Handy-Nachrichten in Japan
publiziert: Donnerstag, 6. Mrz 2003 / 17:20 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 6. Mrz 2003 / 18:48 Uhr

Tokio - Das amerikanische Magazin Online Journalism Review (OJR) hat eine Tochter-Version ihrer Webseite in Japan ins Leben gerufen und vergleicht den europäischen und amerikanischen mit dem japanischen online Nachrichten Markt.

60 Mio Japaner haben ein Handy mit Internet Zugang.
60 Mio Japaner haben ein Handy mit Internet Zugang.
Das neue Magazin Japan Media Review wird ausschliesslich auf dem Internet publiziert und widmet sich im wöchentlichen Rhythmus ausschliesslich dem Thema, wie neue Technologien die Berichterstattung in Japan verändert.

In der ersten Ausgabe schreibt Jane Ellen Stevens, Redakteurin von OJR, über die Ähnlichkeiten und Unterschiede des japanischen und des amerikanischen Journalismus im Allgemeinen.

Japan ist eines der medienfreundlichsten Länder der Welt und der Journalismus hat einen dementsprechend hohen gesellschaftlichen Stellenwert. Die zwei Tageszeitungsriesen Yomiuri und Asahi haben jeweils über 2 000 angestellte Journalisten. Ergebnis dieser grossen Bedeutung der Printmedien: Online Journalismus wird marginalisiert.

Handys mit Web-Zugang versprechen Gewinne

Die neuen Web-zugänglichen Handys versprechen nun aber den online Journalismus in ein besseres Licht zu rücken. Wie im Westen gingen auch die grossen japanischen Zeitungen in den Neunziger Jahren online und stellten eigenständige redaktionelle Teams zusammen. Mittlerweile haben aber die meisten Zeitungen diese Teams zurück in die Hauptredaktionsgruppen geholt und Webredaktoren sind in Japan mehrheitlich verschwunden.

Wie in Amerika und Europa konnte sich auch Pay-per-View in Japan noch nicht durchsetzen und die einzige Zeitung, die umgestellt hat, und mit ihrer online Publikation auch Profite herausschlägt, ist die japanische Version des Wall Street Journals. Der Nikkei Shimbun verlangt umgerechnet 75 Franken für ein Jahresabonnement ihrer online Ausgabe.

Die einträglichste Sparte im online Bereich war bisher eindeutig der Nachrichten-Service für Mobil-Telefone. Beinahe 60 Mio der 72 Mio Handybesitzer in Japan haben einen Web-Zugang auf ihrem Telefon. Für den Yomiuri Verlag hat sich dies als wahre Goldgrube entpuppt. Yomiuri war die erste Tageszeitung, die ihren Inhalt auch Handy-kompatibel anbot.

Der online Telefon-Nachrichtendienst von Yomiuri umfasst nur sechs Redakteure und Redakteurinnen. Die Dienstleistung erwirtschaftet aber einen jährlichen Profit von 150 Mio Franken.

(bsk/news.ch)

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