Microsoft: Von Apple lernen, heisst siegen lernen
publiziert: Mittwoch, 22. Sep 2010 / 20:10 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 22. Sep 2010 / 20:33 Uhr
Zune hat acht Millionen Songs im Angebot.
Zune hat acht Millionen Songs im Angebot.

Öffentlich würde es in der Konzern-Zentrale von Microsoft wohl niemand zugeben: Der Software-Riese hat sich auf den Apple-Weg gemacht. Um bei den boomenden Smartphones wieder Anschluss zu finden, orientiert sich der Windows-Hersteller an Prinzipien des Rivalen, der mit iPhone, iPod und iPad riesigen Erfolg hat. Auch der jetzt angekündigte Online-Laden Zune für Musik und Videos im Stile von iTunes passt in dieses Muster.

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Der Markt für internetfähige Handys - Smartphones - verspricht traumhafte Wachstumsraten und satte Margen. Er ist gerade deswegen aber auch hart umkämpft. Während Microsoft den PC-Markt dominiert, liegt der US-Konzern bei den kleinen Alleskönnern abgeschlagen hinter Rivalen wie Nokia, Research in Motion und eben Apple. Die Marktforschungsfirma Gartner prognostizierte schon, dass der Marktanteil der mobilen Microsoft-Betriebssysteme von heute schon mageren 4,7 auf 3,9 Prozent im Jahr 2014 schrumpft.

Microsoft muss etwas tun. Unterhaltung ist dabei ein wichtiger Baustein - Apple hat das mit seinen Geräten und dem Online-Laden iTunes vorgemacht, Konkurrenten wie Nokia (Comes With Music) ahmen es nach. Der Zune-Marktplatz zielt in die gleiche Richtung. Unter dem Namen verkauft Microsoft bisher einen Multimediaplayer - aber nur in den USA und weitgehend erfolglos.

Ein Betriebssystem per AppStore aufwerten

Viel Geld wird Microsoft mit dem Online-Shop vermutlich nicht verdienen. «Der Musik- und Videomarkt ist sehr umkämpft. Die Umsatzerlöse und Margen sind begrenzt», sagt Arno Wilfert vom Beratungsunternehmen Pricewaterhouse Coopers. Nicht nur die Mobilfunker kämpfen um Kunden, sondern auch Amazon oder die zur Telekom gehörigen Plattformen Musicload und Videoload. «Ein relativ später Markteintritt macht nur Sinn, wenn man damit andere Produkte attraktiver machen kann, zum Beispiel ein Betriebssystem oder Endgerät», so Experte Wilfert.

Wer sich ein neues Smartphone kauft, könnte Zune durchaus als Argument für Windows Phone 7 sehen: Der Online-Marktplatz hat acht Millionen Songs im Angebot, auch etliche grosse Filmstudios sind vom Start weg dabei. Apple-Nutzer mögen vielleicht dem reibungslos integrierten iTunes-System treu bleiben. Doch der Smartphone-Markt wächst weiter, und Rivalen wie Nokia schwächeln.

Mindestens ebenso wichtig wie Musik sind Anwendungen, die das Gerät zum mobilen Büro, zur Kommunikationszentrale oder zum Spielzeug aufrüsten - dies hat sich als entscheidender Faktor für den Erfolg einer Plattform herausgestellt. Apple bietet in seinem AppStore für das iPhone mehr als 250'000 Apps für die unterschiedlichsten Zwecke an, für Android-Geräte gibt es rund 125'000 Programme.

Microsoft hat zu lange geschlafen

Diese Entwicklung hat Microsoft verschlafen. Im deutschen Windows Marketplace sind gerade einmal 260 Apps verfügbar, weltweit sind es nach Unternehmensangaben 2200 Spiele und Programme. Seit vergangener Woche umwirbt Microsoft die Entwickler. Über eine eigene Plattform können sie Anwendungen für Windows Phone 7 schreiben. Die Resonanz sei überaus positiv, versichert das Unternehmen.

Besonderes Augenmerk richtet Microsoft ausserdem auf Spiele - bei Apple und Android die wohl beliebteste App-Gattung. Starthilfe soll «Xbox live» leisten: Über das Online-Netzwerk der hauseigenen Konsole können Nutzer auf mobile Varianten von Spielen zugreifen. Namhafte Entwickler wie Capcom, Disney, Konami und THQ bereiten sich bereits auf den Start vor.

Zune ist beileibe nicht die einzige Apple-Anleihe in Microsofts Mobilfunk-Strategie. Das neue Betriebssystem Windows Phone 7 macht Hardware-Herstellern genaue Vorgaben, etwa in Sachen Display-Grösse und Prozessornutzung. So ist die Möglichkeit zum Multitasking, also der gleichzeitigen Ausführung mehrerer Programme, eingeschränkt. Das war auch auf dem iPhone lange nicht möglich, weil es das System oft zum Absturz bringt. Bislang hat Microsoft den Partnern grosse Freiheiten gelassen. Das macht sich oft bei der Leistung bemerkbar. «Es geht nicht um Macht, sondern Qualitätskontrolle», betont Roman Friedrich, Partner bei der Unternehmensberatung Booz & Company. «Es ist wichtig, dem Verbraucher eine garantierte Qualität und Nutzererfahrung zu bieten.» Hier hat Apple den derzeit wohl besten Ruf.

«Microsoft hat einen langen Weg zurückgelegt und viel Lehrgeld bezahlt. Aber die Qualität stimmt jetzt», sagt Friedrich. Was zudem für die Redmonder spreche: «Andere Marktteilnehmer - zum Beispiel Mobilfunkanbieter - haben ein Interesse daran, den Wettbewerb zwischen den verschiedenen Betriebssystemen offen zu halten.» Bleibt die Frage: Hat sich Microsoft früh genug auf den Apple-Weg gemacht, um den Rückstand aufzuholen?

(Marie-Anne Winter/teltarif.ch)

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