Elektroauto-Boom: Batteriemarkt konsolidiert
publiziert: Freitag, 2. Okt 2009 / 13:08 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 4. Okt 2009 / 17:48 Uhr

München - Der absehbare Trend zu Elektro- und Nullemissionsfahrzeugen hat im Zuge der Turbulenzen im Automobilsektor reichlich Nahrung bekommen.

Die Obama-Regierung will der Batterieforschung neue Fördermilliarden zukommmen lassen.
Die Obama-Regierung will der Batterieforschung neue Fördermilliarden zukommmen lassen.
7 Meldungen im Zusammenhang
Skeptiker zweifeln zwar nach wie vor an einem baldigen Massenmarkt und einer schnellen Ablösung von Benzin- und Dieselmotoren. Dafür mangle es nach wie vor an technischen Lösungen, um Reichweite und Ausdauer der Batterien auf ein mit einer Tankfüllung vergleichbares Mass zu erhöhen.

Vorerst sei das Elektroauto daher eher als Stadt- bzw. Zweitauto geeignet, woran sich in den kommenden 15 bis 20 Jahren nichts ändern soll. Die Unternehmensberatung Roland Berger prognostiziert hingegen, dass sich der Markt für Elektrofahrzeuge wesentlich schneller entwickeln wird als angenommen und die «bevorstehenden Änderungen bei der Antriebstechnik die Automobilindustrie auf den Kopf stellen werden».

Batterien als Haupthindernis

Haupthindernis seien die Anforderungen an die Batterien. Gleichzeitig stellen sie jedoch den «attraktivsten Komponentenmarkt» dar. Das Gedränge auf diesem Markt werde in den kommenden zehn Jahren zu einer mehr als deutlichen Konsolidierung führen.

Herausforderungen ergeben sich etwa in den Bereichen leistungsstarker High-Energy-Batterien und in der Fertigung von Batteriezellen. An dem erwarteten Mrd.-Markt werden Roland Berger zufolge zu dem Zeitpunkt nur mehr weniger als zehn Player Anteil nehmen. Der erwartet rasche Konsolidierungsprozess im Batteriezellengeschäft sei etwa auf den aktuell hohen Investitionsbedarf zurückzuführen.

Wertschöpfungskette vor Neuordnung

«Entscheidendes Thema für die Zellhersteller wird sein, den Energieinhalt zu steigern, aber die Kosten zu reduzieren», erklärt Wolfgang Bernhart, Partner im Kompetenzzentrum Automotive bei Roland Berger. Der Innovationswettlauf zwischen den Marktteilnehmern werde daher entwicklungsseitig entschieden. Derzeit liege die Fixkostenintensität der Batterien etwa bei 75 Prozent. Von jedem Euro Umsatz fallen also Fixkosten in Höhe von 75 Cent an. «Aufgrund des hohen Cashbedarfs ist das Geschäft erst bei sehr hohen Stückzahlen rentabel», meint Bernhart.

Die Elektrifizierung automobiler Antriebe werde die aktuelle Wertschöpfungskette neu ordnen, die Konsolidierung vorantreiben und neue Partnerschaften fördern. Im Batteriezellenmarkt seien momentan vorrangig japanische und koreanische Unternehmen stark aufgestellt, während sich chinesische Mitwerber in einer rasanten Aufholjagd befänden. Dabei profitieren sie von staatlicher Unterstützung und einem «einzigartigen Zugang zu kritischen Rohstoffen». «Der technologische Vorsprung, den die westlichen Hersteller bei den konventionellen Antrieben haben, ist nur schwer aufzuholen - das haben die Chinesen erkannt. Aber bei der Elektromobilität geht das Rennen jetzt erst los», so Bernhart.

Gemächliche Gangart der Automobilkonzerne

Die Unternehmen der Automobilindustrie müssten ihre noch »gemächliche Gangart überdenken« und den technologischen Fortschritt beschleunigen. Der Elektroautomarkt soll dennoch bereits bis 2020 auf einen Absatz von zehn Mio. Fahrzeugen wachsen.

