DoubleClick-Deal bringt Yahoo in die Bredouille
publiziert: Donnerstag, 13. Mrz 2008 / 08:32 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 13. Mrz 2008 / 09:00 Uhr

New York/Wien - Nach der Zustimmung der EU-Kommission über den 3,1 Mrd. Dollar schweren Kauf des Online-Werbevermarkters DoubleClick durch Google könnte Yahoo gegenüber Microsoft verstärkt unter Druck geraten.

Verhandlungsspielraum für Yahoo schwindet.
Verhandlungsspielraum für Yahoo schwindet.
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Wie das Branchenportal «Cnet» berichtet, sehen US-Analysten die somit vom Suchweltmarktführer geschaffene Monopolstellung für Werbekonkurrenten Yahoo als ernstzunehmende Bedrohung.

Laut Brancheninsidern wird es sich der unter Umständen selbst von einer Übernahme stehende Konzern nicht länger leisten können, sein Geschäft parallel mit Such- und Werbeangeboten aufrecht zu erhalten.

«Durch den Google-DoubleClick-Deal erhält Microsoft weitere Feuerkraft, um über Yahoo zu siegen», fasst Mark May, Analyst bei der US-Investmentgesellschaft Needham & Co., die Situation zusammen.

Yahoo-Aktionäre sollten einer Übernahme zustimmen

«Betrachtet man die Marktkapitalisierung Yahoos mit 38,7 Mrd. Dollar bei einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 61,7 scheint mir die Gewinndynamik derzeit sehr schwach bis stagnierend zu sein. Vor diesem Hintergrund ist in den Wert des Papiers schon viel Fantasie mit eingepreist. Die Yahoo-Aktionäre sollten einer Übernahme durch Microsoft aus ökonomischer Sicht eher zustimmend gegenüber stehen. Zudem bleibt noch offen, ob der DoubleClick-Deal von Google mittel- bis langfristig auch tatsächlich Erfolg haben wird», unterstreicht Erste-Bank-Analyst Hans Engel im Gespräch mit pressetext.

Laut Beobachtern sei der Preis, den Microsoft für einen möglichen Erwerb von Yahoo bereit wäre zu zahlen, der Schlüsselfaktor auf dem Weg zu einer erfolgreichen Transaktion.

Zudem sollte mitberücksichtigt werden, dass sowohl Google als auch die neue Tochtergesellschaft DoubleClick nahezu sämtliche Geschäftszweige von Yahoo abdecken.

Konkretes Kaufangebot über 44,6 Mrd. Dollar

Anfang Februar legte Microsoft-Chef Bill Gates Yahoo-Mitbegründer Jerry Yang nach monatelangen Gerüchten um eine Übernahme ein konkretes Kaufangebot über 44,6 Mrd. Dollar (31 je Aktie) vor. Nachdem Google bereits einige Stunden nach der EU-Zustimmung den Deal mit DoubleClick abgeschlossen hat, mehren sich nun die Stimmen, die Microsoft und Yahoo zu einer zügigen Einigung auffordern. Schliesslich gehe der Wettbewerb unvermindert hart weiter, heisst es.

Da sich Google mit DoubleClick einen Spezialisten für Online-Werbevermarktungen angeln konnte, der zusammen mit dem Suchservices von Google eine ideale Ergänzung darstellt, ist der Verhandlungsspielraum und damit die bis dato noch recht grosse Unabhängigkeit Yahoos zunehmend in Frage gestellt, meinen Insider.

Forderung nach Vereinigung mit Microsoft

Vor diesem Hintergrund melden sich nun auch führende Yahoo-Anteilseigner zu Wort und fordern eine Vereinigung mit Microsoft. «Es hilft dem Yahoo-Management nicht weiter, nach wie vor den weissen Ritter zu suchen», sagt Eric Jackson, Präsident des an Yahoo beteiligten Hedge Fonds Ironfire Capital. Vielmehr stünde gegenwärtig die zu klärende Sachlage im Raum, welche Massnahmen man treffen möchte, um der neuen Konkurrenzsituation aktiv entgegenzutreten, heiss es weiter.

Die aktuelle Firmenpolitik Yahoos, mit der Hinhaltetaktik gegenüber Microsoft auf Zeit zu spielen, stösst auch bei vielen Analysten mittlerweile auf Unverständnis. Andererseits befindet sich das Unternehmen zunehmend in einer Zwickmühle, da vor einigen Jahren selbst mit der Absicht gespielt wurde, DoubleClick zu übernehmen. Dies sei ein Grund dafür gewesen, dass sich die Branchenriesen Microsoft und Google später einem gegenseitigen Bieterwettstreit ausgesetzt sahen, so US-Industriestimmen.

(li/pte)

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