Internet «made for me»
publiziert: Sonntag, 8. Feb 2009 / 13:07 Uhr / aktualisiert: Montag, 9. Feb 2009 / 08:40 Uhr

Hamburg/München - Die Deutschen sind keine Multimedia-Muffel – aber auch keine Enthusiasten. Das zeigt der repräsentative «Media»-Report von Deloitte, wozu rund 9'000 Verbraucher aus fünf Ländern zu ihren Mediengewohnheiten befragt wurden.

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Mit intelligentem Online-Marketing können Unternehmen erhebliche Effekte erzielen.
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Trotz gut ausgebauter Infrastruktur und einer vergleichsweise stark wachsenden Verbreitung schneller Internetverbindungen weist Deutschland noch viele Potenziale auf.

Dies betrifft nicht nur bislang noch ungenutzte Möglichkeiten bei der Marktdurchdringung von Breitbandübertragungen. Auch entdecken zunehmend alle Altersgruppen Multimedia für sich.

So liegt das Durchschnittsalter der Onliner in Deutschland bei 44 Jahren. Immer wichtiger wird dabei die Personalisierung, vor allem was die individuelle Zusammenstellung und Gestaltung medialer Inhalte betrifft.

Typisch deutsche Eigenschaften

«Der Report reflektiert die typischen deutschen Eigenschaften, wie eine gute Portion Skepsis und einen ausgesprochenen Pragmatismus. Anders als US-Amerikaner oder Brasilianer sind Deutsche nicht ohne Weiteres bereit, mehr Geld für maximale Bandbreite oder neueste Entwicklungen auszugeben – obwohl ein Breitband-Anschluss für mehr als die Hälfte der wichtigste Media-Service ist. Von Technikfeindlichkeit kann aber keine Rede sein: Gerade die jüngeren Generationen entdecken die Vorteile des Web 2.0 für sich», erklärt Klaus Böhm, Director Media bei Deloitte.

Vor allem jüngere Zielgruppe aufgeschlossen

Über 50 Prozent der Befragten in Deutschland nutzen eher ihren Computer als das TV zur Unterhaltung, 26 Prozent ihr Mobiltelefon. Das gilt für die sogenannte «Generation X» (26 bis 42 Jahre) wie auch vor allem für die «Millenials» (14 bis 25 Jahre).

Die Generation X geht routiniert mit den neuen Medien um, ist in der Regel gut ausgestattet und setzt Trends. 81 Prozent bezeichnen ihren PC oder Notebook als eines der drei wichtigsten medienrelevanten Geräte. Bei den Millenials besuchen 58 Prozent Onlinegame-Seiten und 44 Prozent nutzen den Computer als Fernsehersatz.

Im Gegensatz zum Gesamtdurchschnitt würden hier 42 Prozent mehr Content aus dem Internet herunterladen, wenn mehr Bandbreite zur Verfügung stünde, 32 Prozent würden sogar mehr dafür zahlen.

Generationenübergreifender Wissens- und Erfahrungstransfer

Insgesamt kann beobachtet werden, dass die Herangehensweise an die neuen Medien sich über die unterschiedlichen Altersklassen hinweg angleicht. Die Millenials wachsen als sog. «born »-Generation multimedial auf und sehen vor allem Web 2.0-Funktionalitäten als Selbstverständlichkeit für Unterhaltung und Kommunikation in ihrem Alltag an.

Gleichzeitig engagieren sich bereits 30 Prozent der Generation X mit eigenen Profilen und Blogs auf Social Networking Sites, und 40 Prozent der 62- bis 75-Jährigen gestalten regelmässig User Generated Content. Die Altersgruppen lernen gegenseitig voneinander, sodass sich die jeweilige Nutzung von neuen Medien sukzessive annähert.

Internet «made for me»

Ganz besonders wichtig ist den Deutschen – eine zunehmende Personalisierung und Individualisierung der Online-Inhalte. 53 Prozent der Millenials und 41 Prozent der Generation X sehen sich selbst als Produzent und Publizist eigener Inhalte.

Mit der steigenden Bedeutung, die PC und Smartphone für die eigene Unterhaltungswelt erlangen, kann über alle Altersgruppen eine klare Tendenz weg von vorgefertigten Programmen und Produkten hin zur Unterhaltung im Do-it-yourself-Verfahren konstatiert werden.

Dazu passt, dass der von Usern ins Netz geladene Content immer beliebter wird. Vor allem die Jüngeren bevorzugen Amateurvideos: Millenials verwenden mehr als die Hälfte ihrer Internet-Videozeit auf Videos anderer User – mit der Begründung, diese seien origineller und unterhaltsamer. Der Trend zur Personalisierung neuer Medien zeigt, dass Web 2.0 in Deutschland angenommen ist.

Online-Werbung hat hohen Einfluss

Aus Sicht werbetreibender Unternehmen ist besonders relevant, dass die Deutschen Online-Werbung annehmen und als wirksam erachten. Im Unterschied zu den anderen Nationen glauben 57 Prozent der Befragten, dass Werbung im Internet einen erheblichen Einfluss hat, hinter TV-Werbung und noch vor Print. Bei der jungen Zielgruppe lässt sich die Akzeptanz von Online-Werbung steigern, indem entweder ein Mehrwert angeboten wird (61 Prozent) oder die Werbung exakt auf den Adressaten abgestimmt ist (46 Prozent). Mit intelligentem Online-Marketing können Unternehmen folglich erhebliche Effekte erzielen.

(Quelle: Deloitte & Touche GmbH - Deutschland)

(li/news.ch mit Agenturen)

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