Elektroautos: Es braucht billigere Batterien
publiziert: Freitag, 22. Jan 2010 / 08:44 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 24. Jan 2010 / 17:20 Uhr

Wien - Die Frage, ob Elektroautos in naher oder mittlerer Zukunft das Strassenbild dominieren werden, hängt neben der technischen Leistungsfähigkeit zum grossen Teil von den Kosten der Batterien ab. Ohne grösseren Technologiesprung werden die Kostendegressionen kaum ausreichen, um eine weite Verbreitung der Elektroautos zu ermöglichen.

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Elektroautos: Ohne die staatlichen Förderprogramme würde das Marktwachstum abflachen.
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Zu diesen Ergebnissen kommt die Studie «Batteries for Electric Cars? Challenges, Opportunities, and the Outlook to 2010» der Unternehmensberatung The Boston Consulting Group (BCG). «Damit wird der Markt für Elektroautos noch auf lange Zeit von direkten Zuschüssen, steuerlichen Subventionierungen oder deutlich höheren Treibstoffpreisen abhängen», kommen die Experten zum Schluss.

Das prognostizierte Wachstum ist trotz dieser Hürden gross. Laut dem wahrscheinlichsten Szenario könnten 2020 bereits 26 Prozent der Neuwagen in China, Japan, den USA und Westeuropa Elektro- oder Hybridantriebe haben - also rund 14 Mio. Autos.

Der weltweite Markt für Lithium-Ionen-Batterien könnte im selben Jahr 25 Mrd. Dollar erreichen. Also dreimal so viel wie aktuell für die vor allem für Konsumgüterprodukte wie Handys oder Laptops genutzten Batterien ausgegeben wird.

Preise für Batterien sinken um bis zu 65 Prozent

Geht es nach der Studie, könnten die Preise für Lithium-Nickel-Kobalt-Aluminium-Batterien (NCA) bis 2020 um 60 bis 65 Prozent sinken: von derzeit 990 bis 1220 Dollar pro kWh auf 360 bis 440 Dollar pro kWh. Die Kosten für einen 15-kWh-Battery-Pack würden damit von 16'000 Dollar auf rund 6000 Dollar fallen.

Dementsprechend könnte der Endverbraucherpreis von derzeit 1400 bis 1800 Dollar pro kWh auf 570 bis 700 Dollar pro kWh sinken.

Energiespeicherkapazitäten, Aufladezeiten und Infrastrukturanforderungen stellen weitere Herausforderungen für den Elektroautomarkt dar. Ohne technologischen Durchbruch wird die Reichweite eines Elektroautos weiterhin bei lediglich 250 bis 300 Kilometern liegen, bevor der Fahrer die Batterien aufladen muss.

Kaufentscheidungen werden komplexer

«Angesichts der höheren Anschaffungskosten werden die Verbraucher genau prüfen, ob sich ein Elektroauto gegenüber einem Fahrzeug mit Verbrennungsmotor überhaupt lohnt», sagt BCG-Geschäftsführer Georg Sticher.

«Insgesamt werden die Kaufentscheidungen in Zukunft noch komplexer sein als bisher, da die Verbraucher neben Betriebskosten und Produkteigenschaften auch Schadstoffausstoss und Reichweitenbeschränkungen berücksichtigen müssen.»

Kunden erwarten, dass sich ein Elektroauto spätestens drei Jahre nach dem Kauf amortisiert. Aktuelle staatliche Förderprogramme reichen von rund 3000 Dollar pro Elektroauto in China bis zu rund 7500 Dollar in Frankreich, Deutschland und den USA.

Förderprogramme ausdehnen

Werden diese Förderprogramme bis 2020 ausgedehnt, lohnt sich der Kauf eines Elektroautos in den USA und Westeuropa dann schon nach ein bis fünf Jahren statt - wie bisher - nach neun bis fünfzehn Jahren. Entfallen derartige Anreize würde sich der Markt auch entsprechend langsam entwickeln.

In Österreich hat sich seit 2006 die Anzahl von Pkw mit Elektro- oder Hybridantrieb versechsfacht. Insgesamt ist der Anteil von Elektroautos in Österreich dennoch weiter gering. Derzeit gibt es 3835 Fahrzeuge mit einem reinen Elektroantrieb (185) bzw. Hybridantrieb (3650), der damit den Löwenanteil einnimmt.

(zel/pte)

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