Kostenloser SMS-Ersatz: Instant Messaging am Smartphone
publiziert: Dienstag, 21. Feb 2012 / 08:36 Uhr
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iOS, Android, Windows Phone und Blackberry haben bereits einen Messenger an Bord.
iOS, Android, Windows Phone und Blackberry haben bereits einen Messenger an Bord.

Noch vor wenigen Jahren gehörte die SMS zu den beliebtesten Anwendungen von Handy-Besitzern. Inzwischen gibt es immer mehr Smartphones - und diese bringen mit zum Teil schon vorinstallierten Instant Messengern Alternativen zur klassischen SMS mit sich. Viele andere Dienste lassen sich nachinstallieren.

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Dazu kommt, dass die Nutzung der Instant Messenger in der Regel kostenlos ist. Einzig die Datenverbindung, die für den Versand und Empfang der Mitteilungen erforderlich ist, schlägt mit Kosten zu Buche - zumindest in der Theorie, denn die meisten Smartphone-Nutzer werden ohnehin eine mobile Internet-Flatrate gebucht haben, um die mit ihrem Gerät möglichen Features nutzen zu können.

Welche Instant Messenger sind bei welchen Smartphones bereits vorinstalliert? Was bieten diese Dienste und welche Angebote lassen sich nachinstallieren? Diesen Fragen sind wir für unseren heutigen Ratgeber nachgegangen, wobei wir uns auf eine kleine Auswahl von Multimessengern beschränken müssen, um den Rahmen nicht zu sprengen.

Apple iPhone: iMessage bereits an Bord

Das Apple iPhone hat seit Veröffentlichung des iOS5-Betriebssystems im Oktober vergangenen Jahres einen eigenen Messenger. Dieser nennt sich iMessage und ist ausschliesslich auf dem iPhone 4S, dem iPhone 4, dem iPhone 3G S, dem iPad der ersten und zweiten Generation und den aktuellen Varianten des iPod touch nutzbar.

Seit wenigen Tagen gibt es eine neue Messaging-Applikation für den Mac, die zunächst in einer kostenlosen Beta-Version zur Verfügung steht. Beim neuen Mac-Betriebssystem Mountain Lion gehört «Messages», das unter anderem die iMessage auf den Computer bringt, direkt zur Firmware.

iMessage ist ein geschlossenes System, das ausschliesslich die Kommunikation zwischen Nutzern eines iOS-Handhelds und - dank der neuen Beta-Software - mit dem Mac erlaubt. Der Dienst ist Bestandteil der Nachrichten-App, mit der auch SMS- und MMS-Mitteilungen ausgetauscht werden können.

Wird eine Mitteilung an einen Kontakt verschickt, der ein iMessage-fähiges Endgerät nutzt, so ändert sich die Farbe bei der Text-Eingabe von grün in blau. Das ist für den Nutzer ein Zeichen dafür, dass anstelle einer - je nach Tarif kostenpflichtigen - SMS eine kostenlose iMessage verschickt wird.

Im Gegensatz zur bisherigen iChat-Anwendung und zur neuen Messages-App für den Mac bietet iMessage keine Anbindung an andere Instant Messenger wie ICQ, Windows Live oder Google Talk. Wer mit Freunden und Bekannten chatten möchte, die beispielsweise ein Android-Smartphone oder einen Blackberry besitzen, muss demnach einen weiteren Messaging-Client aus dem AppStore nachinstallieren.

Android-Smartphones kommen mit vorinstalliertem Google-Talk-Client

Auch bei Android-Smartphones ist ein Instant Messenger im Auslieferungszustand vorinstalliert. Dabei handelt es sich um Google Talk. Kein Wunder, denn bei Android handelt es sich schliesslich um ein von Google initiiertes Betriebssystem. Im Gegensatz zu iMessage ist Google Talk keine geschlossene Anwendung. Im Gegenteil: Der Dienst basiert auf dem offenen Jabber-Protokoll.

Google bietet einen Google-Talk-Client auch für den Windows-PC an. Am Mac lässt sich der Messenger beispielsweise mit der vorinstallierten iChat-Anwendung nutzen. Darüber hinaus ist Google Talk Bestandteil zahlreicher Multimessenger - nicht nur für den PC oder Mac, sondern auch für das Smartphone. So lässt sich über Google Talk auch mit Besitzern eines iPhone, Windows Phone oder Blackberry kommunizieren.

Da Google Talk auf dem Jabber-Protokoll basiert, können die Nutzer auch sogenannte Jabber-Transports mit einbinden. Darüber lässt sich Google Talk dann auch mit dem AOL Instant Messenger, dem Yahoo! Messenger, ICQ oder dem Windows Live Messenger verknüpfen und der Google-Account dient als zentraler Instant Messenger für alle Chat-Kontakte.

Windows Phone hat «MSN» und Facebook-Chat an Bord

Beim Windows Phone gehört seit dem Update auf die Firmware-Version 7.5 (Mango) der Windows Live Messenger zum Betriebssystem. Dieser lässt sich zudem mit dem Facebook-Chat verknüpfen. Darüber hinaus sind mit dem früher auch als «MSN» bekannten Windows Live Messenger auch Kontakte erreichbar, die den Yahoo! Messenger verwenden.