Mit einem Anteil von 20 Prozent werde Westeuropa zu den Vorreitern der elektrischen Mobilität gehören. Bei Subventionen zugunsten des technologischen Fortschritts müssten die europäischen Regierungen jedoch darauf achten, im weltweiten Vergleich nicht den Anschluss zu verlieren. So hatte etwa US-Präsident Barack Obama vor wenigen Wochen angekündigt, der Batterieforschung neue Fördermilliarden zukommen zu lassen. Insgesamt liegen die USA mit einem 20 Mrd. Euro schweren Subventionspaket unangefochten an der Förderspitze.

China stellt im Vergleich derzeit nur eine Mrd. Euro in Aussicht. Angesichts eines prognostizierten Marktvolumens der Batterien als Elektroauto-Komponenten von zehn bis knapp 30 Mrd. Euro im Jahr 2020 dürfte sich das Engagement langfristig mehr als lohnen.

(ht/pte)

Kommentieren Sie jetzt diese egadgets.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Publinews Das Telefonmuseum Telephonica in Islikon erzählt die Geschichte der Telekommunikation von den Anfängen bis hin zur heutigen digital vernetzten Gesellschaft. Besuchen Sie uns und erleben Sie Telefongeschichte zum Anfassen, zum Hören und zum Fühlen - spannend inszeniert für Gross und Klein. mehr lesen  
Technologie  Bern - Der Technologiekonzern Ascom ... mehr lesen
Ascom ist für das zweite Halbjahr zuversichtlicher.
Bereits 100 Objekte erfasst  Wil SG - Digitale Stadtpläne sollen künftig Menschen mit einer Behinderung die Orientierung erleichtern. Die Stadt Wil wurde von Pro Infirmis Schweiz als Pilotgemeinde ausgewählt. Bereits wurden 100 Objekte erfasst. mehr lesen  
Titel Forum Teaser
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    grüezi Wie lasterhaft Mitleid mitunter sein kann, beweisen Sie doch gerade ... Mo, 26.12.16 20:05
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Vom Tode träumt ein negrophiles Schäfchen doch ständig. Wenn tausende Frauen in England ... Mi, 28.09.16 11:58
  • HentaiKamen aus Volketswil 1
    Kommt wieder Aber leider eine RIESEN Verlust für Leser wie mich die nicht mit dem ... Sa, 13.08.16 01:13
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    sogar nach dem Tode hat die Kassandra noch die grösste Schnauze... jaja, diese ... Fr, 12.08.16 16:30
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Wow, wie hat sich die gute Kubra gemausert! Ich danke auch Ihnen ganz persönlich für die vielen harten und ... Mi, 20.07.16 20:25
  • Pacino aus Brittnau 731
    Übrigens, wusstet ihr schon . . . . . . dass die Foren von AZ (Wanner), 20min. und Schweizer Fernsehen ... Mi, 29.06.16 15:20
  • PMPMPM aus Wilen SZ 235
    Und jetzt? Ist noch online...? Liebes news-Team, schade ist die Situation so, dass etwas aufhören ... Di, 28.06.16 22:43
  • kubra aus Berlin 3232
    Danke für die gelebte Pressefreiheit. Damit mein ich durchaus auch den ... Di, 28.06.16 16:09
Rund 50 Prozent der beleidigenden Tweets werden von Frauen gesendet. (Symbolbild)
DOSSIER Social Media Frauenfeindlichkeit auf Twitter bleibt ein Problem Auch wenn der Twitter-CEO Dick Costello ...
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Mi Do
Zürich 16°C 33°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig recht sonnig
Basel 17°C 34°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig recht sonnig
St. Gallen 16°C 30°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig recht sonnig
Bern 16°C 32°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig sonnig
Luzern 17°C 32°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig recht sonnig
Genf 18°C 35°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig recht sonnig
Lugano 22°C 32°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig recht sonnig
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten