Drohne aus dem 3D-Drucker soll Küsten überwachen
publiziert: Mittwoch, 3. Jul 2013 / 22:28 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 3. Jul 2013 / 23:19 Uhr
Nur die Flügel und die Heckflosse des «2Seas» werden aus Kohlenstofffasern gefertigt.
Nur die Flügel und die Heckflosse des «2Seas» werden aus Kohlenstofffasern gefertigt.

Unbemannte Kontrollflüge für Ärmelkanal und Nordsee geplant

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Luftfahrtingenieure der University of Southampton haben ein unbemanntes Luftfahrzeug (UAV) für Überwachungszwecke entwickelt, das die Schifffahrt auf den Gewässern des Ärmelkanals und der Nordsee künftig deutlich sicherer gestalten soll. Wesentliche Bauteile von «2Seas», so der Name des Fluggeräts, werden dabei vollständig per 3D-Druckverfahren produziert, nur die Flügel und die Heckflosse werden aus Kohlenstofffasern gefertigt. Die Drohne, deren Herstellung unter anderem von der Europäischen Union mitfinanziert wird, könnte schon bald die Küstenbereiche Grossbritanniens und Skandinaviens kontrollieren, um Risiken für die Schifffahrt zu minimieren, aber auch um illegale Fischerei oder sogar Drogenschmugglerei einzudämmen.

«Bei dem überregionalen europäischen '2Seas'-Projekt geht es vor allem darum, den Einsatz von UAV-Flugobjekten im Bereich des maritimen Umfelds zu simulieren und zu erproben», heisst es auf der offiziellen Projekt-Webseite. Als die beiden federführenden Wissenschaftler des Projekts werden Jim Scanlan, Direktor des Computational Engineering Design Centre (CEDC), und Andy Keane, Leiter des Sothampton e-Science Centre, genannt, zwei erfahrene Experten der Luftfahrttechnologie. Im Forschungsteam befinden sich aber auch Kollegen aus England, Frankreich und den Niederlanden.

Nachfolger von SULSA

Dass gerade Scanlan und Keane als Leiter des Projekts fungieren, kommt nicht von ungefähr. Die beiden Forscher haben schliesslich bereits im Vorjahr mit dem 2Seas-Vorgänger «SULSA» (Southampton University Laser Sintered Aircraft) die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf sich gezogen. Das per Katapult startbare Flugobjekt, das eine Flügelspannweite von zwei Metern besitzt, seine Energie aus einem integrierten Elektromotor bezieht und zur Gänze per 3D-Druck hergestellt werden kann, hatte schon im Juni 2011 mit seinem ersten erfolgreich absolvierten Testflug für Schlagzeilen gesorgt.

Bei ihrem aktuellen Modell, das wesentlich grösser ausgefallen ist als sein Vorgänger, waren die Flügel allerdings zu lang, um sie von einem 3D-Drucker produzieren zu lassen. Lediglich der zentrale Körper, der Treibstofftank und die Motorhalterung entstammen dem kostengünstigen dreidimensionalen Druckverfahren. Dank des Benzin-betriebenen Motors kann die Drohne bei unbemannten Überwachungsmissionen rund fünf Stunden lang bei einer Geschwindigkeit von 100 Stundenkilometern in der Luft bleiben und verbraucht dabei nur sieben Liter Treibstoff.

Erster Einsatz 2015

Ob und wann die 2Seas-Drohne tatsächlich ihre ersten Überwachungsflüge zwischen Grossbritannien, Frankreich, den Niederlanden und Belgien absolvieren wird, steht zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht fest. Erste Testläufe, bei denen das UAV-Flugobjekt auch besonders raue Wetterverhältnisse und starke Seitenwinde überstehen musste, soll die Neuentwicklung aber bereits mit Bravour bestanden haben. «Als nächstes müssen wir noch an den Vibrationen und den Flugeigenschaften arbeiten. Wenn auch diese Tests positiv verlaufen, könnte die Drohne 2015 oder sogar schon früher ihren Einsatz antreten», so Scanlan gegenüber dem NewScientist.

(bert/pte)

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