Großbritannien: Netzbetreiber scheitern mit Klage gegen Preissenkungen
publiziert: Sonntag, 29. Jun 2003 / 16:45 Uhr

Die Mobilfunkkonzerne mussten in Großbritannien eine Schlappe einstecken: Sie scheiterten mit ihrem Versuch, vor Gericht eine deutliche Senkung der Tarife für Gespräche zwischen den verschiedenen Handynetzen zu verhindern.

Vodafone, T-Mobile und Orange müssen Fremdnetz-Gespräche billiger anbieten.
Vodafone, T-Mobile und Orange müssen Fremdnetz-Gespräche billiger anbieten.
Das berichtete die britische Financial Times. Das Gericht kam zu der Ansicht, dass die entsprechende Entscheidung des britischen Regulierers und der Wettbewerbskommission rechtmäßig sei. Der Beschluss der Marktwächter sei "vernünftig und nicht irrational".

Verbraucherschützer nahmen das Urteil wohlwollend auf, sie hatten eine deutliche Reduzierung der Telefonkosten gefordert. Analysten hingegen bewerten die erzwungenen Preissenkungen mit gemischten Gefühlen. Sie weisen daraufhin, dass die Netzbetreiber mit steigenden Kosten zu kämpfen hätten und jetzt weitere Einbußen auf der Einnahmeseite hinnehmen müssten.

Bereits im Januar haben die Wettbewerbshüter angeordnet, dass die Minutenpreise für netzübergreifende Gespräche in den kommenden drei Jahren um fast 50 Prozent gesenkt werden müssen. In einer ersten Stufe müssen die Betreiber ihre Preise nun im Juli senken. Die Netzbetreiber argumentieren, dass sie diese Preissenkungen in finanzielle Schwierigkeiten brächten. T-Mobile kommentierte, dass man dem Unternehmen zwar nicht verbiete, Geld zu verdienen, aber offensichtlich wünsche man, dass es auf andere Weise als mit Entgelten für die Gesprächsterminierung verdient würde. Möglicherweise werden nun die bisher noch subventionierten Endgeräte für die Konsumenten teurer.

(pt/teltarif.ch)

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