erreicht hätten." Letztlich glaubt Guillemot jedoch, dass sich keines der drei Szenarien allein durchsetzen wird: "Wir müssen alle kooperieren, wenn das Geschäft laufen soll. Und am Ende wird doch der Kunde entscheiden, welche Dienste er annimmt."

(Marie-Anne Winter/teltarif.ch)

Die professionelle SMS-Businesslösung
aspsms.com
Katharinengasse 10
9000 St. Gallen
Verkaufen Sie uns Ihr Handy, Tablet oder iPod
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Best of Swiss Apps 2018
Best of Swiss Apps 2018
Bestenliste 2018  Analog zur Bestenliste im Rahmen der «Best of Swiss Web Awards» gibt es auch für «Best of Swiss Apps» eine Rangliste der Anbieter mit den meisten Punkten. Diese jährlich veröffentlichte ausführliche Darstellung der Schweizer Apps-Branche basiert auf dem Medaillenspiegel aller «Best of Swiss Apps»-Editionen. Die Bestenlisten von 'Best of Swiss Apps' und 'Best of Swiss Web' stehen jeweils für sich. mehr lesen 
Neue Domainendung am Start  Wir bieten wunderbare neue Möglichkeiten für innovative Startups und etablierte Applikationsanbieter ... mehr lesen  
.app Domains jetzt registrieren
Wenn Sie noch nicht damit begonnen haben, die Handy-Nummern Ihrer Kunden zu sammeln, sollten jetzt damit anfangen.
Die SMS ist tot. Lang lebe die SMS  Vielleicht denken Sie, dass SMS bereits verschwunden sei, da die ... mehr lesen  
Titel Forum Teaser
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    grüezi Wie lasterhaft Mitleid mitunter sein kann, beweisen Sie doch gerade ... Mo, 26.12.16 20:05
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Vom Tode träumt ein negrophiles Schäfchen doch ständig. Wenn tausende Frauen in England ... Mi, 28.09.16 11:58
  • HentaiKamen aus Volketswil 1
    Kommt wieder Aber leider eine RIESEN Verlust für Leser wie mich die nicht mit dem ... Sa, 13.08.16 01:13
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    sogar nach dem Tode hat die Kassandra noch die grösste Schnauze... jaja, diese ... Fr, 12.08.16 16:30
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Wow, wie hat sich die gute Kubra gemausert! Ich danke auch Ihnen ganz persönlich für die vielen harten und ... Mi, 20.07.16 20:25
  • Pacino aus Brittnau 731
    Übrigens, wusstet ihr schon . . . . . . dass die Foren von AZ (Wanner), 20min. und Schweizer Fernsehen ... Mi, 29.06.16 15:20
  • PMPMPM aus Wilen SZ 235
    Und jetzt? Ist noch online...? Liebes news-Team, schade ist die Situation so, dass etwas aufhören ... Di, 28.06.16 22:43
  • kubra aus Berlin 3232
    Danke für die gelebte Pressefreiheit. Damit mein ich durchaus auch den ... Di, 28.06.16 16:09
Rund 50 Prozent der beleidigenden Tweets werden von Frauen gesendet. (Symbolbild)
DOSSIER Social Media Frauenfeindlichkeit auf Twitter bleibt ein Problem Auch wenn der Twitter-CEO Dick Costello ...
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Mo Di
Zürich 8°C 15°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich wolkig, aber kaum Regen
Basel 9°C 16°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich wolkig, aber kaum Regen
St. Gallen 7°C 14°C bedecktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen wolkig, aber kaum Regen
Bern 5°C 15°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig wolkig, aber kaum Regen
Luzern 7°C 15°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig wolkig, aber kaum Regen
Genf 4°C 16°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig wechselnd bewölkt, Regen
Lugano 4°C 15°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig wechselnd bewölkt
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten