Handyhersteller erwarten weitere Zuwächse
publiziert: Dienstag, 23. Mrz 2004 / 16:00 Uhr

Das vergangene Jahr lief für die Hersteller von Mobiltelefon so gut wie nie - zumindest für jene unter ihnen, die den westeuropäischen Markt beliefern. Das berichtet heute das Handelsblatt und bezieht sich dabei auf eine Untersuchung des Marktforschungsinstituts Strategy Analytics.

Handys werden immer kompakter bei einer Zunahme an Funktionen.
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Der südkoreanische Handy-Hersteller Samsung ist trotzdem noch nicht zufrieden. Das Blatt zitiert den für Mobiltelefone zuständigen Bereichschef Ki Tae Lee: "Wir haben in einigen Segmenten Marktanteile verloren. Das wollen wir in diesem Jahr nicht nochmal sehen". Samsung wolle seinen Marktanteil, der in Europa zurzeit bei gut 8 Prozent liegt, weiter steigern.

US-Konkurrent Motorola hat sich das auch vorgenommen. Dieser Hersteller ist mit einem Anteil von 7,6 Prozent die Nummer vier auf dem europäischen Handymarkt und will mit neuen Modellen ebenfalls die Marktanteil steigern. Laut Mike Zafirovski, Motorola-Vorstand für das operative Geschäft, sei die Nachfrage nach einigen neuen Geräten bisher sehr ermutigend. Wachstumsplus von 20 Prozent im Jahr 2003

Weltweites Plus von 20 Prozent

Der neue Optimismus kommt nicht von ungefähr: Die Wachstumsraten der Branche haben im vergangenen Jahr die Erwartungen übertroffen. Die Handybranche konnte sich weltweit über ein Plus von gut 20 Prozent freuen. Strategy Analytics-Analyst Neil Mawston, erklärt die starke Nachfrage mit niedrigeren Durchschnittspreisen, höheren Subventionen im Handel sowie den neuen Zusatzfunktionen von Mobiltelefonen wie Digitalkameras. Vor allem die Kamera-Handys treiben das Geschäft in Westeuropa an.

Hoffnungen bei Push-to-Talk

Als weiteren Wachstumstreiber sehen die Hersteller - wie schon berichtet - vor allem Push-to-talk (PTT), das allmählich aus den USA nach Europa kommt. Der US-Netzbetreiber Nextel konnte durch diesen Service zahlreiche Kunden für sich gewinnen. Motorola und SonyEricsson erwarten für PTT bereits im kommenden Jahr signifikante Nutzerzahlen.

Jedoch ist das grösste Hindernis für PTT noch nicht beseitigt: Push-to-talk funktioniert bisher nicht über Geräte und Mobilfunknetze verschiedener Hersteller hinweg. Deshalb arbeiten Siemens, SonyEricsson und Motorola zurzeit an einem gemeinsamen Standard für die Walkie-Talkie-Telefonie.

UMTS-Schub erst im nächsten Jahr

UMTS-Handys werden bei den Verkaufszahlen der Gerätehersteller in diesem Jahr dagegen voraussichtlich keine grosse Rolle spielen. Zwar wollen die deutschen Mobilfunknetzbetreiber in den nächsten Monaten mit dem Verkauf von UMTS-Handys starten. Die Branchenexperten schätzen aber, dass nur rund 3 Prozent der in diesem Jahr verkauften Mobiltelefone UMTS-fähig sein werden.

(Marie-Anne Winter/teltarif.ch)

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