Wien - Das HTC Touch Pro vereint einen trendigen Touchscreen und ein ausziehbares Keyboard in einem Smartphone. Schick präsentiert sich dabei das Design von der Verpackung über die Gerätehülle bis hin zum hochwertigen VGA-Display und der Bedienoberfläche TouchFLO 3D.

VGA-Display überzeugt
Beim ersten Start des Smartphones wird klar, dass sich die Bildqualität des VGA-Displays mit 640 mal 480 Bildpunkten und bis zu 65'536 Farben wirklich sehen lassen kann. Das hilft der optischen Wirkung der Nutzeroberfläche TouchFLO 3D.
Der Umgang mit ihren Funktionen sollte Nutzern nach einer kurzen Eingewöhnungsphase keine Probleme machen. Zum Funktionsumfang zählt neben ActiveSync zum Synchronisieren mit einem Computer, auch der mobile Zugriff auf E-Mails und Internet mit bis zu 7,2 Megabit pro Sekunde Downloadrate in Netzen mit entpsrechendem HSDPA-Ausbau.
Als Standard-Browser kommt im Touch Pro Opera Mobile zum Einsatz, wobei einige beliebte Webseiten für den Schnellaufruf vorkonfiguriert sind. Bei der Reiseplanung hilfreich kann dabei die Wetter-Applikation sein, während eine gelungene YouTube-Anwendung den Unterhaltungswert des Geräts steigert.
Touchkonzept kann iPhone nicht das Wasser reichen
Auch die Verwendung der beiden integrierten Kameras oder der Start von Programmen von Office-Mobile-Anwendungen bis zu Spielen funktioniert mithilfe der TouchFLO-3D-Umgebung ohne gröbere Probleme. Zusätzliche Programme können dabei allerdings nur im entsprechenden Submenü für den Schnellaufruf eingerichtet werden.
So stark auf einfache Touch-Bedienung zugeschnitten wie der Touch-Handy-Vorreiter iPhone wirkt das HTC Touch Pro trotz TouchFLO-Oberfläche allerdings nicht.
So setzt HTC weiterhin hauptsächlich auf die Bedienung über den inkludierten Stylus. Die direkte Eingabe mittels eigenem Finger ist weniger komfortabel als beim iPhone. Sauberkeitsfetischisten werden sich allerdings über die fehlenden Fingerabdrücke freuen, die eine derartige Bedienung sonst hervorruft.
Automatische Providerkonfigurationen
Ausserdem bietet das ausziehbare Keyboard klare Vorteile, wenn das Smartphone auch produktiv genutzt werden soll. Ein virtuelles Keyboard ist für die Eingabe längerer Texte, ob nun bei E-Mails, Kalendernotizen oder Word-Mobile-Dateien, eben nicht ganz optimal.
Praktisch für Anwender ist, dass anhand der SIM-Karte automatisch Telefon- und Datenverbindungen für viele Provider automatisch konfiguriert werden. Individuelle Anpassungen der Einstellungen sind auf der Betriebssystem-Ebene (Windows Mobile 6.1) möglich. Während Datenverbindungen leicht gemacht wurden, offenbarte das Testgerät aber ausgerechnet als Telefon eine störende Schwäche.
Vollwertige Tastatur als Plus
Die Sprachqualität konnte nicht restlos überzeugen, da der Klang zwar immer verständlich, aber speziell ohne Kopfhörer oder Headset fallweise irritierend blechern war. Nicht störend, aber etwas lästig war, dass die Annahme von Gesprächen per Touchscreen bisweilen erst beim zweiten Antippen geklappt hat.
Mit der QWERTZ-Tastatur des HTC Touch Pro ist die Eingabe längerer Texte deutlich leichter. Das liegt nicht zuletzt daran, dass die Tasten eine angenehme Grösse und einen guten Druckpunkt haben.
Selbst Anwender mit dickeren Fingern sollten Fehleingaben somit gut vermeiden können. Im Landscape-Modus mit ausgefahrenem Keyboard offenbart sich allerdings auch eine Schwäche, denn die 3D-Oberfläche wurde dafür nicht umgesetzt.
Verspielte Oberfläche
Zugegeben, wer gerade die Tastatur zur Arbeit braucht, kann auf die etwas verspielte Oberfläche verzichten. Das ändert aber nichts daran, dass der Landscape-Modus mit seinen Icons im Vergleich zum Normalbetrieb etwas spartanisch wirkt.
Dass HTC mit dem Touch Pro nicht zuletzt Vielreisende ansprechen will, macht das Ladegerät deutlich. Eine Netzstecker-Einheit wird auf den Hauptteil des Geräts gesteckt. Ein Stecker gehört zum Standard-Lieferumfang, weitere Adapter beispielsweise für britische oder amerikanische Stromnetze sind als Zubehör erhältlich.
Weniger erfreulich ist dagegen, dass das Keyboard des Geräts es insgesamt etwas klobig wirken lässt und das Gesamtgewicht erhöht. Allerdings findet sich in der Tastatur auch ein Vorteil gegenüber dem Familien-Vorgänger HTC Touch Diamond. Dank einem microSD-Kartenslot lässt sich der Speicher des Touch Pro problemlos erweitern.
Fazit: Eher Business als Lifestyle
Wie auch der SIM-Steckplatz wird der microSD-Slot vom Batteriegehäuse-Deckel geschützt. Angenehm ist dabei, dass sowohl Speicherkarte als auch SIM bei Bedarf ohne entfernen des Akkus getauscht werden können.
Insgesamt kann das HTC Touch Pro in Punkto Touch-Bedienung dem iPhone nicht ganz das Wasser reichen. Das liegt auch daran, dass die Lagesensoren des Smartphones kaum von Programmen genutzt werden. Das ist irgendwie schade, denn nach einer Neukalibirierung hat das Spiel «Teeter» den Eindruck vermittelt, dass die Sensoren eigentlich gut funktionieren.
Kombiniert mit einem Listenpreis von knapp 700 Euro ist das Smartphone als reines Lifestyle-Gerät damit wohl nur bedingt interessant. Deutlich attraktiver dürfte das Gerät für Business-Reisende sein. Ihnen wird eine gute Hardware-Tastatur als echte Eingabehilfe bei Produktivanwendungen geboten und der Unterhaltungswert stimmt.
(tri/pte)
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