Handy-Klassiker im Rückblick - Teil 2
publiziert: Montag, 26. Okt 2009 / 00:02 Uhr

Wer ein Handy-Modell erfolgreich in den Markt einführt, darf sich nicht entspannt zurücklehnen, zu schnelllebig ist der Handy-Markt - das zeigen die Beispiele von einst viel beachteteten Handy-Modellen angeschlagener oder bereits gescheiterter Handy-Hersteller.

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Fehlende Multimedia und wenig massentaugliches Design bedeuteten 2002 das Ende der Handysparte von Ericsson und die Überführung in ein Joint Venture mit Sony. Dennoch hatte Ericsson technisch so einiges drauf. Viele Fans weinen dem Hersteller heute noch Tränen nach.

Mitte 2001 brachten die Schweden ihren vorletzten Knüller auf den Markt - das T39m. Schon damals war aber klar, dass das Gerät aufgrund des vollkommen unterdimensionierten Displays kein Erfolg werden konnte. Dies war erst dem Nachfolger T68m vergönnt, unter der Bezeichnung T68i wurde er dann zum ersten Handy von Sony Ericsson.

Im kompakten Magnesiumgehäuse des T39m mit Massen von 122 mal 50 mal 19 Millimetern mit einem geringen Gewicht von 86 Gramm stecken Funktionen, über die sich damals nicht nur Businessnutzer freuten. In keiner Weise selbstverständlich waren der Organizer, das komfortable Telefonbuch und die Funktechniken Infrarot und Bluetooth.

Per Bluetooth konnte das T39m sogar mit kabellosen Headsets zusammenarbeiten, auch eine Datenübertragung war möglich. GPRS gab es ebenfalls, so war das Abrufen von E-Mails oder auch das Surfen auf WAP-Seiten kein Problem. Auch wenn es viele T39m-Besitzer als Nachteil empfanden: Die dicke Antenne, die nach oben hin etwas schlanker wird, wurde zum Markenzeichen des T39m.

Vorsicht vor Fälschungen

In Internet-Auktionen ist das T39m auch heute noch problemlos zu bekommen. Aber Vorsicht: Oft handelt es sich um Importware aus Asien, die «refurbished» wurde und als Neuware oder «überarbeitetes Gerät» deklariert wird.

Das bedeutet: neues, nicht originales, Gehäuse. Manchmal ist auch das ursprüngliche Innenleben ersetzt worden. Heute versucht Sony Ericsson, mit einer Neuausrichtung («Entertain Unlimited») und neuen Handys wie dem seit wenigen Tagen erhältlichen Satio wieder die Trendwende zu schaffen.

Palm (Handspring) Treo 180: Erster PDA mit Dualband-GSM-Telefon

Zu Beginn des neuen Jahrtausends ging die Zeit der klassischen PDAs langsam aber sicher zu Ende. Palm, Erfinder des PDA mit Stiftbedienung, befand sich schon damals in einer kleinen Krise: Führende Entwickler hatten sich 1998 selbstständig gemacht und die Firma Handspring gegründet. Erst 2003 schlossen sich Palm und Handspring wieder zusammen, unter dem Namen palmOne. Heute versucht das Unternehmen, wieder unter der Marke Palm, mit dem neuen Touchscreen-Smartphone Pre Marktanteile zurückzugewinnen.

Anfang 2002 stellte Handspring mit dem Treo 180 den ersten PDA mit eingebautem Dualband-GSM-Telefon vor. Auf den ersten Blick waren die Unterschiede zu bisherigen reinen PDAs marginal. Lediglich eine kleine Stummelantenne verriet, dass im Treo 180 mehr steckte. Neu waren die Telefonfunktionen und sogar ein Freisprecher - 2002 noch keineswegs eine Selbstverständlichkeit. Als Betriebssystem kam Palm OS 3.5 zum Einsatz. Unter dem Graustufen-Display hatte Handspring eine kleine QWERTZ-Tastatur verbaut, die sich trotz Minitasten gut bedienen liess.

Der Datenaustausch und die Synchronisation konnten über Kabel oder Infrarotport erfolgen. Komfortabel war auch die E-Mail-Verwaltung, denn der Treo 180 konnte mit mehreren E-Mail-Konten umgehen. Auch einen Webbrowser gab es schon. Der «Blazer»-Browser zeigte für PDAs optimierte Seiten, aber auch «echte» Webseiten an. Aufgrund der noch langsamen Internetverbindung per GPRS war allerdings langes Warten angesagt.

Der Nachfolger des Treo 180, der Treo 270, kam nur ein Vierteljahr später auf den Markt. Einziger Unterschied: Das Graustufen- wurde durch ein Farbdisplay ersetzt. Die beiden Modelle sind heute sehr selten, da Handspring die Geräte nicht mit Verträgen über die Netzbetreiber, sondern in Eigenregie verkaufte.

Motorola A830: UMTS-Handy für viel Geld

Heute ist Motorola nur noch ein Schatten seiner selbst. Dabei waren die Amerikaner die ersten, die seinerzeit ein GPRS-Handy im Programm hatten. Und auch beim 3G-Mobilfunk (UMTS) war Motorola am schnellsten. Noch vor wenigen Jahren erwies sich das Motorola RAZR als Verkaufsschlager. Heute setzen die Amerikaner auf Googles Betriebssystem Android und sind gerade dabei, sich selbst neu zu finden.

2003 war die Zeit reif für die kommerzielle Nutzung von UMTS. Der neue Standard versprach schnelle Downloads und Videotelefonie. Letzteres Feature hat sich bis heute aber nicht etabliert. Motorola brachte mit dem A830 das erste UMTS-Handy nach Europa und verkaufte das Gerät sogar an Siemens: Die Münchner druckten einfach ihr Logo drauf und nannten es U10. Das A830 war durchaus ein modernes Handy mit USB, Infrarot, Bluetooth und natürlich dem schnellen UMTS-Funk. Für genügend Speicherplatz sorgte eine SD-Speicherkarte.

Einen gravierenden Nachteil hatte das A830 aber doch: Es wog über 150 Gramm und war mit 135 mal 53 mal 24 Millimetern nicht derart kompakt wie die bisherigen GSM-Handys. Das lag vor allem am dicken Akku, der dem Stromfresser UMTS gerecht werden sollte. Auch der aus heutiger Sicht horrende Preis dürfte viele Interessenten abgehalten haben. Heute ist das A830 eines der seltensten Handys. Selbst in Auktionen ist Glück notwendig, um ein solches Gerät zu ergattern. Unter Sammlern ist das Motorola A830 daher sehr begehrt.

(Johannes Michel/teltarif.ch)

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