Ohne Berührung
Galaxy S4-Gesten- und -Augensteuerung im Test
publiziert: Mittwoch, 1. Mai 2013 / 12:05 Uhr

Air View, Smart Scroll & Quick Check: Das können die Spezial-Features.

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Viel ist im Vorfeld des Verkaufs vom Samsung Galaxy S4 über die Gestensteuerung und die berührungslose Steuerung gesagt und geschrieben worden. Einige dieser Funktionen sind derart innovativ, dass wir den zahlreichen Spezial-Features des Galaxy S4 einen eigenen Testbericht spendieren. Denn es gibt viel zu sagen zu Air View, Smart Scroll, Group Play und Smart Stay und anderen Funktionen, die das Handy mitbringt.

Eingerichtet werden können die Funktionen direkt bei der Ersteinrichtung. Wie wir bereits bei unserem ersten Test zum Galaxy S4 kritisiert haben, dürften Nutzer, die sich das S4 gerade erst gekauft haben, mit den zahlreichen Funktionen überfordert sein und sie erst später einrichten wollen. Das ist problemlos möglich. Die notwendigen Einstellungen sind im von Samsung überarbeiteten Einstellungsmenü zu finden. Hier gibt es das Register «Mein Gerät» und relativ weit unten den Punkt «Bewegungen und Gesten» sowie «Smart Screen». Hier lassen sich die ganzen Sonderfeatures aktivieren und deaktivieren. Sehr positiv: Alle Funktionen sind kurz erklärt und lassen sich an einem Beispiel direkt ausprobieren.

Smart Stay, Smart Scroll und Smart Pause: Das Auge steuert das Handy

«Dieses Handy braucht keine Berühung» titelte Spiegel Online vor einiger Zeit zum Galaxy S4. Das stimmt - zum Teil. Zwar stimmt, dass sich bestimmte Funktionen mit den Augen oder nur leichtes Schweben der Hand über dem Handy steuern lassen. Dass das Handy aber gar nicht mehr berührt werden muss, ist falsch.

Smart Scroll ermöglicht es dem Nutzer, etwa im Internetbrowser nach unten zu scrollen, indem er einfach nach unten auf die Seite schaut. Auch das nach oben Scrollen funktioniert so. Genau genommen achtet das S4 dabei in unserem Test aber nicht auf die Bewegung der Augen, sondern auf den Kopf, der sich leicht nach oben oder unten neigen muss, um zu scrollen. Nach einer kurzen Eingewöhnung funktioniert das Scrollen so auch recht gut. Leider funktioniert dieses Feature aber nicht in allen Anwendungen. So kann zwar im mitgelieferten Internetbrowser gescrollt werden, nicht aber in einem alternativen Browser. Auch in zahlreichen anderen Anwendungen wird das Scrollen mit den Augen leider nicht unterstützt. Hier wäre eine konsequente Umsetzung wünschenswert gewesen.

Smart Pause hält Videos automatisch an, wenn der Nutzer wegguckt. Im Test funktionierte das auch ganz gut. Ein YouTube-Video stoppt so automatisch, sobald die Aufmerksamkeit des Nutzers woanders hin gelenkt wird. Geht der Blick zurück auf das Handy, startet das Video wieder. Auch in Apps wie der ZDF Mediathek funktioniert das Feature, bei der Tagesschau-App hingegen nicht.

Nutzen lässt sich die Augensteuerung aber nur beim passenden Licht. Wer die Sonne oder eine Lampe im Rücken hat oder sich in einer zu dunklen Umgebung befindet, der kann das Feature nicht nutzen. Dann kommt es auch immer wieder zu Fehlinterpretationen der Augensteuerung.

Quick Check: Wichtige Infos auf Abruf ohne Berühren

Der Quick Check ermöglicht es, dass bei einem Galaxy S4, das mit ausgeschaltetem Display auf dem Tisch liegt, vollkommen berührungslos die Uhrzeit, aktuelle Benachrichtigungen und die Akkuleistung angezeigt wird. Beobachtet man sich selbst, wie oft man am Schreibtisch das Handy kurz aus dem Standby holt, ist es ein durchaus sinnvolles Feature. Liegt das Handy neben der Tastatur, reicht eine kurzer Wisch der Hand über das Handy - so als wollte man Staub wegwedeln - um die Basisinfos zu sehen. Gleiches gilt natürlich für den Couchtisch. Nach wenigen Sekunden geht das Handy wieder in den Standby-Betrieb. In die Hand nehmen, Knopf suchen, drücken, wieder weglegen: All das entfällt. Das Feature gefällt.

Air Call-Accept: Anrufe mit Winken entgegennehmen

Stellen Sie sich vor, Sie sind in der Küche, kneten gerade Teig, haben die Hände schmutzig und Ihr Handy klingelt. Was tun? Klingeln lassen? Nicht mit dem S4. Liegt das Handy auf der Anrichte, kann der Anruf entgegen genommen werden, ohne dass der Touchscreen berüht werden muss, der Teig bleibt am Finger. Möglich macht das das Feature Air Call-Accept.

Klingelt das Handy und das Feature ist grundsätzlich freigeschaltet, so kann mit einer Winkbewegung über den Sensor das Gespräch angenommen werden. In den Einstellungen kann zudem festgelegt werden, ob das Galaxy S4 automatisch den Lautsprecher einschalten soll oder nicht. In den meisten Situationen, in denen man dieses Feature nutzt, dürfte der Lautsprecher die sinnvollste Lösung sein.

