Festnetzanbieter: Konkurrenz aus dem Internet
publiziert: Mittwoch, 14. Mai 2003 / 08:04 Uhr

Das Land der aufgehenden Sonne ist mittlerweile ein beliebter Testmarkt für technologische Neuerungen. Der Erfolg der Mobilfunkanbieter hat dort den Festnetzanbietern schwer zugesetzt. Und nun zeichnet sich die nächste Bedrohung ab.

Diese Bedrohung ist vermutlich noch ernster einzuschätzen: Das Telefonieren übers Internet, auch Voice-over-Internet-Protokoll (VoIP)-Telefonie genannt.

Wie das Handelsblatt heute berichtet, rechnen die beiden Marktführer Nippon Telegraph und die zu NTT gehörige Telefone Corp. damit, dass bis 2005 ein Fünftel der Einnahmen (geschätzt 16,5 Millionen Euro) aus dem VoIP-Geschäft stammen werden.

Breitbandige Internetzugänge erfreuen sich in Japan grosser Beliebtheit, die beiden Marktführer in diesem Bereich, Fusion Communications und Yahoo Japan haben zusammen bereits 4 Millionen Kunden. Die Festnetzanbieter treten nun die Flucht nach vorn an: NTT, KDDI und Japan Telecom bieten seit einigen Wochen eigene VoIP-Dienste an.

Testmarkt Japan

Branchenexperten schätzen Japan als interessanten Testmarkt ein, denn hier gibt es bereits über sieben Millionen Kunden. Und weil die Fixkosten für den Zugang sehr günstig sind, ist eine weitere Zunahme zu erwarten. Der Breitbandzugang gilt aus Voraussetzung für eine ausreichende Sprachqualität. Allerdings sind die Kosten für Festnetzgespräche in Japan deutlich höher als bei uns, weshalb Minutenpreise von etwa 2 Cent, die für ein VoIP-Gespräch anfallen, in Japan ein echtes Schnäppchen sind.

Doch auch in Japan haben die Festnetzanbieter den Daumen auf der "letzten Meile". Die Internet-Telefonie-Anbieter müssen für die Durchleitung der Gespräche zahlen. Stromanbieter sollen aber planen, die "letzte Meile" zu umgehen, indem sie eigene Glasfasernetze aufbauen.

Auch NTT will nun schnelle Glasfaserdienste anbieten. Aber die Konkurrenz in den DSL-Leitungen schläft nicht. Die grossen Internet-Anbieter haben sich bereits zu einem Verbund zusammengeschlossen, innerhalb dessen die Kunden kostenlos über das Internet miteinander telefonieren können.

Nachteile

Ein grosser Nachteil der Internet-Telefonie ist bisher, dass zwar Festnetzanschlüsse aus dem Internet heraus angerufen werden können, nicht aber Internet-Telefonie aus dem Festnetz. Ausserdem sind die IP-Netzwerke der grossen Anbieter noch nicht miteinander verknüpft. Trotzdem setzen Japans grosse Konzerne auf VoIP: Bei Mitsubishi Motors gibt es IP-Telefone zum Festnetzanschluss dazu, Tokyo Gas will seine sämtlichen Festnetzanschlüsse während des nächsten Jahres durch IP-Telefone ersetzen.

Wie sich die Internet-Telefonie hierzulande entwickelt, bleibt abzuwarten. Denn die Minutenpreise sind hier zumindest für Call-by-Call-Nutzer nicht viel höher als die für Internet-by-Call - und ein Festnetztelefon hat nun wirklich fast jeder, während erst knapp die Hälfte der Schweizer Haushalte einen Zugang zum Internet hat - der grösste Teil noch immer per Analogmodem oder ISDN.

(bsk/sda)

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