Feuerwehr auf «sicheren» Wegen
Echtes Feuer bekämpfen in der virtuellen Realität
publiziert: Donnerstag, 20. Jun 2013 / 12:02 Uhr

Montiertes Head-up-Display liefert 3D-Wärmebild in Echtzeit.

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Ein Forscherteam der Technischen Universität Wien hat ein neuartiges Konzept für eine Virtual-Reality-Technologie (VR) entwickelt, die das gefährliche Leben von Feuerwehrmännern in Zukunft wesentlich sicherer gestalten könnte.

«ProFiTex», so der Name des Projekts, soll vor allem das Problem von undurchdringlichen Rauchschwaden lösen, die den Einsatzkräften die Orientierung in brennenden Gebäuden erschweren bzw. sogar unmöglich machen. Die Grundidee: Über eine Reihe von Infrarotsensoren und eine Tiefenkamera, die auf den Helm des Feuerwehrmannes montiert werden, erhält dieser ein virtuelles 3D-Abbild seiner Umgebung in Echtzeit auf sein Head-up-Display geliefert.

«Uns ging es von Anfang an darum, Schutzkleidung zu entwickeln, um Einsatzkräfte in Gefahrensituationen besser schützen zu können», erklärt Projektleiter Hannes Kaufmann von der Forschungsgruppe Interactive Media Sysyems der TU Wien im Gespräch mit pressetext. ProFiTex sei das Ergebnis eines grösseren EU-geförderten Projekts, das 2012 zu Ende gegangen ist. «Das Projekt hatte insgesamt neun Partner. Unser Anteil war die Entwicklung von VR-Technologien», erläutert der Experte.

Virtuelle Rekonstruktion

Die Funktionsweise des innovativen Systems ist dabei genauso einfach wie zweckmässig: Eine auf dem Helm angebrachte Tiefenkamera «scannt» die umliegende von Rauchschwaden verhüllte Umgebung und gibt die gesammelten Daten als dreidimensionales Modell auf dem Head-up-Display aus. «Auf diese Weise rekonstruieren wir gewissermassen ein Gebäude in Echtzeit», betont Kaufmann. «Normalerweise können Feuerwehrmänner in solchen Situationen überhaupt nichts sehen und müssen sich dadurch einem besonders hohen Sicherheitsrisiko aussetzen», gibt er an dieser Stelle zu bedenken.

Mithilfe der neuen Technologie bekommen die Einsatzkräfte aber nicht nur ein 3D-Modell, sondern gleichzeitig auch ein aktuelles Wärmebild des umliegenden Areals geliefert. «Das ist deshalb wichtig, weil sich so die jeweilige Gefahrenlage besser einschätzen lässt. Hinzu kommt der Umstand, dass sich die Köpertemperatur von Menschen klar eingrenzen und auf dem Display durch einen bestimmten Farbton erkennen lässt. Ein Wärmebild ist somit eine ungemein wichtige Quelle, um Personen ausfindig zu machen, die sich noch in einem brennenden Gebäude befinden», fasst der TU-Wien-Forscher zusammen.

Infrarot-Laser statt Kinect

Neben dem Feuerwehrmann, der sich vor Ort einem lodernden Brandherd nähert, können aber auch seine restlichen Kollegen von den gesammelten Daten profitieren. Alle relevanten Informationen können nämlich über ein Fiberglaskabel, das in die Schutzkleidung der Einsatzkräfte eingewoben ist, auch nach draussen geleitet werden, um so der Einsatzleitung eine bessere Gesamteinschätzung der Situation zu ermöglichen.

«Im Moment haben wir noch das Problem, dass die von uns verwendeten Kinect-Kameras bei starker Rauchentwicklung die Umgebung nicht gut genug erfassen können. Wir arbeiten aber bereits daran, unser System durch den Einsatz von hochenergetischen Infrarot-Lasern zu verbessern», so Kaufmann. Ob und in wieweit sich die VR-Technologie dann auch im Ernstfall als praxistauglich erweist, sollen künftige Testläufe klären.

(bert/pte)

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