Microsofts Surface-Tablet verärgert Acer-Chef
publiziert: Sonntag, 12. Aug 2012 / 11:47 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 12. Aug 2012 / 12:47 Uhr
Microsofts CEO Steve Ballmer präsentiert Surface. (Archivbild)
Microsofts CEO Steve Ballmer präsentiert Surface. (Archivbild)

Der taiwanesische Computerhersteller Acer befürchtet durch Microsofts neue Tablet-Pläne negative Auswirkungen auf die gesamte Computerbranche.

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«Wir haben zu Microsoft gesagt, überlegt euch das noch einmal», sagte Acer-Chef J.T. Wang heute der Financial Times. Ein Tablet in Eigenregie des Softwarekonzerns werde einen äusserst negativen Effekt auf das Ökosystem der Computerbranche haben. «Es ist nichts, worin ihr gut seid.»

Surface-Tablet kommt zum Start von Windows 8 im Oktober

Unter dem Namen Surface will Microsoft im Oktober, zeitgleich mit dem Start seines neuen Betriebssystems Windows 8, erstmals in Eigenregie einen Tablet-Computer über einen Auftragsfertiger produzieren lassen und selbst vermarkten. Das Tablet hatte Microsoft im Juni in Las Vegas vorgestellt. Bislang waren die Bemühungen des Konzerns in diesem Feld eher wenig erfolgreich: Den Markt teilen sich Apple mit seinem iPad und Google mit seinem Android-Betriebssystem, das von zahlreichen Tablet-Herstellern eingesetzt wird. Auch Google hat allerdings gerade mit dem Nexus 7 sein erstes Tablet unter eigenem Namen auf den Markt geschickt.

Microsoft macht eigenen Hardware-Partnern Konkurrenz

Microsofts traditionelle Partner wie Acer, Lenovo, Asus, Sony oder Dell stehen längst mit eigenen Windows-8-Tablets in den Startlöchern, die ebenfalls ab Oktober in den Handel kommen sollen. Die enge Partnerschaft der Hardware-Produzenten mit Software-Lieferant Microsoft sehen Branchenbeobachter nun allerdings gefährdet.

Besonders pikant: Vor Bekanntwerden der Surface-Pläne erhielt Microsoft als Betriebssystem-Entwickler Einsicht in die Pläne einiger Hersteller von Windows-8-Tablets. Daher kannte Microsoft etwa Design-Entwürfe, Preise und Marketingpläne - intime Details, welche die beteiligten Firmen einem direkten Konkurrenten im Hardware-Geschäft wohl niemals offenbart hätten.

Eine Chance für alternative Betriebssysteme?

Acer diskutiere derzeit intern ausführlich, wie man auf die neue Konkurrenz durch Microsoft selbst reagieren solle, sagte Campbell Kan, der bei Acer für das weltweite PC-Geschäft zuständig ist, der Zeitung. «Wenn Microsoft tatsächlich ins Hardware-Geschäft einsteigt, was sollen wir tun? Sollen wir uns einfach weiter auf Microsoft verlassen, oder sollten wir andere Alternativen finden?»

Auf der anderen Seite ist das neue Betriebssystem Windows 8 die grosse Hoffnung der kriselnden PC-Branche, die wieder frischen Wind ins Geschäft bringen soll. Microsoft-Chef Steve Ballmer spielte die Bedeutung des Surface unterdessen herunter und betonte, man wolle ja lediglich die Windows-Software stärken. Kurz nach der Ankündigung hatte Acer-Gründer Stan Shih die Ambitionen von Microsoft allerdings auch als Versuch gewertet, lediglich Windows 8 zum Erfolg zu verhelfen und nicht dauerhaft in die Hardwareproduktion einzusteigen.

(Susanne Kirchhoff /teltarif.ch)

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