Übrigens: In der Regel weist das Handy auch bei einem eingehenden Anruf darauf hin, dass es das Gespräch auch gerne per Sprachsteuerung entgegennimmt. Dazu muss einfach «Annehmen» gesagt werden. Hier lässt sich dank Sprachsteuerung das Gespräch auch ablehnen. Mit Air Call-Accept ist das nicht möglich. Leider gilt das auch für das Beenden eines Gespräches. Legt der Gesprächspartner nicht auf, kann das Gespräch nicht ohne Touchscreen beendet werden. Hier hätte man durch ein zweites, eventuell längeres Winken auch ein Gesprächsende ermöglichen können. Deswegen Abzug in der B-Note.

Gestensteuerung: Ohne Berührung durch Fotos & Internetseiten scrollen

Einige Features des Galaxy S4 hatte auch schon der Vorgänger Galaxy S3 an Bord. So war es auch bei dem Smartphone schon möglich, einige Aktionen mit Gesten zu steuern. Doch da diese Steuerung ein elementarer Bestandteil des Smart-Gesamtpaketes des Galaxy S4 ist, sei die Gestensteuerung auch hier noch einmal erwähnt.

Sie ermöglicht es, durch simple Bewegungen oberhalb des Handydisplays zwischen Bildern hin und her zu switchen und in Internetseiten und E-Mails zu scrollen (Air Jump). Leider werden auch hier wieder nur die Bord-Apps unterstützt. Scrollen durch Gestensteuerung durch eine im Chrome-Browser dargestellte Seite gelang uns nicht. Die Funktion Air Browse ermöglicht auch, berührungslos zwischen MP3-Titeln zu schalten, und zwischen verschiedenen Internet-Browserfenster zu wechseln.

Die Zuverlässigkeit der Gestensteuerung war, wenn sie angeboten wurde, in unseren Test hoch. Ob sie eingesetzt werden kann, signalisiert ein kleines Symbol in der Statusleiste. Gleiches gilt für die Steuerung mit Augen. Schade, dass die Steuerung per Gesten nicht konsequent umgesetzt wurde - etwa auch für das Scrollen zwischen den Homescreens.

Air View: Details ohne Berühung auswählen


Durch Schweben des Fingers über dem Display soll das Handy bestimmte Interaktionen auslösen. Auch hier gilt aber leider: Das Feature ist nicht konsequent im System implementiert. Zudem ist nicht wirklich ersichtlich, wann es möglich ist, das Galaxy S4 mit dem Finger zu bedienen. In den Einstellungen gibt jedoch entsprechende Hinweise zu Air View. So kann sich der Nutzer auch für oder gegen einzelne Funktionen entscheiden. Möglich ist es, durch blosses Schweben des Fingers über dem Ereignis im S Planner einen Termin aufzurufen, ein Foto in der Galerie-Vorschau anzusehen oder SMS zu lesen, ohne sie zu öffnen.

In Videos kann über den Fortschrittsbalken schwebend eine Vorschau an der entsprechenden Passage des Videos angezeigt werden. Zudem können Webseiten-Elemente vergrössert werden - man ahnt es fast: Nur im bordeigenen Browser. Und der Finger musste wirklich sehr knapp über dem Display schweben. Ein guter Richtwert ist hier etwa ein Zentimeter. Ruckelt es etwa im Auto, so kann man das Display dann auch schon mal schnell ungewollt berühren.

Air View ist technisch faszinierend, doch nur selten wirklich sinnvoll einsetzbar. Man hätte aus der im Handy eingebauten Technik mehr machen können und auch weitere Steuerungen berührungslos realisieren können. Vielleicht kommt das ja mit weiteren Software-Updates.

Group Play: Musik und Bilder mit anderen teilen

Group Play ermöglicht es, mehrere Galaxy S4 über ein eigenes WLAN-Netz, das von einem der Handys aufgebaut wird, miteinander zu vernetzen. Über die Verbindung lässt sich dann gemeinsam Musik hören, es können gemeinsam Bilder angesehen werden, Dateien getauscht oder mobile Games gespielt werden. Die Einrichtung eines solchen Group Play funktioniert sehr einfach, auf Wunsch kann ein Passwort vergeben werden.

Musik lässt sich bei zwei zusammengeschalteten Geräten im Stereo-Modus wiedergeben. Die Soundqualität ist dabei wirklich gut, der Stereo-Effekt je nach Song gut wahrnehmbar. Abgespielt werden kann jedoch nur lokale Musik auf dem Handy, Streaming kann nicht weitergegeben werden.

Der Master des Group Play kann auch Bilder von seinem Smartphone freigeben und sie so seinen Freunden zeigen, ohne dass diese ihre Köpfe über ein Display zusammenstecken müssen. Mit einer Zeichnen-Funktion lassen sich auch Markierungen setzen, um bei Erläuterungen bestimmte Punkte auf dem Foto zu zeigen.

Group Play ist zwar technisch gut umgesetzt, erfordert aber andere Nutzer mit dem S4 sowie die Motivation aller, Group Play zu starten. Auch ist es nicht möglich, sich gemeinsam ein YouTube-Video anzusehen, das gerade angesagt ist. Group Play ist aus unserer Sicht nett umgesetzt, aber kein Grund, sich das Galaxy S4 zu kaufen.

(Thorsten Neuhetzki/Si)

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