Sprachforschung bei den Schweizern
Mehrsprachiges SMSlen in Mode
publiziert: Dienstag, 11. Jun 2013 / 11:28 Uhr
Viele SMS sind mehrsprachig.
Viele SMS sind mehrsprachig.

Bern/Zürich/Neuenburg - Forschende der Unis Zürich und Neuenburg haben untersucht, welche Sprache und Ausdrücke in SMS in der Schweiz verwendet werden. Dafür haben sie sich von Handynutzern 26'000 Kopien von persönlichen Kurzmitteilungen schicken lassen.

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Die Resultate zeigen, dass viele SMS mehrsprachig sind und die Rechtschreibung korrekt ist. Dies berichten die Forschenden in zwei Artikeln im Fachjournal «Linguisticae Investigationes». Anders als es die Forschenden erwartet hatten, nahmen Anglizismen im SMS-Gebrauch nicht überhand, wie der Schweizerische Nationalfonds (SNF) am Dienstag mitteilte. Das Team um Elisabeth Stark von der Uni Zürich hat eine Auswahl von 4600 SMS von überwiegend jungen Menschen aus der Deutsch- und der Westschweiz auf Anglizismen untersucht.

Es zeigte sich, dass englische Wörter oder Wortteile sowohl in deutschen (3,16 Prozent) als auch in französischen (2,34 Prozent) SMS selten waren. Meistens handelte es sich um Lehnwörter wie «Computer», «Handy» oder «joggen/jogging», die auch längst im Duden und im französischsprachigen «Grand Robert» stehen.

Nur gut ein halbes Prozent waren «echte» englische Wörter. Dies waren am häufigsten feste Begrüssungs- und Abschiedsformeln wie «Hi», «Love you» oder «Kisses». Anglizismen verwendeten vor allem Deutschschweizer SMS-Schreibende mit höherer Bildung. «Sie sind eher ein Hinweis auf Bildung, nicht auf einen Zerfall der deutschen Sprache», wurde Stark im Communiqué zitiert.

Schweizer smslen mehrsprachig

Öfter als ins Englische wechseln die Schweizer beim Schreiben von SMS in eine andere Landessprache oder zwischen Dialekt und Standard. Rund 24 Prozent aller untersuchten Kurznachrichten waren mehrsprachig, sie enthielten also Fremdelemente wie «Sehen uns nächsten Mittwoch, je t'aime».

Sprachwechsel kamen in 28 Prozent der Deutschschweizer, 23 Prozent der italienischen und 15 Prozent der französischen SMS vor. Bei den rätoromanischen SMS waren es sogar 53 Prozent. «Verglichen mit ähnlichen SMS-Datensätzen aus dem Ausland sind diese Zahlen sehr hoch», sagte Stark. Die Mehrsprachigkeit der Schweiz mache sich bemerkbar.

Korrekte Rechtschreibung

Die Schweizer verkürzen ihre SMS auch nicht zu Lasten der Rechtschreibung. Verkürzungen kamen in den deutschsprachigen SMS, von denen über die Hälfte in Mundart geschrieben war, nur sehr selten vor.

Das Gleiche gilt für französischsprachige SMS: Auch hier wurden unhörbare Endungen - wie das zusätzliche -e der weiblichen Form - nicht abgekürzt. Rund 90 Prozent dieser Fälle seien in den SMS korrekt geschrieben gewesen, sagt Stark. Sie erklärt sich das damit, dass der Schreibprozess quasi automatisch abläuft.

SMS für die Forschung

Das internationale Forschungsprojekt sms4science erforscht sprachliche Merkmale der Kurznachrichten. Für das Schweizer Teilprojekt luden die Forschenden im Jahr 2009 alle Handynutzerinnen und -nutzer in der Schweiz dazu ein, von versandten SMS eine Kopie an eine Gratisnummer zu schicken und im Internet einen anonymen Fragebogen auszufüllen.

Insgesamt kamen rund 26'000 SMS zusammen: 18'000 auf Deutsch (davon etwa 7000 nicht im Dialekt), 4600 auf Französisch, 1500 auf Italienisch und 1100 auf Rätoromanisch. Am Projekt sind Forschende der Universitäten Zürich, Neuenburg und Bern sowie der Universität Leipzig beteiligt.

(bg/sda)

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