Lesegerät für biometrischen Pass lässt sich anzapfen
publiziert: Montag, 4. Mai 2009 / 16:10 Uhr

Bern - Die Ablesegeräte für biometrische Pässe lassen sich von unbefugten Dritten anzapfen. Das Bundesamt für Polizei (fedpol) will sie nun mit Filtern nachrüsten. Das Bundesamt für Kommunikation (Bakom) hatte die Lesegeräte im fedpol-Auftrag getestet.

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Die Ablesegeräte für biometrische Pässe lassen sich von unbefugten Dritten anzapfen.
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Und die Tests deckten prompt Schwachstellen auf, wie Guido Balmer, Sprecher des Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartements, einen Artikel im «Tages-Anzeiger» bestätigte.

Das Bakom brachte an den Tag, dass die für den Pass 06 eingesetzten Lesegeräte mit einfachen Mitteln beim normalen Lesevorgang abgehört werden können.

Der bisher unveröffentlichte Schlussbericht deckt auf, dass bei den beiden getesteten Geräten «Cross Match A100» und «ACG Passport Reader Module» mit einer 50 Zentimeter langen Antenne und einem Kurzwellenempfänger die Daten mitgelesen werden können. Unter idealen Bedingungen ist das aus einer Distanz von 25 Metern möglich.

Mitlesen möglich

Aus noch grösserer Distanz lassen sich die Lesegeräte über das Stromnetz anzapfen. Die Bakom-Experten fanden heraus, dass die Geräte mit angeschlossenem Notebook die Daten ungewollt ins 230-Volt-Stromnetz weiterleiten. So ist Mitlesen auf der Hausinstallation bis zu einer Distanz von 500 Metern möglich.

Wie Balmer erklärte, stellt dieses Mithören oder Ablesen kein grösseres Problem dar. Die Daten nämlich seien verschlüsselt. Ein Name, eine Passnummer oder eine andere konkrete Information die nötigen elektronischen Schlüssel gar nicht ersichtlich. Um den Schlüssel für diese Informationen zu knacken, bräuchte es nach Angaben Balmers 300 Jahre.

Zudem seien die Fingerabdrücke im neuen Pass, über dessen Einführung die Stimmberechtigten am 17. Mai befinden, zusätzlich und unabhängig vom Pass selbst verschlüsselt.

(smw/sda)

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Danke
Für die Erklärung.

Gruss
Augenwischerei
ah, Technink kommt auf uns nieder, ist da und wird gebraucht. So einfach ist das. Der, der sie gebraucht ist dann schlecht oder gut.
Also sei es endlich gesagt: Nicht der Storch bringt die Technik. Technik wir geplant, studiert, entworfen, verworfen, konstruiert getestet und angewendet. All die damit befaßten Menschen können böse sein, oder nicht. Ein Produkt, das nur darauf abzielt zu zerstören, entzweien, zu beschränken oder zu kontrollieren ist böse Technik. Sie gibt jemandem Macht über viele.
Damit beginnt die Heuchelei der Politik. Der, der die Technik bedient tut es meistens weil er keine andere Wahl hat als es zu tun. Er hat am wenigsten Schuld.
Und warum sagen Sie nicht, wie lange es dauern wird bis Fingerabrücke unterschiedlicher Skalen eingelesen werden können? Nach der Fishenaffäre und anderen ist die Glaubwürdigkeit dahin. Statt mehr Freiheit geht der Trend zu mehr Kontrolle, statt zu Eigenverantwortung, zu Entmündigung.
Es hat sich nämlich die Philosophie eingebürgert, daß nur ein paar wenige wissen was für alle anderen gut ist.
Es zeigt aber ziemlich klar, wo und wer die Menschen sind, die mit der Technik umgehen.
Ich tue nicht unrecht das verlangt der Rspekt vor meinen Kindern. Ich brauche aber niemanden dem ich darüber Rechenschaft abgeben muß. Da bin ich eher wie Tell.
an Midas
Sie haben recht es gibt keine sichere Technik und Technik als solche ist nicht böse, es kommt immer auf die Menschen an die damit umgehen. Man kann alles zum Guten und zum Schlechten verwenden.
Klar stellen möchte ich nur, dass ISA, die Passdatenbank, gar nicht für Fahndungszwecke gebraucht werden kann. Da man die dort gespeicherten flachen Fingerabdrücke gar nicht für eine Suche 1:n benutzen kann, es funktioniert nur 1:1.
Was das Thema USA Einreise angeht, nun da wissen Sie ja vermutlich selbst wie die Antwort da ausfällt.
i.A. des Bundesamtes für Polizei
Mehr Angst vor meinem Handy
Es gibt keine total sichere Technik, aber was die Aufruhr soll verstehen ich ehrlich auch nicht. Meine Daten sind eh schon überall und leichter zu erhalten. In jedem Restaurant kriegt man meine Fingerabdrücke von einem Glas, etc. Jeder Handy-Speicher kann abgesaugt werden, jedes Handy kann zur Wanze gemacht werden und fast jedes Handy bietet mittlerweile die totale GPS-Standortüberwachung. Ich habe also mehr Angst vor meinem i-Phone als vor meinem Pass ; ).

Was ist der Unterschied zwischen einer zentralen und dezentralen Datenbank? Machen wir dann Kantonspässe? UND wenn wir dann schon alle Fingerabdrücke von Passhaltern haben, sollen wir dann den Mörder fangen oder nicht? Gehen wir biometrisch halbschwanger? Wenn die Polizei schon die Möglichkeit hat, will ich auch dass sie den Einbrecher fasst der meine Bude ausgeräumt hat. Alles andere wäre ja Dummheit.

Ich bin kein Fan von 1984, der totalen Kontrolle und biometrischer Ueberwachung. Wir können aber die Zukunft nicht als Insel überdauern. Wir haben ja gesagt zu Schengen und müssen nun ja zum biometrischen Pass sagen. Ehrlich gesagt habe ich keine Lust mir dann für einige Staaten wieder ein Visa besorgen zu müssen.

Aber was ich mir wünschen würde Herr Michels vom Bundesamt, ist dass wir von den Amis auch alle Flossenabdrücke am Flughafen nehmen und wir sie genauso schlecht behandeln wie sie uns. Wäre das machbar?
Das fedpol hat die Studie selbst beim BAKOM in Auftrag gegeben,
um den Pass nach den neuesten und besten Sicherheitsstandards zu konzipieren. Sinn war es, eventuelle Sicherheitslücken aufzudecken und zu beheben. Genau das hat das fedpol getan: Mängel behoben! Ausserdem wurden diese Erkenntnisse an die ICAO weitergeleitet, um die Sicherheit auch auf internationaler Ebene zu gewährleisten.
Hajo Michels i.A. des Bundesamtes für Polizei
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