Magneto-optische Medien sind noch nicht am Ende
publiziert: Dienstag, 12. Aug 2008 / 10:22 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 12. Aug 2008 / 10:59 Uhr

Wiesbaden - Als Speichermedium hat die magneto-optische Diskette (MO-Disk) noch nicht ausgedient, sondern bleibt speziell für die Langzeitarchivierung in Unternehmen interessant. Zu diesem Schluss kommt Klaus Reuter, Geschäftsführer beim Archivierungs-Spezialisten Prime Digital Optical Europe.

Langzeitarchivierung in Unternehmen und der Medizin können Einsatzgebiete für magneto-optische Medien sein.
Langzeitarchivierung in Unternehmen und der Medizin können Einsatzgebiete für magneto-optische Medien sein.
1 Meldung im Zusammenhang
«Die Lebensdauer von MO-Medien beträgt über 50 Jahre», betont er. Daher kommen MO-Disks nach wie vor beispielsweise in der Medizin und der Finanzwirtschaft zum Einsatz. Es könne angesichts vieler professioneller Nutzer nicht die Rede davon sein, dass MO-Medien heute verschwunden seien, wie ein Beitrag im Magazin «c't» vermuten liess. Im Privatanwender-Bereich sind die MO-Disks allerdings weitgehend ausgestorben, was an dem im Vergleich zu wieder beschreibbaren DVDs relativ hohen Preis liegen dürfte.

Branchen, die MO-Medien nutzen, um auf Daten teils über Jahrzehnte zugreifen zu können, umfassen Reuter zufolge das Finanzwesen ebenso wie Behörden oder den medizinischen Bereich. «Die archivierten Daten in Unternehmen wie Banken und Versicherungen stellen einen hohen Wert dar und unterliegen zahlreichen gesetzlichen Anforderungen», meint er weiter.

CDs und DVDs zu riskant

Dazu zählen beispielsweise die Grundsätze zum Datenzugriff und zur Prüfbarkeit digitaler Unterlagen, nach denen steuerlich relevante Unterlagen über einen Zeitraum von bis zu zehn Jahren jederzeit verfügbar und unverzüglich lesbar sein müssen. Wiederbeschreibbare CDs oder DVDs als Archivmedium wären über solche Zeiträume schon etwas riskant. Unter anderem ist es eine lichtempfindliche Farbschicht, durch die sie nicht so lange stabil bleiben können wie MO-Disks.

«Ferner ist ein effektives Defektmanagement möglich», meint Reiter. Ähnlich wie bei Festplatten können schadhafte Sektoren ausgelagert werden. Das macht die MO-Disks attraktiv für Anwendungen, wo Zuverlässigkeit und Sicherheit besonders wichtig sind - beispielsweise für Patientendaten. «Ein grosser Markt für MO-Medien ist der medizinische Bereich in den USA», meint Reuter. Ebenfalls von Vorteil sei dabei der Schutz der Datenträger selbst. Im Gegensatz zu gängigen optischen Medien haben MO-Disks eine äussere Hülle, die vor mechanischen Beschädigungen der Medien selbst schützt.

Preis ist ausschlaggebend

«Ein Privatmann wird zur Speicherung von Fotos und Dokumenten eher einen USB-Stick, eine Festplatte oder auch eine CD-R oder DVD mit Goldschicht wählen», meint Reuter. Ausschlaggebend dafür dürfte nicht zuletzt der Preis sein. Immerhin kostet ein DVD-RW-Rohling je nach Qualität etwa ein Zehntel bis Zwanzigstel einer MO-Disk vergleichbarer Kapazität.

Die Absenz im Consumer-Bereich könnte der Grund sein, warum MO-Medien im Magazin c't gemeinsam mit Disketten und Zip-Disks als «heute allesamt verschwunden» bezeichnet wurden. Dem widerspricht Reuter klar. Er ist überzeugt, dass es «noch etliche Jahre» einen Markt für MO-Medien und entsprechende Laufwerke geben werde. Auch andere Unternehmen haben MO-Disks längst nicht aufgegeben. So gibt es bei Hewlett Packard, Maxell, Sony und Verbatim die Speichermedien zum Kauf.

(tri/pte)

Lesen Sie hier mehr zum Thema
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Publinews Das Telefonmuseum Telephonica in Islikon erzählt die Geschichte der Telekommunikation von den Anfängen bis hin zur heutigen digital vernetzten Gesellschaft. Besuchen Sie uns und erleben Sie Telefongeschichte zum Anfassen, zum Hören und zum Fühlen - spannend inszeniert für Gross und Klein. mehr lesen  
Technologie  Bern - Der Technologiekonzern Ascom ... mehr lesen
Ascom ist für das zweite Halbjahr zuversichtlicher.
eGadgets Grosse Kulleraugen  Taipei - Der taiwanische Elektronik-Konzern Asus will mit einem sprechenden Roboter ins Geschäft mit dem vernetzten Zuhause ... mehr lesen  
Bereits 100 Objekte erfasst  Wil SG - Digitale Stadtpläne sollen künftig Menschen mit einer Behinderung die Orientierung erleichtern. ... mehr lesen  
Bei der Erstellung des Zugänglichkeitsplans in Wil werden auch Betroffene miteinbezogen.
Titel Forum Teaser
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    grüezi Wie lasterhaft Mitleid mitunter sein kann, beweisen Sie doch gerade ... Mo, 26.12.16 20:05
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Vom Tode träumt ein negrophiles Schäfchen doch ständig. Wenn tausende Frauen in England ... Mi, 28.09.16 11:58
  • HentaiKamen aus Volketswil 1
    Kommt wieder Aber leider eine RIESEN Verlust für Leser wie mich die nicht mit dem ... Sa, 13.08.16 01:13
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    sogar nach dem Tode hat die Kassandra noch die grösste Schnauze... jaja, diese ... Fr, 12.08.16 16:30
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Wow, wie hat sich die gute Kubra gemausert! Ich danke auch Ihnen ganz persönlich für die vielen harten und ... Mi, 20.07.16 20:25
  • Pacino aus Brittnau 731
    Übrigens, wusstet ihr schon . . . . . . dass die Foren von AZ (Wanner), 20min. und Schweizer Fernsehen ... Mi, 29.06.16 15:20
  • PMPMPM aus Wilen SZ 235
    Und jetzt? Ist noch online...? Liebes news-Team, schade ist die Situation so, dass etwas aufhören ... Di, 28.06.16 22:43
  • kubra aus Berlin 3232
    Danke für die gelebte Pressefreiheit. Damit mein ich durchaus auch den ... Di, 28.06.16 16:09
Rund 50 Prozent der beleidigenden Tweets werden von Frauen gesendet. (Symbolbild)
DOSSIER Social Media Frauenfeindlichkeit auf Twitter bleibt ein Problem Auch wenn der Twitter-CEO Dick Costello ...
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Mi Do
Zürich 14°C 28°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig gewitterhaft
Basel 14°C 28°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig gewitterhaft
St. Gallen 15°C 26°C Wolkenfelder, kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig gewitterhaft
Bern 14°C 26°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig gewitterhaft
Luzern 15°C 27°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig gewitterhaft
Genf 16°C 27°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig gewitterhaft
Lugano 21°C 28°C Wolkenfelder, kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig gewitterhaft gewitterhaft
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten