Polymer-Membran statt Haut und Muskeln
«Fledermaus-Drohne» setzt auf flexible Flügel
publiziert: Freitag, 25. Mrz 2016 / 23:15 Uhr / aktualisiert: Freitag, 25. Mrz 2016 / 23:33 Uhr
Fledermaus: Flugkünstler als Vorbild.
Fledermaus: Flugkünstler als Vorbild.

Wissenschaftler der University of Southampton haben einen neuen Weg gefunden, wie sich die Manövrierfähigkeit von Drohnen und kleineren Micro Air Vehicles (MAVs) verbessern lässt.

3 Meldungen im Zusammenhang

Hierfür haben sie sich einfach von der Natur inspirieren lassen und den Flug von Fledermäusen studiert. Herausgekommen ist ein völlig neues Konzept für eine flexible Flügelkonstruktion, die anstelle von Haut, Knochen und Muskeln auf eine künstliche Membran setzt. Diese aus Polymer gefertigte Struktur kann mithilfe elektronischer Spannung ihre Form verändern und ermöglicht so im Gegensatz zu festen Flügeln viel schnellere Flugmanöver.

«Wenn es um die Schnelligkeit und Wendigkeit geht, erreicht man mit flexiblen Flügeln eine wesentlich höhere Effizienz als mit starren», zitiert «LiveScience» den verantwortlichen Projektleiter und Deputy Director der Engineering Graduate School an der University of Southampton, Bharathram Ganapathisubramani. Gerade bei kleineren MAVs, die speziell für Rettungsmissionen und Einsätze in schwierigem Gelände enormes Potenzial besitzen würden, sei die Manövrierfähigkeit ein zentraler Aspekt. «Unsere neue Flügelkonstruktion kann ihre Form als Reaktion auf die aktuellen lokalen Gegebenheiten anpassen. Das ist völlig neu und bietet viele Anwendungsmöglichkeiten», so Ganapathisubramani.

Spannung verändert Flügelform

Bis die ersten «Fledermaus-Drohnen» mit beeindruckenden Flugmanövern durch die Lüfte fliegen, wird aber noch etwas Zeit vergehen. Im Moment haben der Forscher und sein Team lediglich einen ersten kleinen Drohnen-Prototyp mit den neuen Flügeln ausgestattet und getestet. Dabei mussten die am Computer entworfenen flexiblen Flügel das Fluggerät beim Flug über Wasser sicher knapp oberhalb der Wasseroberfläche abbremsen und anschliessend darauf landen lassen. «Das erreichen wir, indem sich die Polymer-Membran zwischen den einzelnen Streben des Flügels ausdehnt und wieder zusammenzieht», ergänzt Ganapathisubramani.

Um diesen Effekt der Formveränderung realisieren zu können, greifen die Wissenschaftler auf ein Polymer zurück, das sehr sensibel auf die Zufuhr von elektrischer Spannung reagiert. «Solche Stoffe können im Grunde als eine Art künstliche Muskeln fungieren. Je grösser die Spannung ist, die zugeführt wird, desto grösser die Muskelkontraktion beziehungsweise die Formveränderung der Flügel», erläutert der Projektleiter.

Auch für Flugzeuge interessant

Obwohl die ersten Testläufe durchwegs positiv verlaufen sind, müssen Ganapathisubramani und seine Kollegen noch einiges an Entwicklungsarbeit leisten. «Wir haben die Flügel bis ins kleinste Detail am Computer modelliert und verschiedene Designs im Windkanal getestet. Diese Tests werden uns sicher noch einige Zeit beschäftigen, bis wir die optimale Variante gefunden haben», meint der Experte.

Seinen flexiblen Flügeln spricht er übrigens auch im kommerziellen Flugverkehr grosses Potenzial zu: «Es wäre zwar nicht praktikabel, einen ganzen Flugzeugflügel als Membran zu konstruieren. Wenn unsere Entwicklung aber zum Beispiel nur auf bestimmten Bereichen des Flügels zum Einsatz kommen würde, könnte das eine präzisere Flugkontrolle ermöglichen.»

(arc/pte)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese egadgets.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
San Francisco - Ab Juli soll eine Flotte von Flugdrohnen die medizinische Versorgung im ostafrikanischen Ruanda verbessern. ... mehr lesen
eGadgets Das Schweizer Hightech-Start-up Verity Studios hat auf der «TED2016»-Entwicklerkonferenz in Vancouver gleich mit mehreren ... mehr lesen
Ann Arbor - Wissenschaftler der University of Michigan wollen mit Elektronik ausgestattete Insekten in Zukunft für ... mehr lesen
Insekten sollen künstliche Gehirne und Kameras eingepflanzt werden.
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 20
Publinews Das Telefonmuseum Telephonica in Islikon erzählt die Geschichte der Telekommunikation von den Anfängen bis hin zur heutigen digital vernetzten Gesellschaft. Besuchen Sie uns und erleben Sie Telefongeschichte zum Anfassen, zum Hören und zum Fühlen - spannend inszeniert für Gross und Klein. mehr lesen  
Ringe mit NFC-Technologie  Die von Cornetto entwickelten «Commitment Rings» verhindern, dass Pärchen getrennt voneinander Serien über das Streaming-Portal Netflix ... mehr lesen
Die Commitment Rings werden via Smartphone-App registriert.
«Prominence»  Forscher der Johns Hopkins University haben eine spezielle High-Heels-Prothese für Frauen mit amputierten Beinen entwickelt. mehr lesen  
Grosse Kulleraugen  Taipei - Der taiwanische Elektronik-Konzern Asus will mit einem sprechenden Roboter ins Geschäft mit dem vernetzten Zuhause ... mehr lesen  
Titel Forum Teaser
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Vom Tode träumt ein negrophiles Schäfchen doch ständig. Wenn tausende Frauen in England ... Mi, 28.09.16 11:58
  • HentaiKamen aus Volketswil 1
    Kommt wieder Aber leider eine RIESEN Verlust für Leser wie mich die nicht mit dem ... Sa, 13.08.16 01:13
  • keinschaf aus Wladiwostok 2823
    sogar nach dem Tode hat die Kassandra noch die grösste Schnauze... jaja, diese ... Fr, 12.08.16 16:30
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Wow, wie hat sich die gute Kubra gemausert! Ich danke auch Ihnen ganz persönlich für die vielen harten und ... Mi, 20.07.16 20:25
  • Pacino aus Brittnau 731
    Übrigens, wusstet ihr schon . . . . . . dass die Foren von AZ (Wanner), 20min. und Schweizer Fernsehen ... Mi, 29.06.16 15:20
  • PMPMPM aus Wilen SZ 235
    Und jetzt? Ist noch online...? Liebes news-Team, schade ist die Situation so, dass etwas aufhören ... Di, 28.06.16 22:43
  • kubra aus Berlin 3232
    Danke für die gelebte Pressefreiheit. Damit mein ich durchaus auch den ... Di, 28.06.16 16:09
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Nur ein ziemlicher Trottel kann annehmen, dass es etwas mit Zivilcourage zu hat, wenn er an einer ... Fr, 17.06.16 12:02
Rund 50 Prozent der beleidigenden Tweets werden von Frauen gesendet. (Symbolbild)
DOSSIER Social Media Frauenfeindlichkeit auf Twitter bleibt ein Problem Auch wenn der Twitter-CEO Dick Costello ...
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Sa So
Zürich -4°C 4°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt wechselnd bewölkt
Basel -2°C 4°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt recht sonnig
St. Gallen -1°C 3°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt freundlich
Bern -4°C 3°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich wechselnd bewölkt
Luzern -1°C 4°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig bedeckt bedeckt
Genf -3°C 6°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt wechselnd bewölkt
Lugano 5°C 13°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt wechselnd bewölkt
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten