Fachhändler mögen keine Smartphones
publiziert: Montag, 22. Nov 2004 / 08:09 Uhr / aktualisiert: Montag, 22. Nov 2004 / 09:36 Uhr

Teure High-End-Geräte wie Smartphones werden häufig aufgrund des hohen Kostenrisikos von TK-Fachhändlern nicht in ihr Programm aufgenommen.

Eigentlich voll im Trend: Smartphones. Hier das Sony Ericsson K700i.
Eigentlich voll im Trend: Smartphones. Hier das Sony Ericsson K700i.
Das ergab eine Online-Befragung von 107 TK-Fachhändlern zur Bewertung aktueller Smartphone-Modelle, die TNS Infratest InCom im vergangenen Monat durchgeführt hat.

Der Grund dafür sind die technischen Komplexität der Smartphone-Geräte, der hohe Beratungsaufwand der Fachhändler sowie die in der Regel hohen Anschaffungskosten für den Endverbraucher. "Umstände, die dazu führen, dass technisch brillante Geräte in der Regel gar nicht erst im Handel angeboten werden", so Ulrich Maier, der für das Smartphone-Projekt bei Infratest verantwortlich ist.

Mehr Vorführgeräte

Preissenkungen der Hersteller halten die Fachhändler allerdings auch nicht für eine geeignete Lösung zur Absatzförderung. Vielmehr sehen die Fachhändler vor allem einen Bedarf an Schulungen sowie der Bereitstellung von vergünstigten Vorführmodellen.

Die Befragung ergab, dass aus Sicht der Fachhändler der Abverkauf von Smartphones im Handel nur optimiert werden kann, wenn Endgerätehersteller und Mobilfunkanbieter erkennen, dass die Notwendigkeit der Unterstützung bei der Demonstration der Endgeräte am Verkaufsort besteht.

Dazu zählen nach Aussagen der TK-Fachhändler vor allem Schulungen des Verkaufspersonals sowie die Bereitstellung von Vorführgeräten. Ebenso wird eine stärkere Unterstützung des Abverkaufs durch flankierende Werbung in den klassischen Medien (Print, TV, Plakat) sowie direkt am Verkaufsort (Broschüren, Displays, CDs) gewünscht.

"Den Fachhändlern geht es nicht primär um eine Senkung der Preise für Smartphones. Auch für das bestehende Preisniveau sehen Fachhändler das Potenzial, hochwertige und teure Endgeräte über den Handel zu verkaufen", so Maier. "Allerdings müssen hier die Rahmenbedingungen verbessert werden, die es den Fachhändlern ermöglichen, technisch komplexe und in der Vorführung anspruchsvolle Geräte erfolgreich am Markt anzubieten."

Smartphones an der Schwelle zum Massengeschäft

Bereits vor einigen Tagen hatte TNS Infratest InCom eine andere Studie zu Smartphone-Käufern veröffentlicht. Dabei ging es um Präferenzen der Käufer bezüglich des Betriebssystems.

Smartphones sind Mobiltelefone, die sich von herkömmlichen Handys vor allem dadurch unterscheiden, dass sie mit allerlei Zusatzfunktionen wie etwa Textverarbeitungs- und Tabellenkalkulationsprogrammen aufgerüstet sind. Dazu benötigen Handys wie PCs ein Betriebssystem.

Zurzeit kämpfen Microsoft, Symbian und palmOne um Marktanteile, denn Branchenkenner gehen davon aus, dass sich die Smartphones in den kommenden Jahren zum Massengeschäft entwickeln. Werden zurzeit rund 20 Millionen Geräte pro Jahr verkauft, so wird einer Schätzung zufolge in fünf Jahren jedes fünfte Handy ein Smartphone sein.

(Björn Brodersen/teltarif.ch)

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