Einsatz bei Medikamententests
Lebendes Gewebe mit 3D-Drucker hergestellt
publiziert: Freitag, 21. Feb 2014 / 10:46 Uhr

Boston - Wissenschaftler des Harvard Wyss Institute for Biologically Inspired Engineering haben mit einem 3D-Drucker Gewebe hergestellt, das mit Blutgefässen ausgestattet ist und eines Tages für Medikamententests eingesetzt werden könnte.

6 Meldungen im Zusammenhang
Die Forscher nutzen eine Kombination von Tinten, die lebendes Gewebe bilden können.

Chirurgische Nutzbarkeit

Derzeit gilt das Unternehmen Organovo als das Synonym für die Bioprint-Technologie. Noch in diesem Jahr soll lebendes Lebergewebe an die Pharmaindustrie verkauft werden. Die aktuellen in Advanced Materials veröffentlichten Ergebnisse könnten jedoch eine ernsthafte Konkurrenz darstellen.

Laut Don Ingber, dem Gründer des Wyss Institute, haben Tissue-Engineering-Experten nur auf ein derartiges Verfahren gewartet. «Die Möglichkeit, funktionale vaskuläre Netzwerke in 3D zu bilden, bevor sie implantiert werden, ermöglicht nicht nur dickere Gewebe herzustellen, sondern sie auch chirurgisch mit dem menschlichen Körper zu verbinden», so Ingber.

Überlebensfähigkeit gegeben

Menschliche Zellen benötigen Sauerstoff und Nährstoffe. Ohne die entsprechende Versorgung sterben sie ab. Bis jetzt war es für Forscher schwierig, dicke Gewebeteile in 3D zu drucken, da die Zellen im Inneren von den benötigten Ressourcen abgeschnitten sind. Dieses Problem haben die Forscher jetzt gelöst, indem sie Blutgefässe in eine Mischung von lebenden Zellen und einer extrazellulären Matrix gaben, die die Zellen zur Bildung von Gewebe verbindet.

Die meisten Materialien werden bei der Abkühlung hart. Das verwendete Material schmilzt jedoch bei der Abkühlung und formt so Blutgefässe innerhalb der Zellen und der Matrix. Die fertiggestellte Struktur wurde in einem nächsten Schritt gekühlt. Die Zellen blieben an Ort und Stelle, das geschmolzene Material konnte einfach abgesaugt werden.

Die so entstandenen Röhren wurden mit einer anderen Art von Zellen ausgestattet. Diese Endothelzellen kleiden Blutgefässe auch normalerweise aus. Sie passten sich natürlich an, um sie in der mit dem 3D-Drucker hergestellten Struktur zu bilden. Das so entstandene Netzwerk kann die Zellen im Inneren versorgen und sie am Leben erhalten. Wie auch Organovo sieht das Team das Testen von Medikamenten als naheliegenden Einsatzbereich. Zusätzlich könnten die Entwicklung von Tumoren und das Heilen von Wunden erforscht werden.

(awe/pte)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese egadgets.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Blue Ash - 3D-Druck könnte bald die ... mehr lesen
Die «gedruckte» Pille von Aprecia.
«3D Printed Anatomy Series»
Clayton - Wissenschaftler der Monash University haben mit Hilfe von 3D-Drucken eine völlig neue Serie von anatomischen Körperteilen geschaffen, die nach eigenen Angaben die medizinische ... mehr lesen
Pittsburgh - Ein neuer 3D-Drucker ... mehr lesen
Jede Form ist denkbar.
Der italienische Lebensmittelkonzern ... mehr lesen
eGadgets Gegenstände dreidimensional ... mehr lesen
Neue Modelle von MakerBot.
Weitere Artikel im Zusammenhang
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Schnelle Wahrnehmung und Einschätzung der Umgebung bei widrigen Lichtverhältnissen, z. B. bei Regen oder in der Dämmerung.
Schnelle Wahrnehmung und Einschätzung der Umgebung bei widrigen ...
Publinews DriveSafe Brillengläser  Viele Unfälle können vermieden werden, indem Gefahren und Hindernisse möglichst früh wahrgenommen werden und dadurch die Reaktionszeit verlängert wird. mehr lesen  
Publinews Das Telefonmuseum Telephonica in Islikon erzählt die Geschichte der Telekommunikation von den Anfängen bis hin zur heutigen digital vernetzten Gesellschaft. Besuchen Sie uns und erleben Sie Telefongeschichte zum Anfassen, zum Hören und zum Fühlen - spannend inszeniert für Gross und Klein. mehr lesen  
Technologie  Bern - Der Technologiekonzern Ascom erwartet einen Verlust im ersten Halbjahr. Für das zweite Halbjahr zeigt sich Ascom in einer Mitteilung vom Montagabend aber zuversichtlich: Es werde operativ deutlich besser ausfallen als das erste. mehr lesen  
eGadgets Grosse Kulleraugen  Taipei - Der taiwanische Elektronik-Konzern Asus will mit einem sprechenden Roboter ins Geschäft mit dem vernetzten Zuhause einsteigen. Der kleine Roboter «Zenbo» hat ein rundes Gehäuse mit Rädern und einen Kopf mit einem Touchscreen-Bildschirm als «Gesicht». mehr lesen  
Titel Forum Teaser
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    grüezi Wie lasterhaft Mitleid mitunter sein kann, beweisen Sie doch gerade ... Mo, 26.12.16 20:05
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Vom Tode träumt ein negrophiles Schäfchen doch ständig. Wenn tausende Frauen in England ... Mi, 28.09.16 11:58
  • HentaiKamen aus Volketswil 1
    Kommt wieder Aber leider eine RIESEN Verlust für Leser wie mich die nicht mit dem ... Sa, 13.08.16 01:13
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    sogar nach dem Tode hat die Kassandra noch die grösste Schnauze... jaja, diese ... Fr, 12.08.16 16:30
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Wow, wie hat sich die gute Kubra gemausert! Ich danke auch Ihnen ganz persönlich für die vielen harten und ... Mi, 20.07.16 20:25
  • Pacino aus Brittnau 731
    Übrigens, wusstet ihr schon . . . . . . dass die Foren von AZ (Wanner), 20min. und Schweizer Fernsehen ... Mi, 29.06.16 15:20
  • PMPMPM aus Wilen SZ 235
    Und jetzt? Ist noch online...? Liebes news-Team, schade ist die Situation so, dass etwas aufhören ... Di, 28.06.16 22:43
  • kubra aus Berlin 3232
    Danke für die gelebte Pressefreiheit. Damit mein ich durchaus auch den ... Di, 28.06.16 16:09
Rund 50 Prozent der beleidigenden Tweets werden von Frauen gesendet. (Symbolbild)
DOSSIER Social Media Frauenfeindlichkeit auf Twitter bleibt ein Problem Auch wenn der Twitter-CEO Dick Costello ...
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Do Fr
Zürich 6°C 19°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
Basel 8°C 19°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
St. Gallen 10°C 17°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
Bern 4°C 18°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
Luzern 9°C 18°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
Genf 4°C 18°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig recht sonnig
Lugano 8°C 20°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig recht sonnig
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten