Mikrophon-Benutzer müssen umrüsten
Frequenz für drahtlose Mikrophone bald nur noch für Mobiltelefone
publiziert: Dienstag, 5. Apr 2011 / 17:30 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 5. Apr 2011 / 21:42 Uhr
Neuanschaffungen sind notwendig, insbesondere bei Veranstaltern, Hotels und Theatern.
Neuanschaffungen sind notwendig, insbesondere bei Veranstaltern, Hotels und Theatern.

Bern - Tausende drahtlose Mikrophone funken auf Frequenzen, die ab 2013 nicht mehr in Betrieb sein werden - ausser für Mobiltelefone. Neue Geräte kaufen müssen deshalb viele Theater, Event-Veranstalter und Hotels. Sie streben beim Bundesamt für Kommunikation (BAKOM) eine Entschädigung an.

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Es geht um Millionenbeträge, wie Adrian Balmer, Präsident des Schweizerischen Bühnenverbands, gegenüber der Nachrichtenagentur SDA einen Beitrag in der «Aargauer Zeitung» vom Dienstag bestätigte.

Allein am Luzerner Theater, wo Balmer Verwaltungsdirektor ist, schlug die Umrüstung auf die Frequenz des neuen Mobilfunknetzes LTE mit über 100'000 Franken zu Buche. Das Opernhaus Zürich rechnet nach Angaben von Tonmeister Christian Venghaus mit Kosten von rund 35'000 Franken.

BAKOM: Jährliche Lizenzen

Eine erste juristische Einschätzung habe ergeben, dass bei einem Frequenzwechsel keine Entschädigung bezahlt werden könne, sagte Deborah Murith vom BAKOM am Dienstag der SDA. Es handle sich um Lizenzen, die auf jährlicher Basis vergeben werden.

Derzeit sind rund 680 Lizenznehmer beim BAKOM registriert - wahrscheinlich etwa die Hälfte von ihnen ist vom Frequenzwechsel betroffen. Nicht alle Änderungen sind nach Muriths Einschätzung aber auch aufwändig oder kostspielig.

Entschädigungen in anderen Ländern

Bei Gesprächen zwischen dem Bühnenverband und dem BAKOM im Februar stand laut Balmer erstmals auch die Entschädigungsfrage zur Debatte. Das BAKOM spricht lediglich von einer Anfrage.

Denn anders als in der Schweiz beteiligt sich in Grossbritannien, Italien und Deutschland der Staat mehr oder weniger stark an den Kosten der Frequenzumstellung bei drahtlosen Mikrophonen. Berlin hat 120 Millionen Euro in Aussicht gestellt, und in Grossbritannien wird grundsätzlich die Hälfte der Kosten vom Staat ersetzt, wie Rolf Bolwin, Direktor des Deutschen Bühnenvereins, sagte.

(fest/sda)

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