MobilCom-Chef: Mehrere hundert Stellen werden abgebaut
publiziert: Montag, 16. Sep 2002 / 14:54 Uhr

Büdelsdorf - Der deutsche Mobilfunkbetreiber MobilCom will im Rahmen eines Restrukturierungsprogramms mehrere hundert Stellen streichen. Das kündigte MobilCom-Chef Thorsten Grenz an.

Mit Hilfe des vom Vorstand erarbeiteten Restrukturierungskonzepts sollten alle Geschäftsbereiche fortgeführt werden. Bereits am Dienstag solle auf einer Aufsichtsratssitzung ein entsprechender Plan genehmigt werden.

Am Sonntagabend war MobilCom durch ein von der deutschen Regierung und dem Land Schleswig-Holstein aufgelegtes Kreditpaket von umgerechnet rund 600 Mio. Franken vorerst vor der Zahlungsunfähigkeit bewahrt worden. Rund 5500 Arbeitsplätze waren nach dem angekündigten Rückzug des französischen Partners France Telecom gefährdet.

Die Finanzspritze muss nach Ansicht der EU-Kommission in Brüssel geprüft werden. Der Fall solle nach den Regeln für Rettungsbeihilfen untersucht werden, sagte eine Sprecherin des EU-Wettbewerbskommissars.

Ein Sprecher des deutschen Wirtschaftsministeriums widersprach: Es handle sich bei der Rettungszusage nicht um staatliche Beihilfen, die von Brüssel genehmigt werden müssten, sondern um einen "bankenüblichen Kredit" der staatlichen Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW).

Der deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder kündigte unterdessen "hohe Schadenersatzansprüche" gegenüber dem Grossaktionär France Télécom an. Die deutsche Regierung hatte bereits in den letzten Tagen angekündigt, sie wolle MobilCom bei einer möglichen Klage gegen France Télécom beistehen.

Die mit rund 103 Mrd. Franken verschuldete France Télécom hatte ihre Unterstützung für MobilCom am Donnerstag aufgekündigt. Damit stand MobilCom vor dem Aus.

(ba/sda)

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