Googles Ambitionen für das mobile Internet
publiziert: Montag, 6. Aug 2007 / 08:55 Uhr / aktualisiert: Montag, 6. Aug 2007 / 10:08 Uhr

Google und die Auktion der US-Mobilfunk-Lizenzen und die von Google an den Telekom-Regulierer FCC gestellten Bedingungen - das war in den vergangenen zwei Wochen das heiss diskutierte Top-Thema in den USA: Wird die FCC nachgeben und auf Googles Forderungen eingehen?

Wird Google auch im Mobilfunkgeschäft Fuss fassen.?
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Fast entstand der Eindruck, nicht die FCC, sondern Google wäre Veranstalter und Hauptakteur der Auktion. Werden Googles Forderungen den US-Mobilfunkmarkt umkrempeln?

Nachdem vergangenen Dienstag die FCC nun die Regularien der Auktion bekannt gegeben hatte, gab es einen Teilerfolg für Google: Demnach muss sich der Auktionsgewinner zum freien Zugang aller Geräte und Dienste verpflichten. Dagegen besteht keine Verpflichtung der Lizenznehmer zur Weitergabe der Kapazitäten an andere Anbieter zu Grosshandelspreisen. Jetzt wird fleissig weiterdiskutiert: Wie ist das FCC-Regelwerk zu beurteilen, was sind die Konsequenzen? Ist die FCC Google weit genug entgegen gekommen? Wird Google nun an der Auktion teilnehmen oder doch nicht?

Google-Handys wenig überzeugend

Nun hat das Wall Street Journal (WSJ) nachgelegt und einen mit mannigfachen Insider-Informationen unterfütterten Aufmacher-Artikel veröffentlicht, in dem Googles Ambitionen auf dem Mobilfunk-Markt analysiert und das «Phone Project» des Suchmaschinen-Giganten vorgestellt wird. Tenor: Google rüstet sich auf breiter Front, sein im Internet so erfolgreiches, multi-milliardenschweres Geschäftsmodell der Anzeigenvermarktung auf das mobile Internet auszuweiten.

Wie nicht anders zu erwarten, lehnte es ein Google-Sprecher ab, die Spekulationen zum Phone Project zu kommentieren, merkte aber aufschlussreich an: «Wir arbeiten mit fast allen Carriern und Herstellern zusammen, um die Google-Suche und andere Google-Applikationen auf ihre Geräte und in ihre Netzwerke zu bringen.»

Genau dies aber will das WSJ aus informierten Kreisen erfahren haben: Google habe Netzbetreibern Kooperations-Angebote unterbreitet, technische Spezifikationen für Mobilgeräte ausgearbeitet und Geräteherstellern unterbreitet. Mehrere hundert Millionen Dollar soll der Konzern in sein Phone Project investiert haben.

Mobiles Internet-Geld

Die Zielsetzung: Das jetzt oft noch schwerfällige und unausgereifte mobile Internet weiterzuentwickeln und für die Nutzer attraktiv und einfach zu machen. Und, selbstverständlich, am Zukunftsmarkt mobiles Internet Geld zu machen. Marktforscher schätzen, dass der Markt für Werbung auf Mobiltelefonen von 1,5 Milliarden US-Dollar (1,64 Milliarden Franken) im vergangenen Jahr bis zum Jahr 2011 auf 14 Milliarden US-Dollar (15,36 Milliarden Franken) anschwellen wird.

Auch zwei erste Prototypen des Gerüchte-umwobenen Google-Handys wollen Insider gesehen haben. Deren Konzeption sei jedoch weitaus nicht so überzeugend und revolutionär wie das iPhone. Ein Prototyp erinnere an schlanke Nokia-Handys und sei mit einer Schiebe-Tastatur ausgestattet. Der zweite Prototyp sei mit Treo- und Blackberry-Smartphones vergleichbar. Mit dem Erscheinen des Google-Handys könne, wenn überhaupt, frühestens im kommenden Jahr gerechnet werden. Als möglicher Hersteller wird LG gehandelt.

Googles Omnipräsenz auch auf dem Handy?

Das Google Phone Project sei bedeutend weitreichender als bisherige Deals, die Google-Suche und Google-Applikationen wie Google Maps oder Google Mail in ausgewählte Mobiltelefone zu integrieren, berichtet das WSJ. Über ein Set von Hardware- und Software-Spezifikationen soll die mobile Nutzung der Google-Apps optimiert werden, und ein neuer, ausgeklügelter mobiler Webbrowser sei in der Entwicklung. Im Klartext: Google will seine im Internet unangefochtene Dominanz bei den Suchmaschinen und der Anzeigen-Vermarktung auf das mobile Internet ausweiten.

Googles Marschroute scheint klar, doch der Weg zur marktbeherrschenden Stellung im mobilen Internet ist nicht frei von Widerstand. In der Mobilfunk-Industrie wird der Neuling Google keineswegs nur mit offenen Armen empfangen, so das WSJ. Trotz der Vorteile, die eine Kooperation mit dem mächtigen Unternehmen mit sich bringen könnte, werden die Ansprüche und Konditionen, mit denen der Suchmaschinen-Gigant in das Mobilfunk-Geschäft einsteigen will, vielfach als überzogen beurteilt. Das WSJ zitiert Lowell McAdam, CEO des amerikanischen Netzbetreibers Verizon Wireless: «Sie wollen einen unangemessenen Anteil an den Umsätzen. Dies alles läuft auf eine Schlacht um den mobilen Anzeigen-Dollar hinaus.»

(Christian Horn/sda)

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