Es fehlt allerdings die Anbindung an Google Talk, ICQ und den AOL Instant Messenger. Wer als Besitzer eines Windows Phone einen dieser Dienste nutzen möchte, benötigt einen Multimessenger. Wie beim iPhone sind die Chat-Clients auch beim Windows Phone im gleichen Menü wie SMS und MMS zu finden.

Blackberry Messenger kommuniziert nur zu anderen RIM-Smartphones

Einen eigenen Messenger bieten auch die Blackberry-Smartphones des kanadischen Herstellers RIM. Mit diesem können die Nutzer allerdings nur untereinander kommunizieren - ähnlich wie bei der iMessage von Apple. Wer Kontakt mit Freunden und Bekannten aufnehmen möchte, die einen der anderen Messenger verwenden, benötigt einen Multimessenger.

Vor geraumer Zeit gab es Gerüchte, nach denen der Blackberry Messenger auch für andere Smartphone-Plattformen angeboten werden soll. Diese Berichte haben sich bislang nicht bestätigt. RIM bietet jedoch künftig für Firmenkunden eine Software-Lösung an, die die Administration von iOS- und Android-Handhelds ermöglicht. Denkbar wäre, dass der Messenger perspektivisch auch auf diesen Software-Plattformen Einzug hält. Konkrete Hinweise hierzu gibt es allerdings noch nicht.

WhatsApp: Die plattformübergreifende Alternative zu SMS und MMS

Zu einer der beliebtesten SMS- und MMS-Alternativen hat sich der WhatsApp Messenger entwickelt. Im Gegensatz zum klassischen Instant Messaging funktioniert das Angebot nicht über einen neuen Benutzernamen, sondern über die eigene Handynummer. Zudem müssen Kontakte - wie bei der iMessage - nicht zum Messenger hinzugefügt werden. Vielmehr greift die Anwendung auf das im Smartphone gespeicherte Adressbuch zurück. Alle dort mit Rufnummern gespeicherten Kontakte, die ebenfalls WhatsApp verwenden, tauchen automatisch in der Messenger-Liste auf.

Vorteil von WhatsApp ist neben der einfachen Handhabung die Möglichkeit der plattformübergreifenden Nutzung. So ist die App für das Apple iPhone, für Android-Smartphones, für den Blackberry, das Windows Phone und für Nokia-Smartphones mit Symbian verfügbar. Auch ein Gruppenchat für jeweils bis zu zehn Teilnehmer ist möglich.

Die App ist je nach Plattform kostenlos oder kostenpflichtig erhältlich. Teilweise gibt es auch Abo-Modelle, bei denen die Nutzung im ersten Jahr gratis ist und dann kostenpflichtig wird. Anwender berichten allerdings, dass ihnen die kostenlose Nutzungsphase bislang jeweils automatisch verlängert wurde.

Bei IM+ macht's Piep

Der Multimessenger IM+, den es seit vielen Jahren für verschiedene Smartphone-Plattformen gibt, will WhatsApp mit seinem Piep genannten Dienst Konkurrenz machen. Das Angebot funktioniert nach dem gleichen Prinzip wie WhatsApp, nur dass die Kommunikation dann zwischen den Nutzern von IM+ stattfindet.

IM+ bietet als Besonderheit neben den klassischen Messaging-Plattformen wie ICQ, AIM, Windows Live, Yahoo! und Google Talk auch die Unterstützung für den Skype-Chat. Je nach Plattform kommt dazu noch Twitter, so dass sich die Nutzer eingehende Meldungen aus der Timeline, Antworten und Direktnachrichten auf das Handy-Display pushen lassen können.

IM+ gab es früher nur als kostenpflichtige Software. Inzwischen ist auch eine werbefinanzierte Gratis-Variante erhältlich. Der Multimessenger hebt sich von Konkurrenzprodukten auch dadurch ab, dass er für zahlreiche Smartphone-Plattformen erhältlich ist. So gibt es IM+ für das Apple iPhone, für den Blackberry, für Android, für webOS, für das Windows Phone, für Symbian-Serie60- und Symbian-3-Handys, für den alten Windows-Mobile-Standard - wahlweise mit und ohne Touchscreen - sowie für alle Handys mit Unterstützung für Java-Software.

Alternativen zu IM+ sind beispielsweise das auch vom PC bzw. Mac bekannte Trillian sowie BeejiveIM, eBuddy, Fring und Nimbuzz. Allerdings ist nicht jeder der genannten Multimessenger mit allen Betriebssystemen nutzbar.

Fazit: Instant Messaging auf praktisch jedem Smartphone verfügbar

Unsere Beispiele zeigen: Instant Messaging ist praktisch für jedes Smartphone verfügbar. Die meisten aktuellen Geräte bringen zumindest einen Messenger schon im Auslieferungszustand mit sich. Wer mehr will, kann einen Multimessenger nachinstallieren. Die meisten Dienste sind kostenlos und helfen beispielswese, Kosten für den SMS-Versand zu sparen. Einzig eine mobile Internet-Verbindung ist erforderlich - diese sollte bei Smartphone-Besitzern aber ohnehin obligatorisch sein.

(Markus Weidner/teltarif.ch)

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