Neue Anwendungsmöglichkeiten
Libellen-Drohne umfliegt Hindernisse
publiziert: Dienstag, 17. Dez 2013 / 15:27 Uhr

Forscher an der Technischen Universität (TU) Delft haben mit dem «DelFly Explorer» die dem Team zufolge erste Mikrodrohne der Welt mit Flügelschlag entwickelt, die selbständig Hindernissen ausweichen kann.

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Das libellenartige Fluggerät wiegt dabei nur 20 Gramm und somit einen Bruchteil anderer Drohnen, die zu solch intelligentem autonomen Flugverhalten fähig sind. Damit soll das Leichtgewicht neue Anwendungsmöglichkeiten für Mikrodrohnen erschliessen, von Gewächshäusern bis hin zu Vergnügungsparks.

Autonomer Winzling

 Die neueste Entwicklung des Drohnen-Projekts DelFly ist ein Mini-Ornithopter, der ähnlich seinen Vorgängern wie eine Libelle mit durchsichtigen Flügeln schlägt. Neu ist ein System aus zwei Kameras und einem Chip für binokulares Sehen. Dieses ermöglicht dem DelFly Explorer den Abstand zu Gegenständen auf die gleiche Art abzuschätzen wie Menschen. Nimmt die Mikrodrohne damit ein Hindernis wahr, kann sie es auf einer kreisförmigen Bahn umfliegen. Ein Barometer hilft indes, die Flughöhe zu kontrollieren. Somit ist es dem DelFly Explorer möglich, völlig autonom unbekannte Umgebungen zu erforschen.

Ein autonomer Flug an sich ist zwar nichts Neues, es gibt sogar schon grosse Pläne für kleine Drohnen wie beispielsweise Quadcopter - von der Essenszustellung per «TacoCopter» bis hin zu jüngsten Amazon-Experimenten. Doch wiegen bisherige autonome Drohnen das 50-Fache des DelFly Explorer oder mehr. Denn die niederländische Mikrodrohne bringt insgesamt gerade einmal 20 Gramm auf die Waage. Dafür zahlt sie aber auch mit einem eher kleinen Akku und einer entsprechend begrenzten Reichweite - der Strom reicht für etwa neun Minuten Flug.

Neue Möglichkeiten

An der TU Delft gibt man sich zuversichtlich, dass der DelFly Explorer als wendiger Winzling neue Anwendungsmöglichkeiten für autonome Drohnen eröffnet. Denkbar seien beispielsweise das Auffinden reifer Früchte in einem Gewächshaus, Streaming von Live-Videos bei Veranstaltungen oder auch die Nutzung als autonome fliegende Fee in Vergnügungsparks.

Das System zum Binokularsehen ist zudem für grössere Drohnen geeignet, die dadurch ohne viel zusätzliches Gewicht besser Hindernissen ausweichen könnten. Spannend wird, ob das Team die Lösung weiter miniaturisieren kann, sodass es auch für die noch kompaktere DelFly Micro (derzeit drei Gramm Gesamtgewicht) geeignet wäre. Selbst das wäre freilich nur ein Zwischenschritt auf dem Weg zum erklärten Fernziel fruchtfliegengrosser autonomer Drohnen.

(bert/pte)

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